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„Dem Schmerz Paroli bieten“

Fragen an Thomas R. Schulz, Leiter der SHG Ortenau der Deutschen Schmerzliga e.V. in Offenburg:

Thomas R. Schulz © privat

Wodurch zeichnet sich Ihre Selbsthilfegruppe aus und an wen richtet sich ihr Angebot?

Der Fokus unserer Arbeit liegt nicht auf speziellen Erkrankungen, sondern vielmehr darauf, allen Menschen mit chronischen Schmerzen zu helfen, da der Schmerz häufig auch die Folge einer vorhergehenden Erkrankung ist. Wir erarbeiten gemeinsam mit den Betroffenen Fachwissen und helfen den Weg aus der Isolation zu finden, Lebensqualität zurückzugewinnen und in der Gruppe zu wachsen. Besonders jungen Menschen wollen wir die Angst nehmen. Wir möchten ihnen eine Stütze sein, wenn sie sich ihren Problemen und auch Ängsten in Bezug auf die Erkrankung stellen.  

Wie profitieren Betroffene von den Aktivitäten der Selbsthilfegruppe?

Wir arbeiten eng mit den Schmerzzentren in Lahr-Ettenheim und Freiburg, sowie mit Therapeuten zusammen. Hierdurch können wir den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen zum einen hilfreiche Kontakte anbieten sowie Termine bei Fachärzten vermitteln. Zum anderen können wir Tipps geben, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Unsere monatlichen Gruppenabende finden in einer lockeren Atmosphäre unter „Gleichgesinnten“ statt. Dies nimmt die Angst, offen über die eigenen Probleme und Sorgen zu sprechen. Die Gruppenmitglieder bringen viel Verständnis füreinander auf und sehen sich als eine Gemeinschaft. Auch außerhalb der Treffen bekommen die Betroffenen von uns Informationen zugesendet. Es finden auch regelmäßig Vorträge von Fachleuten statt, mit dem Ziel die Betroffenen weiter aufzuklären und zu informieren. Mehrmals im Jahr sind wir auch mit unserem Infostand anzutreffen. 

Mit welchen Fragen und Ängsten kommen die Betroffenen auf Sie zu?

Viele der Betroffenen kommen zu uns, nachdem ihnen ihr Arzt gesagt hat, dass er nichts für sie tun kann oder dass sie austherapiert sind. In den seltensten Fällen ist es möglich durch gezielte Therapien eine vollkommende Schmerzfreiheit zu erreichen. Das Ziel jeder Therapie ist deshalb die Schmerzlinderung. Dies kann beispielsweise durch Multimodaltherapien erreicht werden. Die Betroffenen suchen bei uns Rat und Tipps zu den einzelnen Therapieformen und verfolgen das Ziel, ihre Lebensqualität zurückzugewinnen. 

Welche Themen sind für die Betroffenen besonders wichtig?

Besonders wichtig sind den Betroffenen Alternativen der Komplementärmedizin oder auch Physikalische Therapien. Wir bemerken aber auch immer mehr Interesse am Thema „Cannabis in der Medizin/Cannabis gegen Schmerzen“. Die Betroffenen erhoffen sich hierdurch eine Schmerzlinderung, eine große Erleichterung und ein Stück Lebensqualität zurück. Speziell zu diesem Thema gilt es sehr gut und auch detailliert aufzuklären. Denn der Drogenkonsum kann, auch wenn er medizinisch bedingt ist, immer Nebenwirkungen bzw. Folgen haben. 

 

Kontakt

Thomas R. Schulz
Leiter SHG
Klosterstraße 1a
77652 Offenburg
Tel. 0781 92 460 50
E-Mail: info@shg-schmerz-offenburg.de 

Patientenzeitschrift Heft 17

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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