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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Ein schlechtes Bauchgefühl – warum Stress Magen und Darm belastet

Sorgen, Ängste und Stresssituationen können nicht nur sprichwörtlich Bauchschmerzen bereiten. Durch das weitläufige Nervensystem im menschlichen Magen-Darm-Trakt, mit mehr als 100 Millionen Nervenzellen, besteht eine enge Verbindung mit dem Gehirn. „Magen-Darm-Probleme können deshalb sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben“, erklärt Dr. Roland Dobrindt, Chefarzt der Inneren Medizin am Ortenau Klinikum in Wolfach.

Ein schlechtes Bauchgefühl © © leszekglasner – Fotolia.com

Darmspiegelung © Ortenau Klinikum

Dr. Roland Dobrindt © Ortenau Klinikum

Bei der Suche nach den Ursachen von Magen- Darm-Beschwerden gilt es, verschiedene Möglichkeiten zu prüfen. Allergien, Stoffwechselstörungen, Lebensmittelvergiftungen, Stress, Depressionen und Infektionen, aber auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Krebs können zu Grunde liegen. „Daher legen wir an der Klinik für Innere Medizin am Ortenau Klinikum Wolfach großen Wert auf einen ganzheitlichen Therapieansatz und eine ausführliche Diagnostik“, betont Dr. Dobrindt.

Zuerst körperliche Ursachen ausschließen

Die Diagnose beginnt – wie in allen Fachbereichen – mit der Aufnahme der Krankengeschichte, der sogenannten Anamnese. „Eine systematische Befragung des Patienten liefert uns erste Hinweise darauf, welche weiteren Untersuchungen möglicherweise nötig sind“, sagt Dr. Dobrindt. Anschließend tastet der Facharzt für Innere Medizin vorsichtig den Bauch des Patienten ab, denn Druckschmerz kann auf eine mögliche Blinddarm-, Gallenblasen- oder Dickdarmentzündung hindeuten. Laboruntersuchungen einschließlich einer Stuhldiagnostik ergänzen diese Basisdiagnostik und können Hinweise für das Vorliegen von Entzündungen oder Tumorerkrankungen geben. Nach der körperlichen Untersuchung wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, bei der wichtige Bauchorgane detailgenau dargestellt werden können. Zu den weiteren ergänzenden diagnostische Verfahren in der Inneren Medizin zählen die sogenannten Schnittbildverfahren wie Computertomographie und Kernspintomographie. Vor allem aber gewinnen Spiegelungen, sogenannte Endoskopien, zur Beurteilung des Magen-Darm-Traktes immer stärker an Bedeutung.

Jährlich rund 2.000 Spiegelungen

Dr. Roland Dobrindt und sein Team nehmen mehr als 2.000 Spiegelungen im Jahr vor. Dies ist eine medizinische Technik, bei der mit einem flexiblen Gerät, welches mit einer hochauflösenden Kamera ausgestattet ist, natürliche Körperhöhlen untersucht werden. Die Endoskopie zeigt eine detailgenaue Darstellung der Schleimhaut von Speiseröhre, Magen und Darm und es werden krankhafte Veränderungen sofort erkannt und dann gezielt behandelt. Für das Verfahren stehen am Ortenau Klinikum Wolfach modernste Geräte zur Verfügung.

In der Abteilung von Dr. Dobrindt besteht eine sehr hohe Spezialisierung in der Erkennung und Behandlung von Polypen, den Vorstufen von Darmkrebs. Mittels neuester Technik werden diese Polypen endoskopisch abgetragen und dadurch die potentielle Entstehung von Darmkrebs verhindert. Die Spiegelung ist absolut schmerzfrei und hinterher frei von lästigen Blähungen, da in Wolfach ausschließlich Kohlendioxid zur Entfaltung des Darmes benutzt wird, welches etwa 60-mal schneller als Raumluft wieder aus dem Körper entweicht. „Bei Patienten mit Verdauungsproblemen klären wir, ob organische Ursachen wie ein Magen- oder Zwöffingerdarmgeschwür, Gluten-Unverträglichkeit oder Darmpolypen ursächlich sind“, erklärt der Experte. „Die endoskopische Untersuchung bietet die beste Möglichkeit, Entzündungen und krankhafte Veränderungen sichtbar zu machen.“ Ab dem 55. Lebensjahr wird empfohlen die Darmspiegelung als Vorsorgemaßnahme zu nutzen.

Symptome nicht unterschätzen 

Viele Menschen mit Depressionen, Angst- und Panikstörungen leiden unter Magen-Darm-Beschwerden. Verantwortlich hierfür sind das Stresshormon Adrenalin sowie der Botenstoff Dopamin. Sie werden bei Angst, Panik und Depressionen ausgeschüttet und hemmen die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes. Somit werden sämtliche Verdauungsprozesse blockiert. Völlegefühl, Druck im Magen, Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung sind die Folgen. „Auch Menschen, die im Alltag ständig unter Stress stehen, haben oft verengte Blutgefäße im Magen-Darm-Trakt. So kommt es dort immer wieder zu Entzündungsprozessen, schlimmstenfalls entwickelt sich ein Magengeschwür“, warnt Dr. Dobrindt. Er empfiehlt in solchen Fällen Achtsamkeit auf sich, Entspannungsübungen wie Meditation, Yoga oder autogenes Training. In manchen Fällen ist auch eine Psychotherapie erforderlich. „Verdauungsprobleme sollten keinesfalls hingenommen werden“, sagt der Mediziner. „Vorsorgliche Maßnahmen und eine Diagnose sind unabdingbar, um lebensgefährliche Erkrankungen auszuschließen.“

 

Ihre Fachklinik vor Ort

Klinik für Innere Medizin
Dr. Roland Dobrindt
Oberwolfacher Straße 10
77709 Wolfach
Tel. 07834 970-301
E-Mail: innere.wol@ortenau-klinikum.de 

Patientenzeitschrift Heft 16

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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