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Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Symposium Patientendialog – "Hohe Patientenorientierung am Ortenau Klinikum, heute und in Zukunft"

Ein ethisch geprägter und achtsamer Umgang mit Patienten ist für die Mitarbeiter in Krankenhäusern selbstverständlich und bleibt dennoch eine große Herausforderung im streng durchstrukturierten Krankenhausalltag. Ärzte und Pflegende sollten bei ihrer Arbeit in Krankenhäusern mehr Zeit für einen vertrauensbildenden Dialog mit Patienten zur Verfügung haben: Das war der Tenor des ersten, bundesweiten Symposiums Patientendialog, das am 18. Oktober des vergangenen Jahres vor rund 80 Ärzten, Beschwerdemanagern, Patientenfürsprechern und weiteren Experten aus dem Gesundheitsbereich im Ortenau Klinikum in Offenburg stattgefunden hat.

Die Referenten des Symposium Patientendialog 2018 (v.l.n.r.): Detlef Schliffke, Matthias Bäuerlein, Oliver Gondolatsch, Prof. Giovanni Maio, Christian Keller, Ingrid Fuchs, Markus Bossong, Marie-Christin Sablotni.

Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller

Rund 80 Teilnehmer nutzten das Symposium zur Information und zum Austausch.

Auf die Frage, wie diese Herausforderung erfolgreich bewältigt und eine Atmosphäre geschaffen werden kann, in der eine vertrauensvolle Beziehung zum Patienten entsteht, gingen auch Ingrid Fuchs, Patientenfürsprecherin am Ortenau Klinikum und Christian Keller, Geschäftsführer des Ortenau Klinikums, in ihren Ansprachen ein. Sie zeigten unter anderem auf, warum Patientenfürsprecher und Beschwerdemanager so wichtig sind. Als Initiatoren des Symposiums Patientendialog waren auch der Bundesverband Beschwerdemanagement in Krankenhäusern (BBfG), der Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern (BPiK) und die Kommunikationsagentur Visioness anwesend. Der bundesweit in der Medizinbranche bekannte Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio diskutierte im Anschluss seines Vortrags mit den Symposiumsteilnehmern, was genau einen vorbildlichen Patientendialog ausmacht. Dr. Ralf Brauksiepe, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, sendete ein Grußwort an die versammelten Gäste.

Agenda 2030 als Antwort auf die bevorstehenden Herausforderungen

In seiner Begrüßung wies Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller auf die zunehmende Bedeutung der Patientenorientierung hin. Gerade weil der Klinikverbund mit seiner „Agenda 2030“ auf die bundesweiten Herausforderungen nach größeren Häusern und zunehmender Spezialisierung reagiere, wolle das Ortenau Klinikum die vertrauensvolle Beziehung zum Patienten weiter in den Mittelpunkt stellen. „Wir verstehen uns als ein Krankenhaus mit hoher Patienten- und Mitarbeiterorientierung, wozu ein wertschätzendes Miteinander sowie ein ethisch geprägter und achtsamer Umgang mit unseren Patienten gehört. Unser Leistungsversprechen ist es, eine hohe Patientenorientierung am Ortenau Klinikum zu bieten, heute und in Zukunft“, sagt Christian Keller. Aus diesem Grund werde jedes Jahr ein Ethiktag und ein Resilienztag veranstaltet. Auch mache die Klinik regelmäßig Angebote für Workshops und Fortbildungen zu Themen wie Ethik, Achtsamkeit und Resilienz. Für den an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg lehrenden Medizinethiker Professor Maio hat das Ortenau Klinikum für sein Bemühen um Patientendialog Modellcharakter. Mit Blick auf die Gesundheitspolitik im Bund kritisierte Maio, dass soziale Bereiche wie die Krankenhäuser zu Wirtschaftsunternehmen umdefiniert würden. Optimierungsbedarf bestehe vor allem im Dialog mit Patienten, für den Ärzte sich Zeit nehmen sollten. In einem offenen Austausch müssten Bedürfnisse von Patienten wahrgenommen werden. Sie sollten in die Entscheidung über die individuell beste Therapie einbezogen werden und schließlich Unterstützung erhalten. Wie Ärzte Hilfe leisten könnten, erschließe sich aus dem Dialog. Oft sei das Gespräch selbst bereits ein Teil der Lösung.

Patientenfürsprache nimmt großen Stellenwert ein

„Jeder Fehler ist ein Schatz, den es zu heben gilt.“ Mit diesem Motto plädiert auch die Patientenfürsprecherin Ingrid Fuchs für einen offenen Patientendialog. Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin, ehemalige Pflegedirektorin und stellvertretende Oberbürgermeisterin widmet sich ehrenamtlich den Sorgen, Bedürfnissen und der Kritik von Patienten in persönlichen und vertrauensvollen Gesprächen. Am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl können sich Patienten und deren Angehörige jederzeit an sie wenden – und das bereits seit dem Jahre 2013, als die Patientenfürsprache an der Klinik etabliert wurde. „Die vorbildliche Patientenfürsprache versteht sich als Bindeglied zwischen den Patienten auf der einen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums auf der anderen Seite“, so Ingrid Fuchs, die allein im Jahr 2017 über 1.000 Patienten und Angehörigen zur Seite stand. Die Patientenfürsorge ist stets unabhängig gegenüber der Klinikleitung. Das senke bei vielen Patienten die Hemmschwelle, mit ihren Anliegen vorzusprechen: „Mitunter haben sich vermeintlich große Probleme bereits deutlich verringert, wenn Patienten spüren, dass sie mit ihren Sorgen ernst genommen werden. In den meisten Fällen gelang es, Missverständnisse aufzuheben, Versäumnisse aufzuholen und Informationen weiterzugeben.“ Genauso wichtig wie unabhängige Patientenfürsprecher sei ein gut etabliertes Beschwerdemanagement.

Benchmark für einen vorbildlichen Patientendialog

Highlight des zweiten Teils der Veranstaltung war am Nachmittag die Vorstellung des Benchmarks des Bundesverbands Beschwerdemanager in Gesundheitseinrichtungen (BBfG) e. V., der jedes Jahr im Herbst veröffentlicht wird. Der Befragung unter Beschwerdemanagern aus ganz Deutschland zufolge sind Mängel in der Organisation, Kommunikationsprobleme und die räumliche Ausstattung von Krankenhäusern im Jahr 2017 die häufigsten Gründe für Beschwerden. Zugleich gab es das meiste Lob für pflegerische und ärztliche Leistungen. Unterstützt wurde das Benchmark in diesem Jahr erstmals vom Deutschen Krankenhausinstitut, deren Vorstand Dr. Karl Blum Einblicke in seine Arbeit gab. Marie-Christin Sablotni, Referentin Medizin des Clinotel-Krankenhausverbunds, stellte Erfassungsmodelle für die Patientenzufriedenheit innerhalb der Klinikgruppe vor, Greta Schuler, Beraterin des Sozialverbands vdk Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg, informierte über Hilfsangebote für Patienten für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt.


Weitere Informationen zum Symposium Patientendialog finden Sie unter www.patientendialog.de 

Ihr Ansprechpartner vor Ort

Zentrale Unternehmenskommunikation und Marketing
Dieter W. Schleier
Weingartenstraße 70
77654 Offenburg
Tel. 0781 472-8300
E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@ortenau-klinikum.de