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Volksleiden Refluxkrankheit

Vorsicht bei regelmäßigem Sodbrennen!

Nach einem üppigem Essen – sei es zu Hause oder im Restaurant – kann es leicht zu einem Völlegefühl und Sodbrennen kommen. Doch Vorsicht: Tritt das saure Aufstoßen häufiger auf, kann eine Erkrankung dahinterstecken.

Dr. Michael Rost, stellvertretender ärztlicher Direktor am Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch sowie Chefarzt der Inneren Medizin am Standort Oberkirch.

Druck im Magen, aufsteigender Schmerz, ein Brennen in der Brustbeingegend. „Die Ursachen für Sodbrennen können vielfältig sein, beispielsweise zu reichhaltiges Essen und Trinken, Stress oder eine Schwangerschaft“, erklärt Dr. Michael Rost, stellvertretender ärztlicher Direktor am Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch sowie Chefarzt der Inneren Medizin am Standort Oberkirch. „Bei regelmäßigem Auftreten ohne erkennbaren Grund sollte man dem Ganzen jedoch auf den Grund gehen.“

Entstehung von Sodbrennen


„Kommen Essen oder Getränke im Magen an, sorgt eine Art Schließmuskel am Mageneingang dafür, dass nichts in die Speiseröhre zurückfließt“, so Dr. Rost. Selbst im gesunden Zustand könne es dennoch gelegentlich passieren, dass Essensbestandteile wieder nach oben geraten. „Grund hierfür können schädigende Einflüsse wie zu heißes oder zu scharfes Essen, aber beispielsweise auch Nikotin oder starker Kaffee sein“, zählt der Internist auf. „Auch anatomische Ursachen kommen in Frage, zum Beispiel eine zu kurze Speiseröhre, wegen der ein Teil des Magens im Brustraum liegt. Das macht den Schließmuskel funktionsunfähig.“

Ein Teil des Verschlussmechanismus ist das Zwerchfell. „Legt sich dieses nicht mehr richtig um die Speiseröhre, können Teile des Magens bei erhöhtem Druck im Bauchraum in den Brustraum rutschen – beispielsweise beim Bücken“, weiß der Chefarzt. „Das nennt man Zwerchfellbruch oder Hiatushernie.“ Es kommt dann besonders leicht zum Rückfluss (Reflux). Auch während einer Schwangerschaft kann die Druckerhöhung im Bauchraum dazu führen, dass der Mageninhalt einfacher zurück in die Speiseröhre fließt.

Die Problematik

„Mit dem Speisebrei gelangt auch Magensäure in die Speiseröhre“, legt Dr. Rost dar. „Diese hilft beim  Verdauungsvorgang und tötet schädliche Bakterien im Magen ab. Die Schleimhaut der Speiseröhre ist aber im Gegensatz zur Magenschleimhaut nicht vor dieser ätzenden Magensäure geschützt.“ Komme sie über längere Zeit in Kontakt mit der Säure, könne ein unangenehmes Brennen und schließlich eine Entzündung auftreten. Die Symptomatik wird Rückflusskrankheit oder gastroösophageale Refluxkrankheit genannt und tritt, wie viele andere Erkrankungen, mit zunehmendem Alter gehäuft auf. Neben regelmäßigem Sodbrennen und dem Aufstoßen von Magensäure oder Speiseresten können Beschwerden beim Schlucken oder morgendlicher Husten darauf hinweisen.

Der richtige Ansprechpartner

Wer den Verdacht hegt, an einer Refluxkrankheit zu leiden, wendet sich an seinen Hausarzt oder einen Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. „Andere Ursachen für die Beschwerden müssen ausgeschlossen werden“, erklärt Dr. Rost. „Beispielsweise kann eine Durchblutungsstörung des Herzens ähnliche Symptome hervorrufen.“ Gegebenenfalls wird eine Spiegelung von Speiseröhre und Magen (Gastroskopie) veranlasst. So kann festgestellt werden, ob und wie sehr die Speiseröhrenschleimhaut geschädigt ist und ob andere Befunde im Magen ursächlich sind.

Umstellungen im Alltag


Bereits eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten kann die Beschwerden lindern. Bei einer festgestellten Entzündung ist eine medikamentöse Behandlung mit säureblockierenden Medikamenten Standard. „Erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium kann eine Operation notwendig werden“, versichert der Internist. Dies sei aber nur selten der Fall.

„Um Folgeschäden zu vermeiden ist es wichtig, den Verdacht auf eine Refluxkrankheit abzuklären und diese zielgerichtet zu behandeln“, gibt er zu bedenken. „Ein ständiger Entzündungsreiz kann zu Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut führen, die – je nach Ausmaß – öfter kontrolliert werden müssen. Im schlimmsten Fall kann die Schleimhaut in Richtung Krebs entarten, aber je früher man die Veränderungen erkennt, desto eher kann man sie – oft noch ohne Operation – entfernen.“

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