Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Sicher und geborgen am Ortenau Klinikum in den vier geburtshilflichen Einrichtungen mit ihren Kreißsälen

Mitteilung Gesundheitswelt MuG Artikel

Das dritte Trimester der Schwangerschaft reicht von der 28. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt. „In dieser Phase der Schwangerschaft freuen sich die Eltern ganz besonders darauf, ihr kleines Wunder endlich im Arm zu halten. Doch das letzte Drittel scheint häufig sehr lang – auch weil die wenigstens Babys sich an den errechneten Geburtstermin halten“, berichtet Muneer Mansour, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Ärztlicher Leiter des Brustzentrums am Ortenau Klinikum in Lahr. Im letzten Beitrag unserer dreiteiligen Serie rund um „Geburt und Geburtshilfe“ erklärt er, welche Entwicklungsstadien Mutter und Kind in den letzten Wochen vor der Geburt durchlaufen und worauf werdende Eltern besonders achten sollten.

Abbildung Muneer Mansour, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Ärztlicher Leiter des Brustzentrums am Ortenau Klinikum in Lahr

Muneer Mansour, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Ärztlicher Leiter des Brustzentrums am Ortenau Klinikum in Lahr © Ortenau Klinikum

Abbildung Richtig liegen: Für Hochschwangere ist eine Seitenlage empfehlenswert.

Richtig liegen: Für Hochschwangere ist eine Seitenlage empfehlenswert. © georgerudy – Fotolia.com

Typische Schwangerschaftsbeschwerden

„In der letzten Phase der Schwangerschaft geht es für das Ungeborene vor allem um Wachstum und Gewichtszunahme“, weiß der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Spezielle Operative Gynäkologie und Onkologie. „Im Bauchraum der Mutter werden die anderen Organe durch das wachsende Kind eingeengt oder verdrängt, wodurch typische  Schwangerschaftsbeschwerden aufkommen können, wie zum Beispiel Sodbrennen, Verstopfung, vermehrter Harndrang oder Kurzatmigkeit.“ Bei etwa zwei Dritteln aller Schwangeren kommen im letzten Trimester außerdem Wassereinlagerungen in Armen und Beinen hinzu. Möglich sind auch Rückenschmerzen, denn durch das Schwangerschaftshormon Progesteron wird in dieser Phase der Bandapparat gelockert und somit die Wirbelsäule stärker belastet. „Jetzt ist es für die werdende Mutter wichtig, das Lebenstempo ein wenig zu verringern und auf den eigenen Körper zu hören. Pausen und Entspannung sind absolut notwendig“, betont Chefarzt Mansour.

Wichtige Vorsorgeuntersuchungen

„Ab der 32. Schwangerschaftswoche finden die Vorsorgetermine nicht mehr alle vier, sondern alle zwei Wochen statt – wenn der Entbindungstermin überschritten ist, mindestens alle zwei Tage“, erklärt der Gynäkologe. „Außerdem testen wir die werdende Mutter zu diesem Zeitpunkt in der Regel auf Hepatitits B. Ist der Test positiv, muss das Kind direkt nach der Geburt geimpft werden, um eine Übertragung des Virus zu vermeiden.“ Ab der 34. Schwangerschaftswoche erfolgen außerdem Kontrollen mit dem sogenannten „Wehenschreiber“. Er kann die Herzschläge des Ungeborenen parallel zur Wehentätigkeit in einem Kardiotokogramm (CTG) aufzeichnen. Wenn Auffälligkeiten zu erkennen sind, wird dieses bereits früher eingesetzt. Zwischen der 35. und 37. Woche ist außerdem ein Test auf B-Streptokokken sinnvoll. Diese Bakterien kommen in der natürlichen Darmflora vor und machen nur selten krank, für das Baby können sie jedoch gefährlich sein. Daher bekommt die Mutter während der Geburt ein Antibiotikum, das ihr Kind vor einer Infektion schützt.

Die Entwicklung des Ungeborenen


Zu Beginn des letzten Trimesters ist das Kind etwa 30 cm groß und wiegt ungefähr 1.500 Gramm. Bis zur Geburt wird es noch mehr als 1,5 Kilo zunehmen und 15 bis 20 cm wachsen. Der Körper ist bereits voll ausgebildet und die Proportionen sind stimmig. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche lagert das Ungeborene vermehrt Fett ins Unterhautfettgewebe ein. Dies dient der späteren Wärmeregulierung. „Kommt das Baby in der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, ist es kein Frühchen mehr“, erklärt Muneer Mansour. „Es benötigt dann keine Atemhilfe. Doch jeder zusätzliche Tag im schützenden Bauch der Mutter wirkt sich positiv aus.“

Es kommt Bewegung ins Spiel

Besonders nachts macht sich das Ungeborene, das inzwischen die gesamte Gebärmutterhöhle einnimmt, nun für die Mutter bemerkbar. „Zu diesem Zeitpunkt sollten Schwangere möglichst nicht mehr auf dem Rücken liegen, da das Baby dann den Blutrückenfluss zum Herzen abdrückt – Folgen sind Schwindel, Übelkeit und starkes Herzklopfen. Stattdessen ist eine Seitenlage empfehlenswert“, rät der Chefarzt. „Ein Kissen zwischen den Knien kann diese Position bequemer machen.“ Bei den frauenärztlichen Untersuchungen wird nun vermehrt darauf geachtet, ob die Plazenta ihre Aufgabe noch erfüllen kann und ob dem Baby ausreichend Fruchtwasser zur Verfügung steht. „Durch den immer enger werdenden Raum nimmt das Ungeborene die sogenannte Fötusstellung ein, bei der es die Beine anzieht, die Arme verschränkt und den Kopf eindreht. Viele kennen diese Position auch unter dem Namen Embryonalstellung“, sagt Muneer Mansour.

Die optimale Geburtslage


In den letzten vier Wochen der Schwangerschaft senkt sich der Kopf des Kindes in das Becken der Mutter. „Für eine natürliche Geburt ist diese Position, die sogenannte Längslage oder Schädellage, optimal“, so der Mediziner. Ungefähr drei Prozent der Ungeborenen drehen sich jedoch nicht, sondern verharren in der sogenannten Beckenendlage. Ist dies der Fall, kann in der 37. Schwangerschaftswoche der Versuch einer sogenannten „äußeren Wendung“ oder „Drehung“ erfolgen. Gelingt sie nicht, wird bei  Erstgebärenden in der Regel ein Kaiserschnitt durchgeführt. Bei Frauen, die bereits ein Kind zur Welt  gebracht haben, besteht unter Umständen die Möglichkeit, trotz Beckenendlage normal zu gebären. Die Geburtswege sind dann bereits geweitet. Wie das Baby zur Welt kommt, ist jedoch eine individuelle Entscheidung, bei der es auf viele Faktoren ankommt, die mit dem Arzt oder der Hebamme im Vorhinein besprochen werden sollten.

Bereits ein paar Wochen vor der Geburt können Vorwehen auftreten. „Diese sind in der Regel stärker als Übungswehen und werden häufig mit Eröffnungswehen verwechselt. Jedoch sind sie noch unregelmäßig und nur eine Art Training für den Uterus. Hierbei wird der Kopf des Babys weiter in die Gebärmutter gedrückt“, wie Chefarzt Mansour darlegt. „Wenn die tatsächlichen Wehen einsetzen, löst sich der Schleimpfropfen im Gebärmutterhals. Dann erst geht die Geburt los!“

Informationen für werdende Eltern

Werdende Eltern können sich auf den Wochenstationen des Ortenau Klinikums an den Standorten Achern, Oberkirch, Lahr und Offenburg Ebertplatz umschauen und über die Möglichkeit der Geburt sowie des Wochenbettes informieren. Ergänzend bietet das Ortenau Klinikum Kehl im Rahmen seiner sogenannten Elternschule eine gynäkologische Betreuung von Schwangeren und eine Vorbereitung auf die Geburt durch ein erfahrenes Hebammen-Team. Aktuelle Termine aller geburtshilflichen Kliniken inklusive Kreißsaalführungen finden Sie online unter www.ortenau-babywelt.de und in Ihrer Patientenzeitschrift  auf der nächsten Doppelseite.

Ihre Fachklinik vor Ort

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Brustzentrum

Standort Lahr
Muneer Mansour
Klostenstraße 19
77933 Lahr
Tel. 07821 93-2551
E-Mail: gyngebh(at)le.ortenau-klinikum.de

Patientenzeitschrift

Patientenzeitschrift Heft 11

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


Jetzt durchblättern

Zum Zeitschriften-Archiv