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Schlaganfall: Die Nachsorge verbessern – Prof. Dr. Busse von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft e.V. im Interview

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft e.V. (DSG) engagiert sich für die bestmögliche medizinische Versorgung und Betreuung von Schlaganfallpatienten. Prof. Dr. Otto Busse, Leiter der DSG Geschäftsstelle in Berlin, berichtet im Interview, was bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten noch verbessert werden kann.

Prof. Dr. Otto Busse, Leiter der DSG Geschäftsstelle in Berlin

Herr Prof. Busse, welche Kriterien muss denn eine Klinik eigentlich erfüllen, damit sie sich als Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) ausweisen kann?
Das sind über 40 Kriterien. Um als regionale Schlaganfalleinheit zertifiziert zu werden, müssen jährlich mindestens 250 Schlaganfallpatienten behandelt werden und mindestens eine Pflegefachkraft über eine Spezialausbildung im Bereich Schlaganfall verfügen („Stroke Unit nurse“). Ebenfalls ganz wichtig: der Notfall-Rettungsdienst. Dieser muss speziell für Schlaganfall-Notfälle gerüstet und spezialisiert sein. Eine Stroke Unit verfügt über die nötige medizinische Ausrüstung und ausreichendes ärztliches, pflegerisches und therapeutisches Personal, um einen Schlaganfall unverzüglich diagnostizieren und behandeln sowie die Patienten überwachen zu können: Computertomograf (CT), Magnetresonanztomograf (MRT) und Elektrokardiograf (EKG). Und das ganze Personal muss regelmäßig an Fortbildungen auf dem Gebiet des Schlaganfalls teilnehmen.

Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf bei der Diagnose und Behandlung von Schlaganfallpatienten?

Die Akutbehandlung von Schlaganfall-Patienten ist durch die Stroke Units bereits gut gewährleistet. Jedoch sehe ich bei der Nachsorge noch Verbesserungsbedarf. Bislang gibt es noch kein einheitliches Konzept in Deutschland, wie die einzelnen Kliniken bei der Nachbetreuung und Nachsorge von Schlaganfall-Patienten vorgehen. Dabei ist es sehr wichtig, dass ein Patient nachbetreut wird, seine Medikamente regelmäßig nimmt, zur Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie geht. Ambulante und stationäre Einrichtungen sollten dabei noch enger zusammenarbeiten.

Kontakt

Deutsche Schlaganfallgesellschaft e.V.
Prof. Dr. Otto Busse
Reinhardtstraße 27C
10117 Berlin
Tel. 030 531437-930
E-Mail: info@dsg-berlin.org