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Schmerzloser Notfall – der Nabelbruch

Er ziert die Körpermitte eines jeden Menschen: der Bauchnabel. Nach der Geburt, im alltäglichen Leben kommt ihm scheinbar keine wesentliche Rolle zu. Jedoch kann er Ziel verschiedener Erkrankungen werden. Die wohl bekannteste krankhafte Veränderung ist der Nabelbruch. Dr. Andreas Riemer, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch, erklärt, woran man einen solchen erkennt und wie er behandelt werden kann.

Dr. Andreas Riemer, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch

Schaubild Nabelbruch

Während einer Schwangerschaft wird das Kind im Mutterleib über die Gefäße innerhalb der  Nabelschnur versorgt. Kommt das Baby zur Welt, wird diese abgeklemmt und die sogenannte Geburtsnarbe bleibt zurück. „Der Bauchnabel ist eine Schwachstelle in der Bauchwand“, erklärt Dr. Riemer. „Erhöht sich der Druck im Bauchinnenraum durch Übergewicht, Schwangerschaft, Husten, oder schweres Heben, kann dies in Kombination mit einem schwachen Bindegewebe zu einem sogenannten erworbenen Nabelbruch führen.“ Ein sichtbares Zeichen hierfür sei eine kleine Beule in Höhe des Bauchnabels.

Probleme unterhalb der Bauchdecke

Ein Nabelbruch kommt vor allem bei Säuglingen vor. Es handelt sich dabei um eine Ausstülpung von Gewebe durch die Schwachstelle in der Bauchwand, die auch Bruchsack genannt wird. Diese kann unter Umständen Eingeweide enthalten. „Man bezeichnet das dann als Bruchsackinhalt“, so Dr. Riemer. Der Nabelbruch verursacht in der Regel keine Schmerzen. Sollte dies doch der Fall sein oder verfärbt sich die Nabelhaut bläulich, sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. „Das Darmgewebe kann eingeklemmt und dadurch in seiner Durchblutung beeinträchtigt werden“, schildert der Mediziner den Notfall. Im schlimmsten Fall droht ein Absterben des Darms. „Ein eingeklemmter Nabelbruch muss daher sofort operiert werden“, betont er.

Lücke operativ schließen

Je nach Größe des Nabelbruchs kommen unterschiedliche  Operationsmethoden zum Einsatz: Bei einem kleinen, unkomplizierten Bruch setzt der Chirurg einen halbkreis-förmigen Schnitt um den Nabel. Der Bruchsack wird dann vom Hautnabel abgelöst, zurückgeschoben und anschließend abgetragen. Mit speziellen Nahttechniken vernäht der Mediziner den entstandenen Hautschnitt, sodass lediglich eine kaum sichtbare Hautnarbe bleibt.

Bei größeren, sehr großen und wiederholt auftretenden Nabelbrüchen muss die Bauchdecke und damit der Bauchwanddefekt durch aufwändigere Operationen mittels moderner Kunststoffnetze rekonstruiert werden. Dabei kommen offene und laparoskopische (Schlüsselloch-) Techniken zum Einsatz. „Die Operation eines Nabelbruchs erfolgt heutzutage meist nach der Schlüssellochmethode“, erklärt Dr. Riemer. „Das bedeutet, wir nehmen nur kleine Schnitte vor, machen mit einer in die Bauchhöhle eingebrachten Kamera die darin befindlichen Organe sichtbar und verschließen die Lücke am Nabel.“ Jedoch müsse nicht jeder Nabelbruch operiert werden: „Sofern dieser sehr klein ist und keine Beschwerden bestehen, genügt eine regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt.“

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Patientenzeitschrift Heft 15

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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