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Pass, Grätsche, Bänderriss – Auch Hobbysportler verletzen sich oft während Fußball-WM

Im Sommer macht es besonders viel Spaß, sich im Freien zu bewegen. Gerade Großveranstaltungen wie die Fußball-WM regen Hobbysportler dazu an, selbst aktiv zu werden. Doch genau wie Holger Badstuber, Benedikt Höwedes oder Bastian Schweinsteiger haben auch sie manchmal Pech. Ob Fußgelenksfraktur, Muskelfaserriss oder Zerrung – häufiger als sonst treten während der Fußball-WM Verletzungen auf.

Auch Hobbyfußballer können sich schnell verletzen.

Anfang des Jahres 2016 zieht sich Holger Badstuber (FC Bayern München) während des Abschlusstrainings vor einem Bundesligaspiel beim FC Augsburg eine Sprunggelenksfraktur zu. Ursache ist eine Grätsche ohne Fremdeinwirkung. Er wird ins Krankenhaus gebracht und dort sofort operiert. Mindestens drei Monate soll er danach pausieren – eine Teilnahme an der EM in Frankreich rückt in weite Ferne.

Der Profi verletzt sich nicht zum ersten Mal. Zuvor musste er bereits 2012 wegen eines Kreuzband- und 2014 wegen eines Sehnenrisses fast zwei Jahre lang pausieren. Insgesamt ist die Sprunggelenksfraktur neben den genannten Verletzungen, einem weiteren Kreuzbandriss und einem Muskelfaserriss bereits seine fünfte Verletzung seit 2012. Wenige Stunden nach der Operation am Sprunggelenk gibt sich Badstuber dennoch kämpferisch: „Einmal ein Kämpfer, immer ein Kämpfer. Think positive. Jetzt erst recht!“, schreibt er auf Facebook.

Inzwischen ist jedoch klar: Badstuber wird nicht an der EM 2016 teilnehmen. Mit seinem Verletzungspech ist er nicht allein. Auch die Dortmunder Ilkay Gündogan (ausgerenkte Kniescheibe) und Marco Reus (Entzündung am Ansatz der Adduktoren) fallen für das Turnier aus. Besonders tragisch trifft es außerdem Antonio Rüdiger (AS Rom). Der Innenverteidiger zieht sich nur wenige Tage vor dem Start der EM während eines öffentlichen Trainings beim Zweikampf mit Thomas Müller (FC Bayern München) einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu. Sein Einsatz im ersten EM-Spiel der Nationalmannschaft galt aufgrund des nicht ganz ausgeheilten Muskelfaserrisses von Mats Hummels als sicher. Jetzt wird er die EM nicht nur als Zuschauer erleben, sondern insgesamt rund sechs Monate pausieren müssen.

Häufige Verletzungen an Knie und Sprunggelenk
Neben Zerrungen und Prellungen zählen Meniskus-, Knorpel- oder Kreuzbandverletzungen zu den häufigsten Blessuren am Knie. Im Bereich des Sprunggelenks sind oft die Bänder betroffen. Wird hierbei das Außenband in Mitleidenschaft gezogen, kann die Verletzung in der Regel mit einer Spezialschiene ruhiggestellt werden. Eine Operation ist nur dann notwendig, wenn mehrere Bänder betroffen sind. Ursachen für Verletzungen im Fußball sind häufig Widerstände oder Umknicken, beispielsweise wenn ein Spieler am Rasen oder in einem Loch im Boden hängen bleibt und sich dabei das Fuß- oder Kniegelenk verdreht. Auch Pressschläge, bei denen zwei Spieler aus unterschiedlichen Richtungen gegen den Ball treten, können gefährlich sein.  

Eine typische Fußballer-Verletzung ist der Syndesmosebandriss. Wie langwierig dessen Heilungsprozess sein kann, musste Nationalspieler Marco Reus feststellen, nachdem er im letzten Testspiel vor der WM 2014 in Brasilien aufgrund eines Zweikampfes unglücklich wegknickte. Der Profi zog sich einen Teilriss der vorderen Syndesmose oberhalb des linken Sprunggelenks zu. Er fiel für das gesamte Turnier aus und verpasste so den Titelgewinn. Ein weiterer bekannter Patient ist Michael Ballack, der vor der WM 2010 von Kevin-Prince Boateng am Sprunggelenk getroffen wurde und daraufhin nicht mit nach Südafrika fahren konnte. Das Syndesmoseband liegt zwischen Schien- und Wadenbein, die auseinandergedrückt werden, wenn das Sprunggelenk verdreht wird. Dieser heftigen Belastung kann das Band nicht standhalten und reißt. Wird die Verletzung nicht erkannt, wächst es ausgeleiert wieder zusammen. Dies führt neben einem verlängerten Krankheitsverlauf dazu, dass das Gelenk nicht mehr richtig stabil wird. Auf einen möglichen Syndesmosebandriss ist daher besonders zu achten, um rechtzeitig operieren zu können. Die Diagnose wird mithilfe einer Magnetresonanztomographie(MRT) gestellt.

Minimalinvasive Arthroskopie
Auch Meniskus- und Kreuzbandrisse im Knie sollten operiert werden. Beim Meniskus wird der betroffene Teil nach Möglichkeit entweder vernäht oder entfernt. Ein gerissenes Kreuzband ersetzen die Ärzte mit körpereigenem Gewebe. Dazu werden Sehnen aus der Kniekehle ins Gewebe eingeflochten. Im Idealfall ist dies per minimalinvasiver Arthroskopie möglich. Das bedeutet, dass der operative Eingriff mit kleinsten Schnitten in Haut und Weichteile durchgeführt werden kann, wodurch der Patient meist geringere Schmerzen hat und sich nach der Operation schneller erholen und mobilisieren kann. Idealerweise kann er nach dem Eingriff am Meniskus oder Kreuzband nach etwa zwei Wochen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Nach sechs Wochen ist das betroffene Bein erstmals wieder belastbar.

Um die vollständige Belastungsfähigkeit zurückzuerhalten, ist eine konsequent durchgeführte Reha von etwa sechs Monaten Dauer notwendig – eine lange Zeit für Profisportler. Sie stehen unter Zeitdruck und wollen ihre Karriere möglichst schnell fortsetzen. Bei dem Gedanken an einen zeitnahen Wiedereinstieg verzichten viele Sportler auf ausreichend lange Rehamaßnahmen und nehmen in Kauf, dass die Verletzung nicht vollständig auskuriert wird. Eine schwerwiegende Entscheidung, denn überlastete Muskeln oder abgebrochene Reha-Maßnahmen erhöhen das Rrisiko einer erneuten Verletzung erheblich. Für das Verletzungsrisiko und die Genesungszeit spielt das Alter hingegen keine Rolle.

Richtiges Training schützt Profis und Hobbyfußballer vor Verletzungen
Ausreichendes Training ist vor einer Wettkampf-Situation nicht nur notwendig, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Eine gut austrainierte Muskulatur ist außerdem der beste Schutz gegen Verletzungen. Wer mehr trainiert, wird zudem nicht so schnell müde. So kann die Gefahr unbedachter Bewegungen aufgrund mangelnder Konzentration in den letzten Minuten des Spiels gesenkt werden. Auch wer nur ab und zu Sport treibt, sollte immer auf gutes Schuhwerk und eine geeignete Platzqualität achten – also lieber auf Kunstrasen als auf einem Ascheplatz spielen. Durch Aufwärmtraining können leichtere Verletzungen wie Zerrungen oder Muskelfaserrisse vermieden werden.


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