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Der Bandscheibenvorfall – häufigster Auslöser von Rückenschmerzen

Gartenarbeit, Heimwerken und eine 40-Stunden-Woche am Schreibtisch: Das kann die Wirbelsäule strapazieren und auf Dauer schädigen. Auch Bewegungsmangel lässt unsere stabilisierende Mittelachse deutlich schneller verschleißen. Das Ergebnis: Rückenschmerzen, die den Betroffenen in seinem Alltag einschränken. Schuld ist in vielen Fällen ein Bandscheibenvorfall.

Prof. Dr. Akhil Verheyden, Chefarzt und Leiter der Klinik für Unfall-, Orthopädische und Wirbelsäulenchirurgie am Ortenau Klinikum Lahr- Ettenheim

„Der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit sind Rückenschmerzen“, sagt Prof. Dr. Akhil Verheyden.

„Der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit sind Rückenschmerzen“, sagt Prof. Dr. Akhil Verheyden, Chefarzt und Leiter der Klinik für Unfall-, Orthopädische und Wirbelsäulenchirurgie am Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim. So haben rund 80 Prozent der Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben Schmerzen im Rücken. Ursächlich sind in den meisten Fällen Verschleißerscheinungen oder Bandscheibenvorfälle. „Die Bandscheiben sind eine Art Stoßdämpfer für unsere Wirbelsäule“, erklärt Professor Verheyden. Das heißt: Sie federn jede schwere Belastung auf den Rücken ab.

Schutz vor Schädigungen

Die menschliche Wirbelsäule enthält 23 Bandscheiben. Diese sind ringförmig aufgebaut. Sie bestehen aus einem weichen „gelartigen“ Kern und einer Art „Schale“ aus Faserknorpel, dem sogenannten Faserknorpelring, die darum herum liegt. Der Kern fungiert bei Belastungen wie ein Polster und ist so ein wichtiger Faktor für die Elastizität der Wirbelsäule. Bei falscher oder zu großer Beanspruchung jedoch kann der Faserknorpelring einreißen. Der Kern tritt aus der Knorpelhülle aus und drückt dabei in manchen Fällen auf die umliegenden Nerven oder klemmt sie ein. Die Symptome sind Schmerzen im Rücken, in den Armen und Beinen und schlimmstenfalls sogar Lähmungserscheinungen. Professor Verheyden erklärt: „Wichtige Risikofaktoren sind Übergewicht und Bewegungsmangel sowie Fehl- und Überbelastungen der Wirbelsäule.“ Die Diagnose wird mittels körperlicher Untersuchung, Röntgenaufnahmen im Stehen und in hartnäckigen Fällen sowie bei Beteiligung der Nerven durch Magnetresonanz-Tomografie gestellt.

Operation: wenn notwendig, heutzutage minimalinvasive Routine

Aufgrund ihrer hohen Kompetenz und langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie setzen die Fachärzte um Professor Verheyden bei Bandscheibenvorfällen auf exakte Diagnostik und zuerst auf nicht-operative Therapien: „70 bis 90 Prozent der Betroffenen erfahren so eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden.“ Allerdings, wenn durch den Bandscheibenvorfall Nerven gequetscht oder eingeklemmt worden sind oder nach sechs bis acht Wochen mit konservativen Therapien keine Besserung eingetreten ist, rät Professor Verheyden zur Operation. Auch eine bisher nicht erkannte Instabilität mit Wirbelgleiten kann ein Grund zum operativen Vorgehen sein. Fast immer nutzt das Ärzteteam dabei minimalinvasive Operationstechniken: Mit in der Regel nur einem kurzen Hautschnitt gelangt der Operateur ins Körperinnere. Der Eingriff selbst dauert gerade einmal 30 bis 60 Minuten. „Die Operation eines Bandscheibenvorfalls bedingt heutzutage nur einen kurzen stationären Aufenthalt“, sagt Professor Verheyden. Die Erfolgsquote liegt bei etwa 80 Prozent.

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Standort Lahr
Prof. Dr. Akhil P. Verheyden
Sekretariat: Tina Fader/Andrea Kumerer
Klostenstraße 19
77933 Lahr
Tel. 07821 93-2303
E-Mail: Tina.Fader@ortenau-klinikum.de

Patientenzeitschrift Heft 15

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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