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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Krampfadern – ein häufiges Leiden, aber auch gefährlich?

Jeder vierte Mann und sogar jede zweite Frau sind von Krampfadern betroffen. Häufig handelt es sich dabei nur um einen kosmetischen Makel, doch in manchen Fällen können die hervortretenden Adern zu einem medizinischen Problem werden. Wie diese entstehen und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Krampfadern sind leicht zu erkennen und bringen häufig keine oder nur leichte Beschwerden mit sich. Besonders Frauen müssen sich oft mit den ungeliebten blauen Verästelungen unter der Haut auseinandersetzen. Die betroffenen Venen gehören zum Gefäßsystem des Menschen – einem Netz von Adern, das Blut transportiert. Dabei bringen Arterien das nährstoffreiche Blut vom Herz zu den Organen. Die Venen sind dafür verantwortlich, dass es wieder zurückfließt. Auch in den Beinen befördern sie, der Schwerkraft zum Trotz, mit Hilfe der Muskeln das Blut wieder in Richtung Herz. Als eine Art Absicherung verfügen die Venen über Klappen, die den Blutfluss nur in die gewollte Richtung möglich machen. Funktionieren diese nicht richtig, wird der Rücktransport in Richtung Herz erschwert. Dies kann mit der Zeit dazu führen, dass die Venen sich erweitern und von außen sichtbar werden. Mediziner sprechen dann von Varizen oder Varikosen.

Neben den eigentlichen Krampfadern können auch die nachfolgenden Symptome auftreten:

  • ein Gefühl von schweren/müden Beinen, besonders am Abend/im Sommer
  • Krämpfe in Waden oder Füßen während der Nacht
  • geschwollene Knöchel und Füße
  • ein Spannungsgefühl in den Beinen, ggf. ebenso ein Wärmegefühl/Jucken
  • stechender Schmerz

Ursächlich können neben einer erblich bedingten Erkrankung (primären Variskosis) auch vorhergehende Leiden sein (sekundäre Variskosis). Beispielsweise kann eine Herzschwäche dafür sorgen, dass sich das Blut in den Venen staut. Auch eine Thrombose als Ursache ist denkbar. Als zusätzliche Risikofaktoren gelten Bewegungsmangel, Übergewicht, langes Stehen/Sitzen, Rauchen, Alkoholkonsum und Schwangerschaften.

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Neben ihrem Image als Schönheitsmakel können bestimmte Krampfader-Typen tatsächlich zu medizinischen Problemen führen. Durch den Druck im Gewebe wird der Rückstau des Blutes verstärkt und es kann zu Folgeschäden kommen. Vor allem in der Knöchelregion schwillt der Unterschenkel an und die Haut scheint rötlich bis braun. Im schlimmsten Fall kann es zu einem sogenannten offenen Bein kommen – einer tiefen, meist nicht gut heilenden Wunde am Unterschenkel. Selten kommt es dazu, dass eine Krampfader platzt. Neben einem hohen Blutverlust können sich hierbei Gerinnsel bilden, die zu einer Venenentzündung führen. Der betroffene Bereich wird rot, fühlt sich warm an und verhärtet sich im Verlauf der Ader. Sollte ein Verdacht auf eine geplatzte Krampfader bestehen, ist schnellstmöglich ein Spezialist aufzusuchen.
Krampfaderleiden werden in unterschiedliche Typen eingeteilt. Die Anfangsstadien sind harmlos. Sollten Sie jedoch neben dem eigentlichen kosmetischen Problem weitere Beschwerden feststellen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine erste Diagnose wird dann im Liegen und Stehen durchgeführt. Neben der bloßen körperlichen Untersuchung, bei der häufig bereits die Art der Krampfader und die Wahrscheinlichkeit von Folgeschäden festgestellt werden kann, kommt oft auch der Ultraschall zum Einsatz. Hierdurch kann schmerzfrei die Funktion der Venenklappen überprüft werden. Therapien sind insbesondere dann notwendig, wenn Hautveränderungen bestehen oder Blutungen eingetreten sind. Ziel ist es, den Blutstau im Bein zu verhindern. Welche Art der Behandlung die richtige ist, legt der Betroffene gemeinsam mit den behandelnden Spezialisten fest.

Typen von Krampfadern

  • Besenreiser/retikuläre Varizen: Die feinsten Adern werden Besenreiser genannt. Sie liegen in der obersten Hautschicht und stellen zunächst lediglich einen kosmetischen Makel dar. Üblicherweise sind keine zusätzlichen Symptome zu beobachten.
  • Netzvariskosis (Retikuläre Variskose): Erweiterte, kleine Venen, knapp unter der Haut. Sie haben kaum Einfluss auf den Blutabfluss und spielen, ähnlich den Besenreisern, meist lediglich eine kosmetische Rolle. In wenigen Fällen gehen sie mit leichten Symptomen, wie zum Beispiel Juckreiz, einher.
  • Stamm- und Seitenastvariskosis: Klassische Krampfadern der oberflächlichen
    Beinvenen. Als Stammvenen werden die Vena saphena magna (Innenknöchel bis Leiste) und die Vena saphena parva (Außenknöchel bis oberhalb der Kniekehle) bezeichnet. Die Stamm- und Seitenvariskosis betrifft die Innenseite des Beines sowie die Rückseite der Wade. Die Erkrankung ist ein Hinweis auf ein fortgeschrittenes Venenleiden und sollte dringend behandelt werden.