Kontrast:
Seitenzoom:
aA

Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Chronische Schmerzen in den Griff bekommen

So unangenehm sie auch sind – Schmerzen haben eine Funktion. Sie sind ein Warnsignal des Körpers, das auf eine Erkrankung hinweist. Problematisch wird es jedoch, wenn die Beschwerden länger als sechs Monate andauern. Welche Behandlungsmethoden sich in solchen Fällen bewährt haben – darüber berichtet Dr. Michael Neuburger, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und ambulante Schmerztherapie in Achern.

17 Prozent der Deutschen leiden unter chronischen Schmerzen © Racle Fotodesign - Fotolia.com

Dr. Michael Neuburger - Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und ambulante Schmerztherapie in Achern

Von dauerhaften Schmerzen sind rund 17 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen. Meist treten sie in Zusammenhang mit Erkrankungen oder Schädigungen des Nervensystems auf.

Entzündungs- oder Gelenkbeschwerden sind in der Regel typische nozizeptive Schmerzen. Als Nozizeptoren werden die Schmerzrezeptoren des Körpers bezeichnet. Sie reagieren extrem empfindlich auf mechanische (Verletzung, Druck), thermische (Hitze, Kälte), chemische (Entzündung, Vergiftung) oder elektrische Stimulationen und leiten diese ans Zentralnervensystem weiter. Körperliche Leiden sind die Folge. Neuropathische Beschwerden hingegen sind das Ergebnis einer Schädigung des Nervensystems. Zu den Symptomen gehören Kribbeln, Brennen, einschießende elektrisierende und ausstrahlende Schmerzen. Oft lassen sich die Schmerzkategorien jedoch nicht trennen, sodass ein Mischbild vorliegt. "Bei chronischen Leiden hat sich der Schmerz als solcher oftmals verselbständigt. Eine Behandlung ist dringend erforderlich", betont Dr. Neuburger.

Die Schmerzambulanz am Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch erfasst ausführlich die Krankheitsgeschichte eines jeden Betroffenen, um möglichst genau die Ursachen und die Art der Beschwerden festzustellen. Danach entwickelt das Ärzteteam ein mit dem Patienten abgestimmtes Therapie- und Behandlungskonzept.

Ein weiterer Baustein ist die optimale Ein- oder Umstellung des Patienten mit Medikamenten.
"Medikamente lindern die Beschwerden. Dennoch gilt der Grundsatz: Je weniger, desto besser“, berichtet Dr. Neuburger. „Wir schauen uns deshalb genau an, welches Medikament für den einzelnen Patienten geeignet ist und in welcher Dosis. Auch ein Medikamentenwechsel steht durchaus als Möglichkeit im Raum." Da Bewegung in vielen Fällen Beschwerden lindern kann, gehört die Krankengymnastik und Bewegungstherapie ebenso zum Behandlungskonzept. Auch psychische Erkrankungen können Auslöser für Schmerzen sein. Daher ist auch eine psychotherapeutische Betreuung wichtiger Bestandteil der Behandlung. "Schmerz ist sehr komplex. Bei der Behandlung müssen wir sowohl die körperliche als auch die seelische Verfassung einbeziehen", betont Dr. Neuburger.

Ihre Fachklinik vor Ort

Ambulante Schmerztherapie
Standort Achern
Dr. Michael Neuburger
Josef-Wurzler-Str. 7
77855 Achern
Tel. 0781 700-2500
E-Mail: anaesthesie.ach@ortenau-klinikum.de

Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und ambulante Schmerztherapie
Standort Oberkirch
Dr. Michael Neuburger
Franz-Schubert-Str. 15
77704 Oberkirch
Tel. 0781 801-0
E-Mail: anaesthesie.ach@ortenau-klinikum.de

Patientenzeitschrift Heft 17

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


Jetzt durchblättern

Zum Zeitschriften-Archiv