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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Serie: Fußchirurgie - Spreizfuß und Hallux valgus

Die Sektion Fußchirurgie in Ettenheim bietet eine funktionsorientierte, stadiengerechte, moderne Fußchirurgie. Hierzu gehören die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen und Fehlstellungen, um Folgeschäden und frühzeitigen Verschleiß zu reduzieren oder sogar zu vermeiden.

Die Sektion ist mit ihrer Spezialisierung einzigartig in der Ortenau. Dr. Charlotte Hase und Dr. Mathias Brahm, beides zertifizierte Fußchirurgen, bieten eine Operationsindikationssprechstunde an zu der man sich auf Überweisung eines Orthopäden, Unfallchirurgen, Rehamediziner oder Rheumatologen einen Termin geben lassen kann. Bei dieser Gelegenheit wird der Fuß untersucht und geröntgt. Aufgrund der Ergebnisse wird dann entschieden, ob eine Operation notwendig ist oder erstmal noch konservative, d.h. nicht operative Maßnahmen eingeleitet werden können. Die Operationen finden im Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim Betriebsstelle Ettenheim statt, wo bei Bedarf dann auch eine stationäre Betreuung durchgeführt werden kann.

Schaubild Hallux valgus © Ortenau Klinikum

Dr. Charlotte Hase Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie

Spreizfuß und Hallux valgus

Der Spreizfuß mit Hallux valgus ist eine der häufigsten Deformitäten am Vorfuß. Unter Vorfuß versteht man den vorderen Fußabschnitt, bestehend aus Zehen und den Mittelfußknochen. Meist besteht eine familiäre Disposition und eine Bindegewebsschwäche. Dies kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Andere anatomische oder neuromuskuläre Ursachen sind seltener.

Typisch ist die kontinuierliche Zunahme der Fehlstellung unter Aufspreizung der ersten beiden Mittelfußknochen: die Entwicklung eines Spreizfußes. Dadurch kommt ein übermäßiger Sehnenzug in Richtung Kleinzehen auf die große Zehe zustande. Es entwickelt sich ein Hallux valgus. An der Fußinnenseite erscheint eine Vorwölbung, das erste Mittelfußköpfchen, welche sich als Ballen darstellt. Über dem Ballen bildet sich bei Druck ein Schleimbeutel, der sich akut oder chronisch schmerzhaft entzünden kann. Da der erste Mittelfußknochen nicht mehr den vorgesehen Anteil an Last tragen kann, kommt es zur Überlastung des zweiten und dritten Mittelfußköpfchens und zu einer schmerzhaften Metatarsalgie (Mittelfußschmerz).
Schmerzen und Druckstellen beim Gehen, selbst in weiten Schuhen führen die Patienten zum Arzt.

Konservative Therapie

Wenn der Spreizfuß noch schwach ausgeprägt ist, kann durch korrekte Schuheinlagen
und gezielte Beübung des Fußes die Schmerzen gelindert werden. Die bisher bestehende Fehlstellung des Spreizfußes kann jedoch nicht rückgängig gemacht werden. Bezüglich der Stellung der großen Zehe (Hallux) kann man mit viel Fleiß die Verschlimmerung des Problems verlangsamen oder aufhalten.

Operative Therapie

Sollte die Fehlstellung stark ausgeprägt sein, der individuelle Leidensdruck hoch und die konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sein, so empfehlen sich operative Maßnahmen. Wir wenden etablierte Verfahren an, die auch miteinander kombiniert werden können. Welche Operationstechnik angewendet wird, hängt von dem Patienten und der jeweiligen Fehlstellung ab.
In der Regel ist am Ende jeder dieser Operationen der Fuß wieder schmaler, der prominente Ballen am Fußinnenrand korrigiert und die Großzehe deutlich gerader.

Die bei uns am häufigsten durchgeführten Operationstechniken

  • Operationstechnik nach Austin/Chevron (subcapitale Verschiebeosteotomie, „kleine OP“): Der erste Mittelfußknochen wird unterhalb des Gelenkköpfchens durchtrennt. Das ganze Gelenk wird wieder in die korrekte Stellung verschoben und die überstehenden Knochenteile entfernt. Dadurch kann die Wiederherstellung einer ungestörten Gelenkfunktion ermöglicht werden. Gehalten wird die Korrektur durch einen dünnen Draht, der meist nicht entfernt werden muss. In der Knochenheilungszeit (ca. 4–5 Wochen) darf der Fuß in einem speziellen Schuh belastet werden. Bei komplikationslosem Verlauf ist langfristig keine Einschränkung im Aktivitätsniveau zu erwarten.
  • Operationstechnik nach Lapidus (TMT-I Arthrodese, „große OP“): Ist der Spreizfuß und Hallux valgus sehr ausgeprägt, kommt keine Korrektur am Mittelfußköpfchen mehr in Frage. Dies ist der Fall bei einem sehr großen Winkel zwischen den ersten beiden Mittelfußknochen (mehr als 18°–20°; normal ist 8°–10°). Es wird eine Stabilisierung/Verschraubung im Übergang vom Mittelfuß zur Fußwurzel vorgenommen. Mit dieser Operation kann man sehr große Winkel korrigieren. Die Knochenheilungszeit beträgt ca. 8 Wochen, in denen der Fuß NICHT oder nur teilweise belastet werden darf.
  • Operationstechnik nach Akin (Grundgliedbasisosteotomie): Liegt zusätzlich eine Verkrümmung der großen Zehe selbst vor, kann hier durch eine zusätzliche Korrektur die Stellung verbessert werden.

Nachbehandlung

Je nach Operationsmethode braucht der Knochen verschieden lange um zusammenzuheilen. Das sind meist zwischen 4 und 8 Wochen. In dieser Zeit kann man in leichten Fällen in einem Spezialschuh auftreten, in schweren Fällen erst nach dem der Knochen begonnen hat zu heilen.
In der Zeit ist man in seinem Aktivitätsniveau deutlich eingeschränkt. Es wird geraten eine Fußoperation so zu planen, daß Sie in den Wochen danach nichts vorhaben bei dem man viel Gehen oder stehen muß. Wenn man keine Zeit hat sich auszukurieren gefährdet man das Operationsergebnis und es dauert alles länger als gewünscht.

In allen Fällen ist mit einer Schwellung nach der Operation zu rechnen, die manchmal auch noch anhält wenn der Knochen schon zusammengeheilt ist. Diese Schwellneigung merkt man dann vor allem gegen Abend, so dass empfohlen wird Kompressionsstrümpfe zu tragen bis auch diese Phase vorbei ist.

Mit der Beübung des Fußes und der Zehen kann mit eigenen Übungen schon früh angefangen werden. Wenn die Wunden verheilt sind und der Knochen schon etwas abgebunden hat, ist eine professionelle Physiotherapie sinnvoll und nützlich. Die eigenen Übungen gehen dann natürlich trotzdem weiter.
Für alle notwendigen Vorbereitungen vor und nach einer Operation gibt es in der Sprechstunde und nach der Operation natürlich entsprechendes Informationsmaterial und auch die Möglichkeit uns per E-Mail Fragen zu stellen, wenn etwas nicht klar ist, aber eine persönliche Vorstellung in der Sprechstunde außerhalb der geplanten Kontrollen nicht notwendig ist.

 

Ihre Fachklinik vor Ort

Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim

Betriebsstelle Ettenheim

Sektion Fußchirurgie

Dr. Charlotte Hase
Tel. 07822 430-210
Fax 07822 430-602
E-Mail: fusschirurgie.let@ortenau-klinikum.de

 

Hinweis:

Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.

Patientenzeitschrift Heft 17

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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