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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Der Knick-Senkfuß = Plattfuß = Pes plano-valgus bei Jugendlichen

Die Sektion Fußchirurgie in Ettenheim bietet eine funktionsorientierte, stadiengerechte, moderne Fußchirurgie. Hierzu gehören die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen und Fehlstellungen, um Folgeschäden und frühzeitigen Verschleiß zu reduzieren oder sogar zu vermeiden.

Schaubild Knick-Senkfuß © Ortenau Klinikum

Die Sektion ist mit ihrer Spezialisierung einzigartig in der Ortenau. Dr. Charlotte Hase, Dr. Mathias Brahm und Dr. Hermann Richter sind zertifizierte Fußchirurgen und bieten eine Operationsindikationssprechstunde an, zu der man sich auf Überweisung eines Orthopäden, Unfallchirurgen, Rehamediziner oder Rheumatologen einen Termin geben lassen kann.

Bei dieser Gelegenheit wird der Fuß untersucht und geröntgt. Aufgrund der Ergebnisse wird dann entschieden, ob eine Operation notwendig ist oder erstmal noch konservative, das heißt nicht operative Maßnahmen eingeleitet werden können. Die Operationen finden im Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim, Betriebsstelle Ettenheim statt, wo bei Bedarf dann auch eine stationäre Betreuung durchgeführt werden kann. Kinder und Jugendliche werden ebenfalls untersucht und können ab dem Alter von 10 Jahren in Ettenheim operiert werden.

Der Plattfuß bei jungen Patienten ist in den meisten Fällen veranlagt. Häufig ist der Plattfuß kombiniert mit anderen Fehlformen wie dem Knickfuß, seltener auch dem Spreizfuß. Solange sich das innere Fußgewölbe aktiv und passiv aufrichten lässt, spricht man von einem flexiblen Plattfuß, wenn nicht von einem rigiden Plattfuß.
Wenn Schmerzen auftreten, dann meist am inneren Längsgewölbe, am Ansatz und im Verlauf der Tibialis posterior Sehne am Innenknöchel und im Sinus Tarsi an der Außenseite des unteren Sprunggelenkes.

Konservative Behandlung: Der flexible Plattfuß des Schulkindes und Jugendlichen kann häufig durch Verordnung von Einlagen mit Fußlängsgewölbeabstützung oder auch propriozeptiven Einlagen (aktiv) in Kombination mit Krankengymnastik erfolgreich behandelt werden. Verursacht ein Plattfuß keine Beschwerden, so ist in der Regel auch keine Behandlung notwendig. Am Anfang des Grundschulalters ist ein leichter Knick-Senkfuß auch noch physiologisch und sollte sich bis zum Beginn der Pubertät aufrichten. Nur bei Patienten mit ausgeprägtem Befund und dauerhaften Schmerzen ist ein operativer Eingriff notwendig.

Operative Therapie:

Sollte die Fehlstellung stark ausgeprägt sein, der individuelle Leidensdruck hoch und die konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sein, so empfehlen sich operative Maßnahmen. Wir wenden etablierte Verfahren an, die auch miteinander kombiniert werden können. Welche Operationstechnik angewendet wird, hängt von dem Patienten und der jeweiligen Fehlstellung ab.
Bei Jugendlichen kann man das Wachstumspotential ausnutzen und wachstumslenkende Eingriffe durchführen:

SinusTarsi-Implantat: Bei den harmlosen Formen des behandlungsbedürftigen, flexiblen jugendlichen Plattfußes hat sich das vorübergehende Einsetzen spezieller Implantate  in den Canalis tarsi (Arthrorise) oder einer Schraube in das Fersenbein (Calcaneus Stop Schraube) bewährt.
Hierbei wird das untere Sprunggelenk blockiert und der Fuß kann nicht mehr in die Fehlstellung fallen. Dadurch können die Muskeln gezielt in der richtigen Fußstellung beübt und gestärkt werden. Nach Wachstumsabschluss wird das Implantat entfernt. Der Fuß bleibt in den allermeisten Fällen danach aufgerichtet, es sind dann keine weiteren Operationen nötig.
Ist der Fuß schon ausgewachsen, wird operativ das Fersenbein (Calcaneus) verschoben oder verlängert:

Medialisierende Calcaneus Osteotomie: Durchtrennung des hinteren Fersenbeines mit Verschiebung nach innen und Verschraubung zur Korrektur der Rückfuß-X-Stellung.

Calcaneus Verlängerungs Osteotomie: Verlängerung des Fersenbeines nach Durchtrennung im vorderen Anteil mit Einsetzen von Knochenspänen oder eines Platzhalters, die sogenannte Evans-Osteotomie, wodurch sich das nach innen gedrehte Sprungbein gerade richtet und sich das Fersenbein zusätzlich aus der Abflachung aufrichtet.
Oft ist bei Verkürzung des Achillessehnenkomplexes und der Wadenmuskulatur eine Entlastung des Sehnenspiegels (sog. „Gastroc Slide“) nötig.

Nachbehandlung:
Je nach Operationsmethode darf man schon schnell wieder auftreten (Wachstumslenkung) oder muss den betroffenen Fuß für ca. 8 Wochen ent – bzw. teilbelasten (Fersenbeinumstellung). Der Fuß wird in dieser Zeit mit einem Kunststoffgips geschützt, die Mobilisation erfolgt in einem speziellen Schuh (Unterschenkelgehorthese).

In dieser Zeit ist man in seinem Aktivitätsniveau deutlich eingeschränkt. Es wird geraten, eine Fußoperation so zu planen, dass Sie in den Wochen danach nichts vorhaben,  bei dem man viel gehen oder stehen muss. Wenn man keine Zeit hat sich auszukurieren gefährdet man das Operationsergebnis und es dauert alles länger als gewünscht.

In allen Fällen ist mit einer Schwellung nach der Operation zu rechnen, die manchmal auch noch anhält wenn der Knochen schon zusammengeheilt ist. Diese Schwellneigung merkt man dann vor allem gegen Abend, sodass empfohlen wird Kompressionsstrümpfe zu tragen bis auch diese Phase vorbei ist.
Mit der Beübung des Fußes und der Zehen kann mit eigenen Übungen schon früh angefangen werden. Wenn die Wunden verheilt sind und der Knochen schon etwas abgebunden hat, ist eine professionelle Physiotherapie sinnvoll und nützlich. Die eigenen Übungen gehen dann natürlich trotzdem weiter.

Für alle notwendigen Vorbereitungen vor und nach einer Operation gibt es in der Sprechstunde und nach der Operation natürlich entsprechendes Informationsmaterial und auch die Möglichkeit uns per E-Mail Fragen zu stellen, wenn etwas nicht klar ist, aber eine persönliche Vorstellung in der Sprechstunde außerhalb der geplanten Kontrollen nicht notwendig ist.

Ihre Fachklinik vor Ort

Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim

Betriebsstelle Ettenheim

Sektion Fußchirurgie

Dr. Charlotte Hase
Tel. 07822 430-210
Fax 07822 430-602
E-Mail: fusschirurgie.let@ortenau-klinikum.de  

Hinweis:


Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.