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Nachgefragt – Interview mit Dr. Christa Maar

Die Felix Burda Stiftung engagiert sich für die Darmkrebsvorsorge und -früherkennung. Im Interview stellt die Vorstandsvorsitzende Dr. Christa Maar die Felix Burda Stiftung vor.

Begehbares Darmmodell beim Tag der offenen Tür am Ortenau Klinikum in Kehl © Ortenau Klinikum

Frau Dr. Maar, warum ist Vorsorge bei Darmkrebs so wichtig?

Dieser Krebs ist der einzige, der sich durch Vorsorge fast hundertprozentig verhindern lässt. Wichtig ist, dass man als Gesunder, das heißt ohne Symptome, an der Vorsorgeuntersuchung teilnimmt. Die Krankenkasse zahlt Darmkrebsvorsorge ab dem Alter von 50 Jahren. Wenn man wartet, bis ein eventuell vorhandener Darmkrebs Beschwerden macht, hat man schlechte Karten für die Heilung, da die Erkrankung dann in aller Regel bereits weit fortgeschritten ist. Wird der Krebs hingegen in einem frühen Stadium erkannt, lässt er sich in der Mehrheit der Fälle heilen.

Wodurch zeichnet sich die Felix Burda Stiftung aus?


Wir sind die einzigen, die mit großen Werbe- und PR-Kampagnen über die Wichtigkeit von Darmkrebsvorsorge aufklären. Zusammen mit unseren Partnern haben wir in den vergangenen Jahren viel erreicht, um die Menschen in Deutschland gesund zu halten: Über sechs Millionen Bundesbürger waren seit ihrer Einführung 2002 bereits bei der Vorsorgekoloskopie. Über 100.000 Todesfälle konnten dadurch verhindert werden.

Wie profitieren Patienten und Angehörige von den Aktivitäten der Stiftung?

Mit dem Thema Prävention adressieren wir hauptsächlich die gesunde Bevölkerung. Mir war es aber von Anfang an ganz wichtig, dass die Stiftung sich auch um die Bedürfnisse von Patienten und Angehörigen kümmert. Daher betreiben wir unter anderem die Website www.darmkrebs.de. Hier finden Betroffene umfassende Informationen zu allen Aspekten dieser Krankheit, inklusive Therapie, Ernährung, Psyche und sozialer Fragen. Wichtig dabei ist, dass diese Daten dem gegenwärtig gültigen, wissenschaftlich belegten Therapiestandard entsprechen und immer aktuell gehalten werden. Hierfür arbeiten wir mit dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungsinstituts zusammen. Zum wichtigen Austausch mit anderen Betroffenen bieten wir auf der Website ein Forum für Patienten und Angehörige an, das sehr intensiv genutzt wird.

Welche Projekte der Stiftung liegen Ihnen aktuell besonders am Herzen?

Besonders am Herzen liegt mir das familiäre Risiko! Momentan ist es so, dass Menschen, die ein familiäres Risiko für Darmkrebs haben und deshalb häufiger und in einem sehr viel früheren Alter als andere Menschen an diesem Krebs erkranken, keinen gesetzlichen Anspruch auf eine frühere Vorsorgeuntersuchung haben. Wenn sie bis zum Alter von 55 Jahren warten, in dem die Krankenkassen Menschen ohne familiäres Risiko eine Vorsorgekoloskopie bezahlen, haben viele von ihnen bereits einen weit fortgeschrittenen Darmkrebs und können nicht mehr geheilt werden. Das ist in meinen Augen skandalös! Daher setzen wir uns dafür ein, dass Menschen mit einem familiären Darmkrebsrisiko einen gesetzlichen Anspruch auf eine vorgezogene Vorsorgedarmspiegelung erhalten und dass die Ärzte bereits bei jungen Patienten eine Familienanamnese erheben. Diese stellt bisher die einzige Möglichkeit dar, um Menschen mit familiär erhöhtem Darmkrebsrisiko frühzeitig zu identifizieren und über risikoangepasste Vorsorge aufzuklären.

Der neue Schnell-Check Darmkrebs der Felix Burda Stiftung sagt Ihnen, ob und wann Sie zur Vorsorge gehen sollten: www.schnellcheck-darmkrebs.de

Kontakt

Felix Burda Stiftung

Arabellastraße 27
81925 München
Tel. 089 9250-2501
E-Mail: kontakt@felix-burda-stiftung.de
www.felix-burda-stiftung.de