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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Serie: Fußchirurgie – Nervenschmerzen am Fuß – die Morton-Neuralgie

Bei Schmerzen im Mittelfuß kann es sich auch um Probleme handeln, die nichts mit Knochen- oder Gelenksschmerz zu tun haben. Nervenschmerzen sind für die Patienten sehr belastend.

Schaubild Morton Neuralgie © Ortenau Klinikum

Dr. Charlotte Hase, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie

Bei der Morton-Erkrankung handelt sich um ein Nervenkompressions-Syndrom, d.h. um eine Einengung eines Nervs. Am Fuß befinden sich Engstellen zwischen den zweiten und dritten sowie dritten und vierten Mittelfußköpfchen. Die Zehennerven liegen hier zwischen festen Muskelfasern und können z.B. durch Gewebeschwellung oder bei Fehlbelastung eingeklemmt werden. Bei längerer Schädigung kann sich an oder um die Nerven ein narbenartiger Knoten bilden, das sogenannte Morton-Neurom.

Symptome: Brennen, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Hitzegefühl und Schmerzen zunächst bei und nach Belastung, später in Ruhe und nachts. Der Schmerz strahlt bis in die Zehen aber auch bis in den Unterschenkel aus.

Diagnose: Die ärztliche Untersuchung des Fußes wird durch ein Röntgenbild ergänzt. Die Kernspintomographie (MRT) kann ein Morton-Neurom, das größer als 3mm ist, sichtbar machen. Leider treten die Beschwerden aber oft schon vor der Ausbildung eines nachweisbaren Knotens auf.

Behandlung: Zunächst sollten flache, weite Schuhe mit dicker Sohle getragen werden, um die Nerven zu entlasten. Bei Bedarf können orale Schmerzmittel eingesetzt werden. Eine Injektion hilft, Schmerzen und den Entzündungsreiz zu lindern. Dabei wird ein Depot von örtlichem Betäubungsmittel und einem entzündungshemmenden Cortison zwischen die Mittelfußköpfchen gespritzt. Das kann sowohl bei der Diagnosestellung helfen als auch zur Behandlung eingesetzt werden. Zur Behandlung spritzt man in der Regel eine Serie von 3 Injektionen in Abstand von wenigen Wochen.
Einlagen und Physiotherapie ergänzen die konservative Therapie.

Operation: In langwierigen Fällen wird der Nervenknoten vom Fußrücken oder der Fußsohle aus operativ freigelegt und entfernt.
Risiken: bleibende Gefühlsstörungen, Rezidiv (= erneutes Auftreten), lang anhaltende Schwellung

Nachbehandlung:
In den ersten 2 Wochen ist eine sorgfältige Wund- und Schwellungspflege nötig, bis die Wunden trocken und abgeheilt sind. In dieser Zeit kann man in einem Spezialschuh zunächst auf der Ferse mit Unterstützung durch Gehstöcke, dann nach und nach wieder mit vollem Körpergewicht auftreten.
In dieser Zeit ist man in seinem Aktivitätsniveau deutlich eingeschränkt. Wir raten den Patienten, eine Fußoperation so zu planen, dass sie in den Wochen danach nichts vorhaben, bei dem man viel gehen oder stehen muss. Wenn man sich keine Zeit zum Auskurieren nimmt, gefährdet man das Operationsergebnis und alles dauert länger als gewünscht. In allen Fällen ist mit einer Schwellung nach der Operation zu rechnen, die sich über mehrere Wochen hält.
Für alle notwendigen Vorbereitungen vor und nach einer Operation gibt es in der Sprechstunde sowie nach der Operation natürlich entsprechendes Informationsmaterial und auch die Möglichkeit, uns bei Unklarheiten per E-Mail Fragen zu stellen.


Ihre Fachklinik vor Ort

Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim
Betriebsstelle Ettenheim

Sektion Fußchirurgie

Dr. Charlotte Hase
Tel. 07822 430-210
Fax 07822 430-602
E-Mail: fusschirurgie.let@ortenau-klinikum.de  


Hinweis:

Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.