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„Ziel ist die Qualitätsoptimierung und somit die langfristige Qualitätssicherung der Adipositaschirurgie“

Fragen an Prof. Dr. Christine Stroh, Projektleiterin der Qualitätssicherungsstudie des An-Instituts für Qualitätssicherung in der operativen Medizin gGmbH an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg

Prof. Dr. Christine Stroh

Sie führen regelmäßig Qualitätssicherungsmaßnahmen an Kliniken durch, unter anderem nahm die Chirurgische Klinik des Ortenau Klinikums Offenburg-Gengenbach im Jahr 2014 erfolgreich an Ihrer  Studie „Operative Therapie der Adipositas“ teil. Warum sind diese Maßnahmen in der modernen Medizin wichtig?

In den letzten 20 Jahren stieg die Zahl übergewichtiger Menschen massiv an. Die Adipositaschirurgie entwickelte sich zu einem hochspezialisierten Gebiet, das die Zusammenarbeit diverser Fachgebiete erforderlich macht. Der daraus resultierende Forschungsbedarf konnte bisher nur ansatzweise gedeckt werden. Nur 15 bis 40 Prozent aller medizinischen Entscheidungen beruhen  heute auf den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2003 die Idee der „Qualitätssicherung in der operativen Therapie der Adipositas“ geboren. Mit dem Ziel, die aktuelle Versorgungssituation in Deutschland zu erfassen und zu analysieren. Zu diesem Zweck wurde eine  Online-Qualitätssicherungsdatenbank erstellt, mittels derer alle operativen adipositaschirurgischen Eingriffe erfasst werden können. Damit war es möglich, sowohl die Qualität als auch die Wirkkraft der Adipositaschirurgie in Deutschland zu untersuchen. Die Teilnahme an der Qualitätssicherungsstudie ist freiwillig und notwendige Voraussetzung für die Zertifizierung. Derzeit nehmen 126 Kliniken aktiv teil. Davon sind 39 Kliniken nach den Kriterien der DGAV (Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie) zertifiziert. Im Register sind über 66.000 Patienten erfasst.

Wie profitieren Patienten von Ihrer Arbeit?

Ein wichtiges Ziel ist die Qualitätsoptimierung und somit die langfristige  Qualitätssicherung der Adipositaschirurgie. Hierfür werden verschiedene Parameter erfasst und analysiert, wie beispielsweise die Qualität der medizinischen Versorgung, der Nachsorge und die Langzeitergebnisse. Diese Daten bilden die Basis zum Vergleich der Kliniken. Im Rahmen einer jährlich stattfindenden Diskussionsveranstaltung, erhalten die Kliniken eine Auswertung der eigenen Daten im Vergleich zur Gesamtstudie. Mit Hilfe dieser Ergebnisse lässt sich die Versorgung der Betroffenen verbessern.

Kontakt

An-Institut für Qualitätssicherung in der operativen Medizin gGmbH an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
Leipziger Straße 44 ZENIT II - Gebäude
39120 Magdeburg
Tel. 0391 6117 282-283
E-Mail: Christine.Stroh@srh.de
www.an-institut.de

Patientenzeitschrift Heft 16

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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