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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Gefäßkrankheiten erfolgreich behandeln – Spezialisten des Gefäßzentrums Lahr erklären

Ein kleiner Schnitt in der Leistengegend unter örtlicher Betäubung, ein hauchdünner Schlauch, ein kleiner Ballon und ein feines Drahtgeflecht: Gefäßverengungen oder Verschlüsse sind immer besser behandelbar. Dank modernster Techniken können die Ärzte Engstellen und Verschlüsse in den Blutgefäßen rasch aufspüren und auf schonende Weise wieder öffnen.

Gefäßverengungen oder Verschlüsse sind immer besser behandelbar.

Platzierung eines Stents

Die Spezialisten am Gefäßzentrum Lahr, das von Chefarzt Dr. Werner Lindemann geleitet wird, sind rund um die Uhr für Menschen mit Gefäßerkrankungen da. „Um unsere Patienten optimal zu versorgen,
arbeiten wir eng mit unseren Herz- und Gefäßspezialisten, radiologischen und neurologischen Abteilungen zusammen“, erläutert der Facharzt für Chirurgie, Viszeral- und Gefäßchirurgie. Hierfür haben sich die Sektion Gefäßchirurgie unter der Leitung von Dr. Hubert Baumann, die Sektion Angiologie unter der Leitung von Dr. Eva von Hodenberg, die Radiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Brodoefel, die Kardiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Mauser sowie die Neurologie unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Schuchardt zu einer Einheit – dem Gefäßzentrum Lahr – zusammengeschlossen. Bereits seit September 2003 ist es von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie zertifiziert. „Von der Behandlungsqualität, wie wir sie im Gefäßzentrum am Ortenau Klinikum in Lahr praktizieren, profitieren besonders unsere Patienten“, sagt Dr. Lindemann.

Arteriosklerose ist gut behandelbar – wenn früh erkannt

Die häufigste Erkrankung der Blutgefäße ist die Arteriosklerose. Blutfette, kleine Blutgerinnsel, Bindegewebe und Kalk lagern sich dabei an den Wänden der Adern ab. Es kommt zu  Durchblutungsstörungen. Ohne medizinische Behandlung drohen ernsthafte Folgeschäden. Doch Dr. von Hodenberg, Leiterin der Sektion Angiologie am Gefäßzentrum Lahr, erläutert: „Wichtig ist, eine Arteriosklerose frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Hat Arteriosklerose bereits zu bedeutenden Verengungen eines Gefäßabschnittes geführt, so kann man mit einem wenig invasiven Eingriff das betroffene Gefäß wieder eröffnen.“

Das kranke Gefäß mit dem Ballon aufpumpen
Dabei erhält der Patient eine örtliche Betäubung und ein Kontrastmittel. Mit einer kleinen Hohlnadel punktieren die Ärzte nun eine Arterie an der Leiste oder am Arm des Patienten und führen ein dünnes Kunststoffröhrchen in seinen Körper ein. Mithilfe von Röntgenstahlen können die Gefäßspezialisten die Engstelle im Blutgefäß genau sehen – und somit gezielt behandeln. Dorthin führt ein Arzt behutsam einen hauchdünnen, flexiblen Schlauch ein. An dessen Ende befindet sich ein kleiner Ballon. An der verengten Stelle angelangt, wird dieser aufgeblasen und das Blutgefäß so wieder erweitert. „In vielen Fällen ist eine solche Ballondilatation schon ausreichend, um den Blutfluss wieder herzustellen“, erklärt Prof. Brodoefel, Chefarzt der Radiologie. „Nach Wiedereröffnung von hartnäckigen Verengungen und Verschlüssen kann es zudem notwendig sein, eine Gefäßstütze, einen Stent in das Gefäß einzubringen, um es nachhaltig offen zu halten.“

„Das Frühstadium der Arteriosklerose verursacht noch keine Beschwerden“
Rund 20 Millionen Deutsche leiden unter einer Gefäßerkrankung, die meisten von ihnen unter Arteriosklerose. „Die Entstehung arteriosklerotischer Ablagerungen ist ein langjähriger komplexer Vorgang, der vor allem von den bekannten kardiovaskulären Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck beeinflusst wird. Arteriosklerose kann im Grunde jedes Blutgefäß im Körper betreffen“, erklärt Dr. von Hodenberg mit ihrer langjährigen Erfahrung als Gefäßspezialistin. 4,5 Millionen Bundesbürger haben beispielsweise Arteriosklerose in den Beinen oder in den Armen. Ärzte nennen das „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ (pAVK), auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. „Eine sehr komplexe Erkrankung“, weiß Dr. von Hodenberg. Gefäßerkrankungen wie die  Schaufensterkrankheit früh zu erkennen, kann selbst für erfahrene Fachärzte eine große Herausforderung bedeuten. Denn: „Das Frühstadium der Arteriosklerose verursacht noch keine Beschwerden“, so die Gefäßspezialistin. Die Schaufensterkrankheit kann über eine lange Zeit beschwerdefrei verlaufen. Später verspüren Patienten Schmerzen beim Gehen – im Fuß, in der Wade, im Oberschenkel oder im Gesäß. In Ruhe klingen die Symptome meist schnell wieder ab. Dr. von Hodenberg mahnt jedoch zur Achtsamkeit: „Menschen mit Schaufensterkrankheit können zusätzlich zur Arterienverkalkung in Armen oder Beinen bereits Ablagerungen in anderen Blutgefäßen des Körpers aufweisen.“

Verengte Halsschlagadern wieder frei machen
So hat rund die Hälfte aller Patienten Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen. Dr. Hubert Baumann, Leiter der Sektion Gefäßchirurgie am Gefäßzentrum Lahr, ergänzt: „Und nicht selten sind auch die Halsschlagadern bereits verengt.“ Dies führt zu Durchblutungsstörungen des Gehirns. Erste Warnsignale hierfür sind Missempfindungen, Taubheit und Kribbeln in den Gliedmaßen, Schwächegefühle in Armen und Beinen und ein hängender Mundwinkel. Schlimmstenfalls droht ein Schlaganfall. Um diesen zu vermeiden, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten: „Je nachdem wie weit die Arteriosklerose fortgeschritten ist, helfen Medikamente, eine Operation oder eine Ballondilatation mitanschließender Stentimplantation“, erklärt Dr. Baumann und fügt hinzu: „Die Diagnose erfolgt mittels Ultraschallbild oder Computertomografie.“ Bei der Operation schälen die Gefäßchirurgen um Dr. Baumann die Halsschlagader aus. Das Ärzteteam ist auf die Diagnose und Therapie verengter Halsschlagadern spezialisiert. Dabei werden die krankhaften Ablagerungen aus der Halsschlagader herausgeschabt, die Ader ausgespült und wieder vernäht. „Ein Routineeingriff mit geringem Risiko“, sagt Dr. Baumann, „und das Blut kann wieder ungehindert zum Gehirn fließen“. Eignen sich die Patienten aufgrund schwerwiegender Nebenerkrankungen, einer zurückliegenden Bestrahlung der Halsregion oder einer ungünstigen Gefäßlage nicht für eine Operation, wird die Behandlung der Halsschlagader vom radiologischen Team um Prof. Brodoefel durchgeführt. In Anlehnung an die Behandlung von Gefäßverengungen, so genannten Stenosen, im Becken-Bein-Bereich wird hierbei die Verengung zunächst mit einem Ballon aufgedehnt und dann mit einem Stent versorgt. Zu guter Letzt betont Dr. Baumann nochmals, wie wichtig Sport und Bewegung für das Herz-Kreislauf-System seien, um das Risiko für Arteriosklerose zu verringern: „Die beste und kostengünstigste Medizin ist Bewegung.“


Die Spezialisten des Gefäßzentrums Lahr erklären

    „Wir freuen uns über jeden Patienten, den wir wieder gesund entlassen dürfen.“

Dr. Werner Lindemann, Ärztlicher Direktor des Ortenau Klinikums Lahr-Ettenheim, Chefarzt des Gefäßzentrums Lahr, des Darmzentrums Ortenau in Lahr und der Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie in Lahr sowie der Chirurgischen Klinik in Ettenheim

    „Bewegung fördert die Durchblutung und verringert das Risiko für Arteriosklerose.“

Dr. Hubert Baumann, Leiter der Sektion Gefäßchirurgie am Gefäßzentrum Lahr, Facharzt für Chirurgie, Viszeral- und Gefäßchirurgie sowie Endovaskulärer Chirurg (DGG)

    „Ich empfehle, bereits bei einem Verdacht auf Durchblutungsstörungen rechtzeitig zum Arzt zu gehen.“

Dr. Eva von Hodenberg, Leiterin der Sektion Angiologie am Gefäßzentrum Lahr, Fachärztin für  Angiologie, spezialisiert auf die Therapie arterieller und venöser Gefäßerkrankungen

    „Die große Stärke unseres Gefäßzentrums in Lahr liegt in der guten Kooperation der beteiligten Fachdisziplinen. Durch diese wird sichergestellt, dass die Patienten tatsächlich die Behandlung erhalten, von der sie langfristig am besten profitieren.“

Prof. Dr. Harald Brodoefel, Chefarzt der Radiologie Lahr, Facharzt für Diagnostische Radiologie

 

Unsere Kliniken und Einrichtungen für Gefäßheilkunde

Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim

Betriebsstelle Lahr
Klostenstraße 19, 77933 Lahr

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