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Sicher und geborgen am Ortenau Klinikum in den vier geburtshilflichen Einrichtungen mit ihren Kreißsälen

Mit diesem Beitrag startet die dreiteilige Serie rund um das Thema „Geburt und Geburtshilfe“. Dr. Andreas Brandt, ärztlicher Leiter und Chefarzt der Frauenklinik am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach, erläutert im Rahmen der Reportage, welche Entwicklungsstufen das ungeborene Kind und die werdende Mutter von der Entstehung neuen Lebens bis zur Geburt durchlaufen und welche Vorsorgeuntersuchungen wichtig sind. In Teil 1 erfahren Sie alles über die ersten 12 Wochen der Schwangerschaft.

© Stefan Merkle – Fotolia.com

Ein neues Leben entsteht
In den ersten drei Monaten beginnt sich der Körper der werdenden Mutter an die enormen Herausforderungen der Schwangerschaft anzupassen. Viele Frauen spüren die Veränderungen, die im Körper vonstattengehen, von Beginn an. Oftmals spielen während dieser ersten Phase der Schwangerschaft auch die Hormone verrückt, typische Stimmungsschwankungen sind die Folge. „Während sich der Körper der Mutter in einem stetigen Wandel befindet, entwickelt sich auch der Embryo immer weiter: Bereits in den ersten drei Monaten bilden sich Arme, Hände, Beine, Füße und der Kopf“, erläutert Dr. Brandt. So wächst er bis zur zwölften Woche aufeine Länge von etwa 9 cm und wiegt circa 50 Gramm. Auch seine Organe sind schon weit entwickelt, Gehirn, Augen und Ohren werden innerhalb dieser ersten Phase komplett ausgebildet.

Sicherheit durch gute Vorsorge

Zwischen der 4. und 8. Schwangerschaftswoche steht bereits die erste Vorsorgeuntersuchung an. „Dabei machen wir uns ein umfassendes Bild über den Gesundheitzustand der Mutter. Nur ein gesunder Körper kann genügend Kraft für die Strapazen der Schwangerschaft aufbringen“, erklärt der Mediziner. Im Während dieser ersten Untersuchung werden verschiedene Bluttests veranlasst. Weiterhin wird abgeklärt, ob tatsächlich alle notwendigen Impfungen, wie etwa gegen Röteln, vorliegen. Die werdende Mutter erhält nun ihren Mutterpass, in den alle Ergebnisse dieser und zukünftiger Untersuchungen eingetragen werden.

Vorgeburtliche Diagnostik

„Zusätzlich können Risikoschwangere, vor allem werdende Mütter über 35 Jahren, zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche das so genannte Ersttrimesterscreening bei uns in Anspruch nehmen“ sagt Dr. Brandt. Dieses beinhaltet zwei Tests: einerseits eine Blutuntersuchung und andererseits ein Ultraschallscreening – die so genannte Nackenfaltenmessung. Dr. Brandt erklärt: „Sind bestimmte Hormonmengen im Blut der Mutter außerhalb des Normbereichs, kann das auf mögliche Störungen im Erbgut des Fötus hindeuten. Zeigt das Ultraschallbild zudem eine verdickte Nackenfalte, untersuchen wir zur genaueren Abklärung das Fruchtwasser. Dies gibt Aufschluss darüber, ob das Kind unter Umständen eine Erbgutanomalie wie das Down-Syndrom aufweist.“ Risikoschwangere können auf Wunsch alle nötigen diagnostischen Tests an der Frauenklinik des Ortenau Klinikums Offenburg Ebertplatz vornehmen lassen.

Umfassende Betreuung im Mutter-Kind-Zentrum
Alle geburtshilflichen Einrichtungen des Ortenau Klinikums in Achern, Oberkirch, Lahr sowie Offenburg Ebertplatz verfügen über eine entsprechende Ausstattung, um von den Vorsorgeuntersuchungen bis zur Geburt eine umfassende Betreuung der werdenden Mütter zu gewährleisten. Zudem bietet der Standort Kehl des Ortenau Klinikums ausführliche Beratung rund um die Geburtsvorbereitung und die Nachsorge. Bei sogenannten Risikoschwangerschaften steht zudem das Mutter-Kind-Zentrum am Standort Offenburg Ebertplatz bereit, das durch die direkte Anbindung des Kreißsaals mit der Kinderklinik sowie der Kinder-Intensivstation auch bei Komplikationen höchste Sicherheit für Mutter und Kind während und nach der Geburt garantiert. „Unser Ziel ist eine sanfte Geburtshilfe in freundlicher und entspannter Atmosphäre, in der sich die Eltern gut betreut fühlen“, führt Dr. Brandt aus. Dabei stellt er klar: „Wir raten bei unauffälligen Schwangerschaften und gesunden Kindern zunächst einmal zu einer natürlichen Geburt und greifen nur ein, wenn es notwendig ist.“

Für den Notfall gerüstet: Das Zentrum für Perinatalmedizin
Auch wenn 90 Prozent aller Kinder gesund und ohne Komplikationen zur Welt kommen, ist das Zentrum für Perinatalmedizin stets für den Notfall gerüstet. Falls erforderlich, stehen hier innerhalb kürzester Zeit Anästhesisten, Spezialisten für Neugeborene (Neonatologen) oder auch Kinderkardiologen bereit. Die technische und personelle Ausstattung erfüllt die Anforderungen eines Perinatalzentrums Level I. Das heißt, die Klinik ist für Hochrisikoschwangerschaften und schwerkranke Säuglinge beziehungsweise Frühchen der höchstmöglichen Versorgungsstufe gerüstet. „Auf der Intensivstation, die über 12 Betten mit modernsten Überwachungsgeräten verfügt, werden pro Jahr etwa 300 bis 400 Früh- und Neugeborene behandelt, darunter Babys mit weniger als 750 Gramm Körpergewicht. Die Statistik belegt: Selbst bei den Allerkleinsten unter 1500 Gramm lag die Überlebensrate 2013 bei etwa 95 Prozent“, erläutert Dr. Brandt.

Informationsveranstaltungen für werdende Eltern
Werdende Eltern können sich am Ortenau Klinikum bereits frühzeitig über den genauen Ablauf der Geburt, das Wochenbett sowie die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Geburt informieren. In Achern, Oberkirch, Kehl, Lahr sowie auch in Offenburg-Ebertplatz werden regelmäßig Informationsveranstaltungen angeboten, bei denen neben praktischen Kursen – wie etwa Yoga für Schwangere oder Aqua-Fit-Kurse – auch Kreißsaalführungen auf dem Programm stehen. Aktuelle Termine aller geburtshilflichen Kliniken finden Sie auf den folgenden Seiten sowie online unter www.ortenau-babywelt.de.

Lesen Sie im nächsten Teil wie sich die Schwangerschaft zwischen dem 4. und dem 6. Monat entwickelt. Welche Phasen durchläuft das Ungeborene, welche Veränderungen erfährt der Körper der Frau und welche Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig?


Kontakt


Frauenklinik
Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach
Standort Offenburg Ebertplatz

Dr. Andreas Brandt
Ebertplatz 12
77654 Offenburg
Tel. 0781 472-3501
E-Mail: frauenklinik(at)og.ortenau-klinikum.de

Patientenzeitschrift Heft 14

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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