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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

„Rehabilitation in familiärer Atmosphäre"

Das Ambulante Rehabilitationszentrum Offenburg Ebertplatz feiert sein 20-jähriges Bestehen

Physiotherapeut Clemens Siebert betreut nicht nur Verletzungen, sondern den Mensch als Ganzes.

Seit 20 Jahren kümmert sich das Team um Dr. Stephan Naujoks, Facharzt für Orthopädie, Dr. Titus Schulz, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, und Clemens Siebert, Physiotherapeut und Leiter des Ambulanten Rehabilitationszentrum an der Betriebsstelle Offenburg Ebertplatz, um Patienten mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Clemens Siebert und sein Stellvertreter, Michael Tüncher, ebenfalls Physiotherapeut, erläutern im nachfolgenden Gespräch, wie sie ihre Patienten wieder alltagsfit machen.

Was ist eigentlich eine Ambulante Rehabilitation?
Clemens Siebert: In unserer Abteilung, der Ambulanten Reha in Offenburg, geht es vor allem um die effiziente Regeneration und Rehabilitation nach Unfällen, Sportverletzungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Die Ambulante Reha unterstützt und fördert den Heilungsprozess, so dass der Betroffene bald wieder zurück in seinen gewohnten Alltag kann. Unsere Patienten bleiben während der Ambulanten Rehabilitation in ihrem gewohnten sozialen Umfeld, sie kommen nur zur Therapie in das Ambulante Rehazentrum.

Was sind die häufigsten Beschwerden, mit denen Patienten zu Ihnen kommen?
Michael Tüncher: Zu uns kommen Menschen, die Probleme mit ihrem Stütz- und Bewegungsapparat haben, das heißt Erkrankungen der Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder und Muskeln. Zum Beispiel Patienten mit künstlichen Knie-, Hüft- und Schultergelenken, sowie alle Arten von Unfall- und Sportverletzungen. Patienten mit degenerativen (verschleißbedingt ) oder operativ versorgten Wirbelsäulenerkrankungen, aber auch Beschwerden unklarer Genese.

Wie lange dauert eine Ambulante Rehabilitation?
Michael Tüncher: Im Durchschnitt sind es 15 Tage, nach ärztlicher Untersuchung kann bei Bedarf die ambulante Rehabilitation um bis zu 5 Therapieeinheiten, beziehungsweise Tage, verlängert werden, maximal aber 20 Einheiten. Bei den Berufsgenossenschaften wird die Anzahl der Reha-Einheiten individuell gestaltet in Absprache mit dem behandelnden D-Arzt und den Berufsgenossenschaften.

Was können Sie für Betroffene tun?
Clemens Siebert: Wir arbeiten eng mit den Abteilungen für Unfallchirurgie und Orthopädie im Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach zusammen und sind zudem mit niedergelassenen Ärzten aus dem ganzen Ortenaukreis vernetzt, um den Patienten rasch wieder fit für dessen gewohnten Alltag zu machen. Hierfür bieten wir am Rehabilitationszentrum den Betroffenen eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten. Unsere Therapiekonzepte sind individuell und ganzheitlich. Wir betreuen nicht nur eine Verletzung, sondern den Menschen als Ganzes. Welche Therapie für den Patienten geeignet ist, entscheidet der Reha-Arzt während der Eingangsuntersuchung in Absprache mit dem Therapeutenteam. Wir bieten Krankengymnastik, Ergotherapie, medizinische Trainingstherapie mit speziellen Geräten zur Stärkung der Muskeln und zur Verbessrung der Koordination, Extensionstherapie für Wirbelsäulenpatienten, Wassergymnastik sowie Wärme-, Kälte- und Elektrotherapie.

Michael Tüncher: Außerdem bekommen unsere Patienten nach Bedarf eine individuelle Ernährungsberatung, denn auch die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Genesung. Die Psyche ist zudem ein maßgeblicher Faktor, der viel zur Heilung beiträgt. Darum gibt es bei uns im Hause auch psychologische Einzelbetreuung und Entspannungstherapie. Das hilft insbesondere Menschen mit seelischem Trauma oder Depressionen nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung. Patienten mit Unfallverletzungen, großen Narben, und bleibenden Schäden des Bewegungsapparates bieten wir spezielle ergotherapeutische Behandlung zur Wiedererlangung der Alltagsfunktionen („activity of daily life“, kurz ADL). Dabei geht es darum, bei Schäden und Behinderungen Lösungen zu finden, wie die Alltagstätigkeiten trotzdem ausgeübt werden können. Der Patient übt, seine täglichen Handgriffe – beispielsweise nach einer Schwerstverletzung der Hand – selbstständig und lernt diese gegebenenfalls mit speziell angepassten Hilfsmitteln auszuführen. Die Patienten können ihre Therapie dabei alleine oder in der Gruppe absolvieren. Im Rahmen der ambulanten Reha finden außerdem spezifische Fachvorträge (von Arzt, Psychologe, Ernährungsberatung und Physiotherapeut) statt, um die Patienten über das eigene – oder auch gängige Krankheitsbilder des Stütz- und Bewegungsapparates zu informieren.

Was kann der Patient sonst noch Gutes für sich tun?

Michael Tüncher: Sich ausruhen! Eine Therapieeinheit dauert bei uns bis zu sechs Stunden, damit ist der Patient bereits voll ausgelastet. Somit ist es wichtig, dass sich der Patient während der Reha genügend Zeit für seine Regeneration nimmt. Aber wenn er mag, kann er leichte Bewegung ausüben, zum Beispiel Spazieren gehen. Manche bekommen von uns „Hausaufgaben“ auf, wie die verletzte oder erkrankte Stelle kühlen oder wärmen. Und eine gesunde Ernährung hilft immer und unterstützt die Genesung.

Aber der Körper kann doch eigentlich von selbst heilen: Weshalb ist das Rehabilitationszentrum trotzdem so wichtig?
Clemens Siebert: Natürlich kann sich der Körper selbst heilen. Jedoch resultieren aus Verletzungen oder Erkrankungen Folgeschäden wie zum Beispiel Funktionseinschränkungen, Kraftminderung oder Schmerzen. Diese werden im Rahmen der ambulanten Rehabilitation mit dem oben erwähnten Therapieangebot behandelt, um die maximal mögliche und schnelle Wiederherstellung des Patienten zu erreichen.

Was schätzen die Patienten besonders am Ambulanten Rehabilitationszentrum?

Michael Tüncher: Wir sind eine kleine übersichtliche Reha-Einheit. Deshalb geht es bei uns sehr familiär zu. So können Patient und Therapeut ein gutes Vertrauensverhältnis zueinander aufbauen. Man kann sagen, hier kennt praktisch jeder jeden. Das schätzen unsere Patienten besonders, denn sie fühlen sich dadurch bei uns in „guten Händen“.

An wen muss sich ein Patient wenden, der gerne am Ambulanten Rehazentrum Offenburg Ebertplatz betreut werden möchte?

Clemens Siebert: Wer eine entsprechende Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparates hat, sollte sich an seinen Hausarzt oder Facharzt wenden: Meistens ist das ein Orthopäde oder ein Unfallchirurg, in bestimmten Fällen auch ein Neurologe. Er verordnet dem Patienten eine entsprechende Reha-Maßnahme. Diese muss dann vom Kostenträger, genehmigt werden. Zusätzlich zur ambulanten Rehabilitation bieten wir auch das gesamte Spektrum der Heilmittelverordnung an. Das heißt, jeder Patient mit einem Rezept kann von uns therapiert werden.

Das Ambulante Rehazentrum

Das Ambulante Rehazentrum des Ortenau Klinikums, Betriebsstelle Offenburg Ebertplatz, bietet den Menschen der Region eine wohnortnahe, teilhabeorientierte und umfassende medizinische Komplexbehandlung nach Unfall- oder Sportverletzung sowie Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates und ist von nahezu allen Kostenträgern zugelassen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität steht zudem ein Fahrdienst zur Verfügung. Die Kosten hierfür werden von der Einrichtung übernommen. Die Behandlungsqualität am Ambulanten Rehabilitationszentrum Offenburg Ebertplatz ist von der Zertifizierungsstelle ZeQ+ (http://www.zeq.de/) geprüft und mit dem Zertifikat „Reha Q+“ ausgezeichnet.

Kontakt

Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach

Ambulantes Rehabilitationszentrum
Betriebsstelle Offenburg Ebertplatz
Ärztliche Leitung
Dr. Stephan Naujoks
Dr. Titus Schultz
Ebertplatz 12
77654 Offenburg
Tel. 0781 472-8050
Fax 0781 472-8052
E-Mail: ambulantereha.lah@ortenau-klinikum.de

Bitte beachten Sie:

Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.