Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Volle Fahrt voraus: Aktiv mit neuem Hüftgelenk

Schmerzen – für Richard Geiler waren sie jahrelang ständige Begleiter. Nicht nur beim Sport litt der begeisterte Rennradfahrer, auch alltägliche Dinge wie das morgendliche Aufstehen oder Treppensteigen wurden zur Qual. Vor etwas mehr als zwanzig Jahren unterzog er sich zwei Hüftgelenksoperationen. Bis heute hat er dies nicht bereut.

Dr. Schweigerts Patient Richard Geiler ist wieder aktiv.

Dr. Bruno Schweigert, Chefarzt an der Klinik für Orthopädie des Ortenau Klinikums in Offenburg-Gengenbach

Bettina Müller ist nach der OP wieder aktiv.

Die Diagnose einer Hüftgelenks-Arthrose war zunächst ein Schock für Richard Geiler. Es folgte eine Zeit voll Unsicherheit und fortschreitender Schmerzen. „Irgendwann war es so schlimm, dass ich mir nicht einmal mehr meine Schuhe zubinden konnte“, erinnert sich Geiler. Ihm war klar: So konnte und durfte es nicht weitergehen, „es musste etwas passieren“. 1996 unterzog er sich der ersten Hüftgelenksoperation bei Chefarzt Dr. Bruno Schweigert an der Klinik für Orthopädie des Ortenau Klinikums in Offenburg-Gengenbach, ein zweiter Eingriff folgte 1997. Beide Operationen verliefen erfolgreich. Richard Geiler erinnert sich: „Am 18. Dezember war der OP-Termin. Fünf Wochen später, am 26. Januar, saß ich bereits wieder auf dem Rennrad.“ Heute ist er 61 und fährt seinen Altersgenossen sogar auf steilen Alpenpässen davon.

Neues Lebensgefühl

Bettina Müller kann Geilers Freude über das neu gewonnene Lebensgefühl gut nachempfinden. Bei ihr machte sich die Hüftarthrose zunächst mit leichten Stichen in der Hüfte bemerkbar. Doch es wurde immer schlimmer. Bei einem Besuch im Freizeitpark wurde ihr klar, dass sie so nicht weiterleben konnte. „Als mein Sohn auf ein Karussell zurannte, lief ich reflexartig hinterher. Plötzlich spürte ich meinen linken Fuß nicht mehr und stürzte zu Boden“, sagt die heute 51-Jährige. Auch sie entschied sich für eine Hüft-OP am Ortenau Klinikum – um wieder Freude am Leben und an Bewegung zu haben. Die Krankheit sollte nicht die Oberhand gewinnen. Seitdem ist die selbstständige Friseurin schmerzfrei. Jeden Tag arbeitet sie in ihrem eigenen Salon und hält sich mit Yoga und Nordic Walking fit.

Volksleiden Arthrose

Weltweit ist Arthrose, der frühzeitige Verschleiß von Knorpeln, die häufigste Gelenkerkrankung. Sie entsteht, wenn die schützende Knorpelschicht in den Gelenken dünner wird, bis die Knochen aufeinander reiben und sich verformen. Dies verursacht Schmerzen, die manchmal nur noch durch den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes gestoppt werden können. „Ursache für übermäßigen Gelenkverschleiß ist meist eine zu hohe Belastung, etwa aufgrund erhöhten Körpergewichts, angeborener oder verletzungsbedingter Fehlstellungen der Gelenke oder von Bewegungsmangel“, erklärt Dr. Bruno Schweigert. Als Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Orthopädischen Kliniken am Ortenau Klinikum in Gengenbach und Oberkirch hat der Experte schon mehr als 5.000 endoprothetische Operationen durchgeführt. Die größte Fachklinik für Orthopädie in der Region verfügt zudem über ein zertifiziertes Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung.

Konservative Maßnahmen ausschöpfen

Auch wenn eine Arthrose nicht rückgängig zu machen ist: Durch das richtige Verhalten können Betroffene in jedem Stadium der Krankheit sehr viel selbst tun, etwa durch Gewichtsabnahme und vor allem Bewegung. „Eine Operation wird dann notwendig, wenn die konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie oder lokale Schmerztherapien ausgeschöpft sind“, erklärt der Chefarzt. Meist ist dies der Zeitpunkt, an dem die Patienten dauerhaft unter Schmerzen und einer erkennbaren Bewegungseinschränkung leiden. Dann kann durch den Einsatz einer Prothese eine echte Steigerung der Lebensqualität erreicht werden. „Auch sportliche Betätigung ist problemlos wieder möglich, egal ob Radfahren, Langlauf, Nordic Walking oder  Schwimmen“, so Dr. Schweigert.

 

 

Was ist ein Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung?


Die EndoCert-lnitiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) zertifiziert die Klinik für Orthopädie am Ortenau Klinikum in Gengenbach seit 2014 als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax). Für Patienten bedeutet das eine verbesserte Nachweisbarkeit der medizinischen Qualität. Das Prüfsiegel der höchsten Stufe zeichnet Kliniken aus, die besonders hohe Qualitätskriterien beim Thema Kunstgelenk erfüllen. Neben erfahrenen Operateuren und Teams werden hohe Fallzahlen und Medizin auf dem neuesten Stand der Wissenschaft ausgezeichnet. Hinzu kommen standardisierte Abläufe nach der Operation und eine auf die Patientenbedürfnisse abgestimmte Ausstattung mit  Personal und Medizintechnik.

Sport mit künstlichem Hüftgelenk


Menschen mit einem künstlichen Gelenk sollten auf sportliche Betätigung nicht verzichten. Trainierte Muskulatur unterstützt die Gelenke und nur so ist die volle Funktionalität gewährleistet. Bei den unterschiedlichen Sportarten gibt es wenige Einschränkungen, jedoch eignen sich einige Sportarten besser als andere: Prinzipiell sollten alle Sportarten mit zu starker Belastung der Hüftgelenke vermieden werden. Dabei handelt es sich vor allem um die klassischen „Kontaktsportarten“ wie etwa Fußball, Handball, Basketball oder jene Sportarten, bei welchen das Hüftgelenk großen Drehkräften ausgesetzt werden kann, wie etwa beim Ski- oder Snowboardfahren. Ideale Sportarten sind hingegen Schwimmen, Langlaufen und Radfahren. Auch Nordic Walking und Yoga sind gute Alternativen, um aktiv zu bleiben.

Ihre Fachklinik vor Ort

Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung Orthopädie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Orthopädische Rheumatologie

Standort Gengenbach
Dr. Bruno Schweigert
Leutkirchstr. 32
77723 Gengenbach
Tel. 07803 89-3001
E-Mail: orthopaedie(at)og.ortenau-klinikum.de

Patientenzeitschrift Heft 13

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


Jetzt durchblättern

Zum Zeitschriften-Archiv