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Darmpolypen restlos und schonend entfernen

Der Schnitt ist gerade mal fünf Millimeter klein. Ein hauchdünnes Röhrchen, das sogenannte Endoskop, wird eingeführt, eine winzige Kamera übermittelt detaillierte Bilder aus dem Körperinneren des Patienten auf einen Bildschirm. Dies ist eine fast alltägliche Szene einer operativen Entfernung von Darmpolypen am Ortenau Klinikum Kehl.

Dr. David Axelos, Oberarzt der Medizinischen Klinik des Ortenau Klinikums Kehl

Szene einer operativen Entfernung von Darmpolypen © Ortenau Klinikum

„Darmpolypen sind gutartige Ausstülpungen der Darmschleimhaut“, erläutert Dr. David Axelos, Oberarzt der Medizinischen Klinik des Ortenau Klinikums Kehl, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie. „Entfernt werden sollten sie trotzdem, da sie entarten und sich zu Darmkrebs entwickeln können. So kann man Darmkrebs am effektivsten verhindern.“ Der Gastroenterologe rät daher zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, um etwaige Darmpolypen frühzeitig zu entdecken und so dem Darmkrebs vorzubeugen.

Vorsorge durch Darmspiegelung

Die Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, ist eine besonders schonende und risikoarme Methode der Vorsorgeuntersuchung. Meist erfolgt sie ambulant, der Patient muss also nicht über Nacht in der Klinik bleiben und kann noch am gleichen Tag wieder entlassen werden. Bei der Koloskopie wird ein etwa fingerdickes und schlauchartiges Endoskop in den Darm eingeführt, das mit einer kleinen Kamera ausgestattet ist.

Werden bei einer Darmspiegelung Darmpolypen gefunden, können Patienten ihrer Entfernung beruhigt entgegensehen: Die Zeiten großer Schnitte und Narben, Schmerzen nach der Operation sowie langwieriger Erholungszeiten gehören der Vergangenheit an. Denn: Einer der wohl größten medizinischen Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte ist die sogenannte Schlüsselloch- oder minimalinvasive Chirurgie. Hierbei verzichtet der Arzt auf große Schnitte und operiert mithilfe einer kleinen Kamera und hauchdünnem Hochpräzisions-Besteck. „Das Besondere ist, dass die Patienten in geringerem Maße an postoperativen Schmerzen leiden und die Operationswunde klein ist. So heilt sie schneller und es bilden sich kaum sichtbare Narben“, erläutert Dr. Axelos. Manche Eingriffe erfolgen inzwischen sogar über natürliche Körperöffnungen – ganz ohne Narben zu hinterlassen.

Schonende Entfernung von Darmpolypen

Zum Einsatz kommen bei der endoskopischen Polypentfernung hochpräzise, dünne und feine Instrumente. Zuerst wird mit einer dünnen Nadel blutungsstillende, gefäßverengende Lösung unter das von der Wucherung betroffene Gewebe gespritzt, welches dadurch wie durch ein Luftkissen angehoben wird. Der Polyp tritt nun deutlich hervor, sodass ihn der Untersucher restlos herausschneiden kann, ohne die Darmwand zu verletzen. „Diese Methode, Darmpolypen zu entfernen, ist besonders schonend und risikoarm“, sagt der Gastroenterologe.

Und auch der Heilungsprozess verläuft im Normalfall schnell: „Der Patient kann bereits nach kurzem Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause. Außerdem ist die Infektionsgefahr gering“, so Dr. Axelos weiter. Am Ortenau Klinikum Kehl erfolgen Operationen auf möglichst schonende Weise – sowohl stationär als auch ambulant, bestätigt der Oberarzt: „Wir setzen modernste, sehr sanfte Operationsverfahren ein: minimalinvasiv, laparoskopisch und endoskopisch.“

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Patientenzeitschrift Heft 16

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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