Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

„Ich würde mir eine AMIS-Hüfte implantieren lassen“ – Mit neuem Hüftgelenk schnell wieder mobil

Ein Ziehen in der Leiste, plötzlich einschießende Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte lassen Tom Habicht* das Ortenau Klinikum in Wolfach aufsuchen. Die Diagnose: beidseitige Hüftkopfnekrose, eine schwere Knochenerkrankung des Hüftgelenks. Der 40-jährige Vater von zwei Töchtern benötigt beidseits Hüftgelenksendoprothesen und macht sich große Sorgen um seine Mobilität – dank einer neuen Technik ist es dem Team der Chirurgie jedoch möglich, ihm schnell wieder auf die Beine zu helfen. In zwei Operationen innerhalb von sechs Monaten kann der Patient versorgt werden.

Schon kurz nach der Operation kann Tom wieder mit seinen Töchtern spielen.

Chefarzt Dr. Volker Ansorge

Chefarzt Dr. Oliver Datz

Oberärztin Dr. Miriam Djobo

Das Einsetzen einer Hüftprothese ist mittlerweile zu einer „Routineoperation“ geworden. Jährlich finden deutschlandweit ungefähr 200.000 Eingriffe statt. Mit Oberärztin Dr. Miriam Djobo, die seit April 2017 das Fachärzteteam der von den beiden Chefärzten Dr. Volker Ansorge und Dr. Oliver Datz geleiteten Chirurgie ergänzt, hält ein besonderes, minimalinvasives Verfahren Einzug in das Ortenau Klinikum Wolfach. Von der muskel- und gewebeschonenden Operationstechnik konnte auch Tom Habicht profitieren, dessen Erkrankung bereits zu einem Einbruch des Hüftkopfes und einer Hüftarthrose geführt hatte.

Schäden werden dank besonderem Zugang minimiert

Das Hüftgelenk ist ringsum von Muskeln umschlossen. „Wird die sogenannte AMISMethode angewandt, implantieren wir die Prothese über einen speziellen Zugang, nämlich von vorne, durch eine natürliche Muskellücke“, erklärt Dr. Djobo, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie. AMIS bedeutet Anteriore Minimal Invasive Surgery (dt.: anteriore minimalinvasive Chirurgie). Der hierbei genutzte Weg sei anatomisch einer der wenigen, der zwischen Muskeln und Nerven verlaufe. „Das bedeutet, dass, anders als bei bisherigen Zugängen, kein Muskel durchgeschnitten und abgelöst wird“, so die Medizinerin.

Ein weiterer Vorteil: Da der Eingriff minimalinvasiv vorgenommen wird und somit nur kleinste Verletzungen der Haut und Weichteile mit sich bringt, kommt es zu weniger Blutverlust. „Auch die für die Beckenstabilisierung wichtigen seitlichen Muskelgruppen werden geschont. Dadurch reduziert sich das Risiko, dass der Patient später hinkt oder unter seitlichen Hüftschmerzen leidet. Alles in allem sind Betroffene nach der Operation schneller wieder mobil“, freut sich die Ärztin.

Spezielle Technik und viel Erfahrung


Die AMIS-Methode kann grundsätzlich bei jeder Arthrose im Hüftgelenk oder bei Schenkelhalsfrakturen, die eine Hüftendoprothese benötigen, angewandt werden. „Besonders häufig wird die Operation bei jungen, sportlichen Patienten wie Herrn Habicht eingesetzt. Sie ist aber auch für alle anderen Patienten gut geeignet“, so Dr. Djobo. Die Hüftendoprothetik nach der AMIS-Technik ist ein besonderer Schwerpunkt der Oberärztin. Vor ihrem Wechsel an das Ortenau Klinikum führte sie  in den letzten zwei Jahren mehr als 100 entsprechende Eingriffe durch.

Die in Wolfach geborene Orthopädin war bislang als Oberärztin in der Orthopädie am Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen als langjährig erfahrene Operateurin in der Orthopädie in Donaueschingen tätig. Zuvor arbeitete sie fünf Jahre in einer großen Unfallchirurgie in Kempten. Unter anderem zählen die konservative Hüftdysplasiebehandlung und die Klumpfußbehandlung bei Neugeborenen, sowie die Versorgung von Hüftfrakturen zu ihrem Behandlungsspektrum. Weitere operative Maßnahmen führt sie in der Knie-, Schulter- und Fußchirurgie durch. So gehören beispielsweise die Kniearthroskopie inklusive Kreuzbandchirurgie, die Schulterendoprothetik sowie die Vor- und Rückfußchirurgie zu ihrem Leistungsspektrum.

Das Verfahren der Zukunft

„Ich bin überzeugt, dass sich der spezielle Zugang der AMIS-Technik in Zukunft etablieren und zum Standard werden wird“, so die Ärztin. „Das Verfahren wird seit mehr als zehn Jahren durchgeführt und es haben sich bisher keine zugangsspezifischen Probleme gezeigt – nur Vorteile.“ Auch das verwendete Implantat habe sich bewährt. Im Fall von Herrn Habicht konnten innerhalb von sechs Monaten beide Hüften mit der AMIS-Technik ersetzt werden. „Wir haben ein super Ergebnis erreicht und der Patient ist wieder voll mobil“, freut sich Dr. Djobo. „Wenn ich eine Hüftendoprothese bräuchte, würde ich mir auf jeden Fall auch eine AMIS-Hüfte implantieren lassen.“

* Name von der Redaktion geänder

 

 

Ihre Fachklinik vor Ort

Chirurgie

Dr. Volker Ansorge
Dr. Oliver Datz
Dr. Miriam Djobo
Oberwolfacher Straße 10
77709 Wolfach
Tel. 07834 970-40
E-Mail: chirurgie.wol@ortenau-klinikum.de

Patientenzeitschrift Heft 15

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


Jetzt durchblättern

Zum Zeitschriften-Archiv