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Deutsches CP-Nationalteam bei der EM auf Rang sechs

Mannschaftsarzt Dr. Christian Haefele (Willstätt) hatte mehr mit der Hitze als mit Verletzungen zu tun/ Debüt des Offenburgers Julius Kopf im holländischen Zeis

Die deutsche Nationalteam der Cerebral-Paretiker (CP) mit Mannschaftsarzt Dr. Christian Haefele (hintere Reihe, Zweiter von rechts) vom Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach und dem Debütanten Julius Kopf (vordere Reihe, ganz rechts) aus Offenburg. © Ortenau Klinikum

Mannschaftsarzt Dr. Christian Haefele kühlt während der Halbzeitpause der Begegnung gegen Dänemark eine Fußprellung des Spielers Robin Meyer, während sich Jonas Malkmus (Zweiter von rechts) und der Offenburger Debütant Julius Kopf (Dritter von rechts) erholen. © Ortenau Klinikum

Mit einem respektablen sechsten Platz kehrte kürzlich die Deutsche Nationalmannschaft der Cerebralparetiker (CP), in der der Offenburger Julius Kopf sein Debut gab, von den Europameisterschaften im Fußball Anfang August im niederländischen Zeis zurück. Das Team um Trainer Conny Frank Fritsch (Landshut) beendete die Vorrunde auf dem dritten Platz, besiegte dann in der Qualifizierungsrunde Spanien mit 2:0 und unterlag schließlich im Spiel um Platz fünf dem Halbfinalisten der letzten WM in Argentinien, England, knapp. Damit steigerte sich die Mannschaft im Vergleich zur vorangegangenen EM deutlich und erhielt vor allem unter dem Aspekt, dass das deutsche CP-Nationalteam erst vor gut vier Jahren gegründet wurde, viel Lob von den anderen teilnehmenden Nationen.

Von Beginn an als Mannschaftsarzt dabei ist der Dr. Christian Haefele aus Willstätt, der außer einigen kleinen Blessuren und Muskelverhärtungen keine größeren Verletzungen bei den Spielern zu beklagen hatte. Das größte Problem in den zwei Wochen stellte die Hitze dar, da die Begegnungen mehrfach bereits um die Mittagszeit stattfanden. „Durch eine ausreichende Trinkmenge vor und auch während des Spiels  konnten wir aber möglichen gesundheitlichen Gefahren vorbeugen“, so der Facharzt für Innere Medizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach. Er lobte zudem die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Physiotherapeuten. „Jeden Abend wurden die Spieler bis etwa 23 Uhr professionell betreut, um die Muskeln zu lockern und die kleinen Verletzungen zu behandeln. Dazu wurde sogar ein Ultraschallgerät eingesetzt“, so Dr. Haefele.

Einen bemerkenswerten Einstand im Nationalteam gab der Offenburger Julius Kopf, „Natürlich bin ich bei meinen ersten Einsätzen sehr aufgeregt gewesen. Aber die tolle Atmosphäre und der sehr gute Teamgeist haben mir das Debüt erheblich erleichtert“, so Kopf, der seit seiner Geburt wegen Komplikationen bei der Entbindung gesundheitlich eingeschränkt ist. „Aufgrund meines Alters hat mir natürlich noch die Erfahrung gefehlt, aber ich habe in den zwei Wochen viel dazu gelernt“, so der gerade einmal 17-jährige Ortenauer, der einen festen Platz im Nationalmannschaftskader besitzt und dem der Bundestrainer aufgrund seiner Jugend und seines Talentes eine gute Zukunftsperspektive bescheinigt.

Mit dem Willstätter Torhüter Michael Braun, der in den Niederlanden nicht eingesetzt wurde, zählt ein weiterer Ortenauer zum erweiterten Nationalmannschaftskader.

Cerebralparese bezeichnet Bewegungsstörungen aufgrund einer meist frühkindlichen Hirnschädigung oder als Folge eines Unfalls (Schädelhirntrauma) mit Auswirkung auf die Motorik. Die Behinderung betrifft nur Teile oder den ganzen Körper. Daher werden die Spieler für den offiziellen Spielbetrieb nach Art und Ausprägung der Behinderung „klassifiziert“. Bei einem offiziellen Spiel muss jeweils eine festgelegte Anzahl an Spielern aus den drei Klassifikations-Kategorien (F1, F2 und F3) eingesetzt werden.

Patientenzeitschrift Heft 14

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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