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Darmspiegelung – Ein rascher, schmerzfreier Eingriff im Kampf gegen Darmkrebs

Darm mit Charme – lautet der millionenfach in Deutschland verkaufte Besteller von Giulia Enders aus dem letzten Jahr.

Spätestens seitdem sollte man glauben, dass die Bevölkerung über Darmgesundheit aufgeklärt ist. Die Statistik spricht allerdings eine andere Sprache. Nur etwa jeder Fünfte, der Anspruch auf eine von der Krankenkasse bezahlte Darmspiegelung hat, nutzt diese Möglichkeit, sagt Dr. Rüdiger Feik, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Ortenau Klinikums in Achern. Das kann drastische Folgen haben.

Die Darmspiegelung

Die Darmspiegelung (Koloskopie) Der Arzt führt einen dünnen Schlauch mit einer Kamera am Ende in den Enddarm des Patienten ein. Auf einem Monitor kann das Ärzteteam das Innere des Darms betrachten. Die Ärzte können Gewebeproben entnehmen und auffällige Darmpolypen mit Hilfe einer Schlinge sofort entfernen. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist für den Patienten kaum zu spüren.

Dr. Rüdiger Feik

In Deutschland erkranken nach Angaben des Robert Koch-Instituts pro Jahr etwa rund 35.000 Männer und 30.000 Frauen an Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs derzeit bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Tumorerkrankung hierzulande. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei den Neuerkrankungsraten mit an der Spitze. Doch nun die gute Nachricht: Die Sterblichkeit bei Darmkrebserkrankungen nimmt seit Mitte der 1970er Jahre kontinuierlich ab. „Ein wichtiger Grund dafür ist, dass inzwischen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen verfügbar sind“, sagt Dr. Feik, „werden bösartige Veränderungen im Darm frühzeitig entdeckt und behandelt, stehen die Heilungschancen sehr gut.“ Besonders Menschen, die 55 Jahre und älter sind, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen, empfiehlt der Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Angiologie. Aber auch für jüngere Menschen ist die Vorsorge essentiell, nämlich dann, wenn bei einem nahen Angehörigen bereits Darmkrebs diagnostiziert worden ist. In diesem Fall wird von einem familiär gehäuften Darmkrebs gesprochen. Studien haben gezeigt: Die Darmspiegelung ist dabei die wichtigste Methode der Früherkennung.

So läuft die Untersuchung ab

Die Untersuchung selbst ist für den Patienten schmerzfrei. Der Arzt führt dabei einen dünnen Schlauch mit einer Kamera am Ende, das Endoskop, in den Enddarm des Patienten ein. Dieses hat mehrere Funktionen: einerseits können die Ärzte Bilder vom Inneren des Darms machen, andererseits auch gleichzeitig Polypen entfernen und Gewebeproben entnehmen. Die Proben werden anschließend genauestens feingeweblich untersucht. Der Patient bekommt eine Betäubung und spürt von der 20–30-minütigen Behandlung nichts. „Bei unauffälligem Befund folgt die nächste Vorsorge, abhängig vom persönlichen Risiko, erst wieder einige Jahre später“, erklärt Dr. Feik, „unsere Patienten können nach der Untersuchung wieder nach Hause gehen, denn eine Darmspiegelung erfolgt heutzutage fast immer ambulant“.

Eine weitere Möglichkeit, Darmpolypen und Tumore schon früh zu erkennen, ist der so genannte Okkultbluttest. Beim Test werden Stuhlproben auf „verstecktes“ (okkultes) Blut untersucht, denn Tumore sondern oft Blut ab. „Nicht alle Blutspuren sind mit bloßem Auge zu erkennen“ gibt Dr. Feik zu bedenken. Hat ein Okkultbluttest ein positives Ergebnis ergeben, wird eine Darmspiegelung zur Abklärung der Ursachen durchgeführt. „Blut im Stuhl ist nicht gleich ein Grund zur Panik“, so Dr. Feik, „die Ursachen dafür  können vielfältig und manche davon ganz harmlos sein“. Es sei jedoch immer ratsam, die Gründe ärztlich abklären zu lassen. Denn: „Lieber einmal zu viel als zu spät zum Arzt.“

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Dr. Rüdiger Feik
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Tel. 07841  700-2300

E-Mail: innere.ach@ortenau-klinikum.de

Hinweis:

Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.

Patientenzeitschrift Heft 16

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