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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Ortenau Klinikum stärkt Kompetenz bei Behandlung von Infektionserkrankungen

Klinik richtet Infektiologieboard ein / Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Freiburg

Dr. Johannes Borde

Eine Grippeinfektion hat fast jeder schon mal durchgemacht. Für die meisten gesunden Menschen ist sie nach wenigen Tagen überstanden. Andere Infektionserkrankungen, die von Viren oder Bakterien ausgelöst werden, können jedoch viel schwerwiegender und für viele Menschen lebensbedrohlich sein.

Um Patienten mit solchen komplexen Infektionserkrankungen noch besser behandeln zu können, hat das Ortenau Klinikum jetzt ein sogenanntes Infektiologieboard eingerichtet. Dabei handelt es sich um regelmäßige Konferenzen, bei denen Ärzte aus allen Betriebsstellen des Ortenau Klinikums Infektionserkrankungen von Patienten vorstellen können und mit den Kollegen erörtern. Im Rahmen einer engen Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Freiburg nehmen auch Ärzte der dortigen Klinik für Infektiologie beratend an den Fallbesprechungen teil. Da Mediziner der verschiedensten Fachrichtungen bei den Konferenzen zusammenkommen, können so interdisziplinär abgestimmte Behandlungskonzepte für die Patienten entwickelt werden.

Mit dem Instrument regelmäßiger, interdisziplinärer Fallbesprechungen hat das Ortenau Klinikum bereits in der Onkologie gute Erfahrungen gemacht. Analog zum Infektionsboard besteht seit vielen Jahren ein Tumorboard, in dem Ärzte des Ortenau Klinikums Fälle von Krebspatienten besprechen und gemeinsam Behandlungskonzepte festlegen.

Geleitet wir das Infektionsboard von Dr. Johannes Borde, Facharzt für Innere Medizin und Leiter der Abteilung klinische Infektiologie am Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch. „Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Kooperation mit der Universitätsklinik Freiburg können wir unsere Kompetenz bei komplexen Infektionserkrankungen ausbauen und für die Patienten nutzbar machen“, so Dr. Borde. Typische Fragestellungen für die Konferenzen sind für ihn beispielsweise Tuberkuloseerkrankungen, Erkrankungen von Reiserückkehrern wie etwa Malaria oder Dengue-Fieber, Erkrankungen bei Migranten, sowie schwerwiegende bakterielle Infektionen der Blutstrombahn oder Infektionen, die mit Fremdkörpern (Implantaten) in Verbindung gebracht werden. Darüber hinaus werden Infektionen von Patienten mit geschwächtem Immunsystem, beispielsweise durch eine Chemotherapie bei Krebserkrankungen, konsiliarisch besprochen.

Im Ortenau Klinikum ist neben dem jetzt eingerichteten Infektionsboard schon seit mehreren Jahren ein sogenanntes „Antibiotika Stewartship“ etabliert, in dem speziell ausgebildete Ärzte und Apotheker ihre Kollegen in der gezielten Anwendung von Antibiotika bei der Therapie von Infektionskrankheiten beraten. Hierdurch wird die Ausbildung von resistenten Erregern reduziert, da durch eine rationale Therapie Infektionskrankheiten gezielter behandelt werden.