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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Sport im und am Wasser – Tipps zur Vermeidung von Unfällen

(c) spot-shot - Fotolia.com

Egal ob am heimischen Strand – vom Frühsommer bis zum goldenen Herbst – oder im Winterurlaub in warmen Gefilden: Wasser- und Strandsportarten wie Kiteboarding, Wakeboarding, Windsurfen oder Beachvolleyball sind ganzjährig angesagt. Die Sportmediziner  und  Orthopäden vom Ortenau Klinikum in Gengenbach verraten das richtige Verhalten beim Training im kühlen Nass und geben insbesondere Tipps zur Vermeidung von Unfällen beim Ausüben aktueller Trendsportarten.

1. Wakeboarding
Zu einem echten Trend hat sich in den letzten Jahren das Wakeboarding entwickelt. Das Wakeboard ist der kleine Bruder des Surfbretts, und  Wakeboarding lässt sich am besten als eine Mischung aus Wasserski und Wellenreiten beschreiben. Dabei zieht ein Motorboot oder ein automatischer Seilzug den Wakeboarder übers Wasser, der dabei möglichst sehenswerte Figuren springt. Wakeboarding ist ideal für Sportler, die es rasant mögen. Die Sportmediziner  und  Orthopäden der Sportmedizin Ortenau empfehlen: Wer sich beim Wakeboarding ausprobieren möchte, sollte auf jeden Fall einen Vorbereitungskurs absolvieren. Idealerweise kommen auch Wasserski- oder Surf-Erfahrungen hinzu. Ansonsten drohen Verletzungen wie Prellungen, Muskelzerrungen oder sogar Knochenbrüche. „Gerade Anfänger dieser Sportart laufen Gefahr, sich ernsthafte Verletzungen zuzuziehen. Denn beim Wakeboarding werden Muskelgruppen beansprucht, welche im Alltag eher selten zum Einsatz kommen, was vor allem in den Extremitäten zu Zerrungen und  Verspannungen führt“, so Dr. Christian Hensler, Sportmediziner und Orthopäde vom Ortenau  Klinikum. Auch Frank Haist, Sportwissenschaftler und Inhaber der Laufarena Ortenau, rät: „Sportler sollten generell auf das richtig abgestimmte Trainingsprogramm achten, um ihre Ziele zu erreichen.“ Denn im Falle eines Sturzes kann auf Grund der relativ hohen Geschwindigkeit die Wasseroberfläche hart wie eine asphaltierte Straße sein. Da hilft nur die richtige Fall-Technik, um schlimmeren Verletzungen und damit einer langwierigen Physiotherapie vorzubeugen.

2. Kite Boarding
Nicht minder trendig ist das Kite Boarding, bei dem sich Wasser- mit Flugsport mischt. Kite Boarder lassen sich von einem Lenkdrachen über das Wasser ziehen und vollführen mit dem Board aufsehenerregende und bisweilen auch riskante Sprünge. „Kite Boarding gehört mit Sicherheit zu den Sportarten, die spektakulär anzusehen sind, aber auch spektakuläre Verletzungen hervorrufen können“, so Dr. Christian Hensler. „Dazu zählen neben komplizierten Trümmerbrüchen, welche vor allem im Knie- und Beinbereich auftreten, auch Rippenbrüche und Prellungen sowie bisweilen sogar Schädelfrakturen.“ Vorkenntnisse in Sportarten mit ähnlichen Bewegungsabläufen, wie etwa Windsurfen, sind deshalb fast schon Voraussetzung, so der Sportmediziner. Zumindest ohne einen intensiven Vorbereitungskurs und die richtige Ausrüstung sollte sich niemand aufs Brett stellen: „Die Kiteboarder werden bei ihren Sprüngen teilweise zehn, fünfzehn Meter hoch in die Luft gezogen, da ist volle Körperbeherrschung gefragt.“ Ebenfalls sollte man nicht die erhöhte Sonnenstrahlung auf dem Wasser unterschätzen sowie die Gefahr, bei Wind vorzeitig auszukühlen. Das bedeutet: „Auf ausreichenden Sonnenschutz achten und gegebenenfalls – auch im Hochsommer! – einen Neoprenanzug tragen.“


3. Windsurfen
Das Windsurfen trat vor 30 Jahren seinen Siegeszug an und gehört heute zu den beliebtesten Wassersportarten überhaupt. Mittlerweile gehören die bunten Dreieckssegel auf Deutschlands Seen und am Meer schon zum festen Erscheinungsbild. Für einige Jahre etwas in Vergessenheit geraten, erlebt das klassische Windsurfen mittlerweile eine regelrechte Widergeburt, wie zahlreiche Surfschulen berichten. „Windsurfen ist im Gegensatz zu neueren Trendsportarten wie Wakeboard oder Kite auch für Sportler jenseits der 50 noch problemlos erlernbar“, so Dr. Christian Haefele. „Voraussetzung: ein guter Gleichgewichtssinn und ein regelmäßiges  Fitnesstraining vor Sportbeginn, speziell Dehnübungen der Arm- und Rumpfmuskulatur, um den Körper optimal auf die bevorstehenden Bewegungen einzustellen.“ Und falls es doch einmal zum Sturz ins Wasser kommt, ist das nicht weiter tragisch: „vor allem Brustschwimmen gehört zu den gesündesten Formen der Bewegung.“

4. Beachvolleyball
Wer lieber Sand unter den Füßen hat, für den ist Beachvolleyball der richtige Sport. Spätestens seit die Teamsportart olympische Disziplin wurde, hat sich Beachvolleyball ganz nach oben auf der Beliebtheitsskala der Trendsportarten katapultiert. „Beachvolleyball ist ideal für jüngere und ältere Menschen“, so der Sportarzt Dr. Christian Haefele. „Das Verletzungsrisiko ist äußerst gering, und als Mannschaftssportart steht das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund.“ Ein wichtiger Tipp, den auch die Profis beherzigen, lautet allerdings: „Bei Sonne unbedingt mit einer Kopfbedeckung spielen und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.“ Gerade bei körperlicher Anstrengung besteht ansonsten die Gefahr eines Hitzschlags. Ein solcher macht sich vor allem durch Schwindel, Übelkeit und starke Kopfschmerzen bemerkbar. „Betroffene sollten schnellstmöglich einen schattigen Platz aufsuchen und den Körper beispielsweise durch Eis, kalte Bäder oder Körperwickel  abkühlen.“

 

Dr. Christian Hensler
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,
Chirotherapie, Sportmedizin

Dr. Christian Haefele
Arzt der Fachklinik Innere Medizin, Rennarzt Deutschlandtour und DCO des DBS und Mitglied Anti-Doping Organisation des ICSD

 

 

 

 

Frank Haist
Sportwissenschaftler und Inhaber der Laufarena Ortenau

Kontakt

Sportmedizin Ortenau - Zentrum für Sportorthopädie und Leistungsdiagnostik Gengenbach

 


 

 

Patientenzeitschrift Heft 17

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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