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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Der Knick-Senkfuß = Plattfuß = Pes plano-valgus bei Erwachsenen

Die Sektion Fußchirurgie in Ettenheim bietet eine funktionsorientierte, stadiengerechte, moderne Fußchirurgie. Hierzu gehören die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen und Fehlstellungen, um Folgeschäden und frühzeitigen Verschleiß zu reduzieren oder sogar zu vermeiden.

Der Knick-Senkfuß

Die Behandlung des Knick-Senkfußes

Die Behandlung des Knick-Senkfußes

Die Behandlung des Knick-Senkfußes

Die Sektion ist mit ihrer Spezialisierung einzigartig in der Ortenau. Dr. Charlotte Hase, Dr. Mathias Brahm und Dr. Hermann Richter sind zertifizierte Fußchirurgen und bieten eine Operationsindikationssprechstunde an, in der man sich auf Überweisung eines Orthopäden, Unfallchirurgen, Rehamediziner oder Rheumatologen einen Termin geben lassen kann.

Bei dieser Gelegenheit wird der Fuß untersucht und geröntgt. Aufgrund der Ergebnisse wird dann entschieden, ob eine Operation notwendig ist oder erstmal noch konservative, d.h. nicht operative Maßnahmen eingeleitet werden können. Die Operationen finden im Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim Betriebsstelle Ettenheim statt, wo bei Bedarf dann auch eine stationäre Betreuung durchgeführt werden kann.

Der erworbene Plattfuß des Erwachsenen entsteht im Laufe des Lebens. Ursachen können z.B. ständige Überlastung des Fußes bei Übergewicht, langem Stehen, Verletzungen, Rheuma, Entzündungen und degenerativen Veränderung der inneren Unterschenkelsehne (Tibialis posterior-Sehne = innerer Steigbügel) sein. Häufig tritt der Plattfuß kombiniert mit anderen Fehlformen wie dem Knick- seltener dem Spreizfuß auf. Solange sich das innere Fußgewölbe aktiv und passiv aufrichten lässt, spricht man von einem flexiblen Plattfuß. Ist das nicht möglich, liegt ein rigider Plattfuß vor.
Wenn Schmerzen auftreten, dann meist am inneren Längsgewölbe, am Ansatz und im Verlauf der Tibialis posterior Sehne am Innenknöchel und im Sinus Tarsi an der Außenseite des unteren Sprunggelenkes.


Diagnose:

Es erfolgt im Rahmen der Sprechsunde eine genaue Untersuchung im Stehen und Liegen. Es wird die Kraft der tibialis posterior Sehne, eine eventuelle Verkürzung der Achillessehne und der Wadenmuskulatur, die Beweglichkeit der Gelenke und die Stabilität der Bänder untersucht.
Auch eine Röntgenuntersuchung muss unter Belastung des Fußes durchgeführt werden. Ein MRT sollte gemacht werden, wenn es um die Frage der Sehendegeneration geht.

Konservative Behandlung:


Der flexible Plattfuß kann häufig durch Verordnung von Einlagen mit Fußlängsgewölbeabstützung in Kombination mit Krankengymnastik behandelt werden. Verursacht ein Plattfuß keine Beschwerden, ist in der Regel auch keine Behandlung notwendig. Bei Patienten mit ausgeprägtem Befund und dauerhaften Schmerzen ist ein operativer Eingriff notwendig.

Operative Therapie:

Sollte die Fehlstellung stark ausgeprägt, der individuelle Leidensdruck hoch und die konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sein, so empfehlen sich operative Maßnahmen. Wir wenden etablierte Verfahren an, die auch miteinander kombiniert werden können. Welche Operationstechnik angewendet wird, hängt von dem Patienten und der jeweiligen Fehlstellung ab.

Wenn die Tibialis posterior Sehne noch eine Funktion hat und keine Arthrose vorliegt kommen Umstellungsoperationen des Fersenbeins zur Anwendung.

Medialisierende Calcaneus Osteotomie: Durchtrennung des hinteren Fersenbeines mit Verschiebung nach innen und Verschraubung zur Korrektur der Rückfuß-X-Stellung.

Calcaneus Verlängerungs Osteotomie: Verlängerung des Fersenbeines nach Durchtrennung im vorderen Anteil mit Einsetzen von Knochenspänen oder eines Platzhalters, die sogenannte Evans-Osteotomie, wodurch sich das nach innen gedrehte Sprungbein gerade richtet und das Fersenbein sich zusätzlich aus der Abflachung aufrichtet.

Wenn die Tibialis posterior Sehne gar keine Funktion mehr hat, muss der Fuß über die Fusion des Sprungbeins mit dem Kahnbein (Talo-Navicular Gelenk) korrigiert und aufgerichtet werden. Auch bei  Patienten mit beginnender oder fortgeschrittener Arthrose (Verschleiß) ist diese Maßnahme nötig.


Talo-navicular-Gelenksarthrodese:
Bei sehr fortgeschrittenen Fällen und/oder starker Arthrose werden das Sprungbein, das Fersenbein, das Kahnbein und das Würfelbein zusammen fixiert.

Oft ist bei Verkürzung des Achillessehnenkomplexes und der Wadenmuskulatur eine Entlastung des Sehnenspiegels (sog. „Gastroc Slide“) nötig.

Nachbehandlung:
Je nach Operationsmethode muss mit ca 8-12 Wochen Ent- bzw. Teilbelastung gerechnet werden. Der Fuß wird in dieser Zeit mit einem Kunststoffgips geschützt, die Mobilisation erfolgt in einem speziellen Schuh (Unterschenkelgehorthese).
In dieser Zeit ist man in seinem Aktivitätsniveau deutlich eingeschränkt. Es wird daher geraten, eine Fußoperation so zu planen, dass Sie in den Wochen danach nichts vorhaben, bei dem man viel gehen oder stehen muss. Wenn man keine Zeit hat sich auszukurieren, gefährdet man das Operationsergebnis und alles dauert länger als gewünscht.

In allen Fällen ist mit einer Schwellung nach der Operation zu rechnen, die manchmal auch noch anhält, wenn der Knochen schon zusammengeheilt ist. Diese Schwellneigung merkt man dann vor allem gegen Abend, sodass empfohlen wird, Kompressionsstrümpfe zu tragen bis auch diese Phase vorbei ist.

Mit der Beübung des Fußes und der Zehen kann mit eigenen Übungen schon früh begonnen werden. Wenn die Wunden verheilt sind und der Knochen schon etwas abgebunden hat, ist eine professionelle Physiotherapie sinnvoll und nützlich. Die eigenen Übungen gehen dann natürlich trotzdem weiter.

Für alle notwendigen Vorbereitungen vor und nach einer Operation gibt es in der Sprechstunde und nach der Operation natürlich entsprechendes Informationsmaterial und auch die Möglichkeit, uns per E-Mail Fragen zu stellen, wenn etwas nicht klar aber eine persönliche Vorstellung in der Sprechstunde außerhalb der geplanten Kontrollen nicht notwendig ist.

 

Ihre Fachklinik vor Ort

Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim

Betriebsstelle Ettenheim

Sektion Fußchirurgie

Dr. Charlotte Hase
Tel. 07822 430-210
Fax 07822 430-602
E-Mail: fusschirurgie.let@ortenau-klinikum.de  

Hinweis:


Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.