Medizin und Gesundheit | Artikel Aktueller Artikel

Arthrose: Gelenkverschleiß erkennen und richtig therapieren

Weltweit ist Arthrose, der frühzeitige Verschleiß von Knorpeln, die häufigste Gelenkerkran-kung. Sie entsteht, wenn die schützende Knorpelschicht in den Gelenken dünner wird, bis die Knochen aufeinander reiben und sich verformen. Dies verursacht Schmerzen – mal mehr und mal weniger stark. Meist sind Knie, Hüfte und die Schultern, manchmal aber auch Hände oder die Zehen betroffen. Im späteren Verlauf lassen sich die Gelenke immer schlechter bewegen und die Lebensqualität schwindet

Schmerzen in den Gelenken sind für viele Arthrose-Patienten tägliche Begleiter. Nicht nur beim Sport sind Einschränkungen spürbar, auch alltägliche Dinge wie das morgendliche Aufstehen oder Treppensteigen werden zur Qual. „Ursache für übermäßigen Gelenkverschleiß ist meist eine zu hohe Belastung, etwa aufgrund erhöhten Körpergewichts, angeborener oder verletzungsbedingter Fehl-stellungen der Gelenke oder wegen Bewegungsmangel“, erklärt Dr. Bruno Schweigert. Als Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Orthopädischen Kliniken am Ortenau Klinikum in Gengenbach und Ober-kirch hat der Experte für Gelenkerkrankungen schon mehr als 5.000 endoprothetische Operationen durchgeführt. Die größte Fachklinik für Orthopädie in der Region verfügt zudem über ein zertifiziertes Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (siehe Schaukasten).

Diagnose Arthrose


In den meisten Fällen entsteht die Arthrose in einem Prozess, wenn Gelenke über einen langen Zeit-raum übermäßig belastet werden. Sie beginnt meist schmerzlos mit der typischen Gelenksteifigkeit. Hat der Verschleiß der Knorpelschicht ein bestimmtes Maß überschritten, ruft dies stechende, schmerzhafte Symptome hervor. Die schützende Knorpelschicht im Gelenk wird dünner, bis die Kno-chen schließlich aufeinander reiben und sich verformen. Schmerzen sind die Folge. Manchmal kön-nen sie nur noch durch den Einsatz eines künstlichen Gelenks gestoppt werden. Insbesondere bei den unter Fünfzigjährigen nimmt die Zahl der an Gelenkverschleiß leidenden Patienten zu. So ist inzwischen fast jeder dritte Deutsche zwischen 40 und 50 Jahren von Arthrose betroffen. Meist sind es Knie oder Hüften, bei denen der Verschleiß der Knorpelschicht schmerzhafte Symptome hervor-ruft, bei sportlichen Aktivitäten und natürlich auch im Alltag. Etwa 90 Prozent der durchgeführten endoprothetischen Eingriffe in Deutschland betreffen diese Gelenke.

Den typischen Behandlungsverlauf einer Gelenkarthrose gibt es übrigens nicht. Viele Patienten wer-den zunächst durch konservative Therapie bei ihrem Hausarzt behandelt. Andere nehmen die Be-handlung eines niedergelassenen Facharztes in Anspruch. Ein Großteil der Patienten stellt sich al-lerdings direkt in der Sprechstunde von Dr. Schweigert vor. Eine sofortige Operation ist aus medizi-nischer Sicht nur in etwa zehn Prozent der Fälle notwendig – wenn größere Knochendefekte durch den Abrieb des Gelenks drohen. Bei der Mehrheit der Betroffenen ist der Gelenkersatz nicht zwin-gend erforderlich, kann die Lebensqualität aber erheblich verbessern. „Das wichtigste Kriterium für meine Patienten ist der Schmerz und die eingeschränkte Lebensqualität. Ich versuche auf keinen Fall zu vermitteln, dass unbedingt sofort operiert werden muss. Betroffene müssen für sich ent-scheiden, wann der richtige Zeitpunkt für sie ist“, erklärt Dr. Schweigert.

Konservative Maßnahmen ausschöpfen


Auch wenn eine Arthrose nicht rückgängig zu machen ist: Durch das richtige Verhalten können Be-troffene in jedem Stadium der Krankheit sehr viel für sich selbst tun, etwa durch Gewichtsabnahme und vor allem Bewegung. „Eine Operation wird dann notwendig, wenn die konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie oder lokale Schmerztherapien ausgeschöpft sind“, betont der Gelenkexperte. Meist ist dies der Zeitpunkt, an dem die Patienten dauerhaft unter Schmerzen und einer erkennbaren Bewegungseinschränkung leiden. Dann kann durch den Einsatz einer Prothese eine echte Steige-rung der Lebensqualität erreicht werden. „Auch sportliche Betätigung ist problemlos wieder möglich, egal ob Radfahren, Langlauf, Nordic Walking oder Schwimmen“, so Dr. Schweigert.

Fachkliniken der Endoprothetik Ortenau

Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung

Klinik für Orthopädie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Orthopädische Rheumatologie

Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach
Standort Gengenbach
Dr. Bruno Schweigert
Leutkirchstr. 32
77723 Gengenbach
Tel. 07803 89-3001
E-Mail: orthopaedie.og@ortenau-klinikum.de 

Mehr als 1.000 Prothesen jährlich, davon ca. 400 Kniegelenks- und ca. 600 Hüftgelenksendoprothesen

Unfallchirurgie und Endoprothetik

Standort Achern
Dr. Klaus Wieselhuber
Josef-Wurzler-Straße 7
77855 Achern
Tel. 07841 700-2200
E-Mail: chirurgie.ach@ortenau-klinikum.de

450 Hüft- und Kniegelenksendoprothesen jährlich

Chirurgische Abteilung

(Unfallchirurgie/Orthopädie)

Dr. Oliver Datz
Oberwolfacher Straße 10
77709 Wolfach
Tel. 07834 970-401
E-Mail: chirurgie.wol@ortenau-klinikum.de

ca. 320 Hüft- und Kniegelenksendoprothesen jährlich, insbes. Oberflächenersatz der Hüfte

Unfall-, Hand- und Wiederherst. Chirurgie

Standort Offenburg Ebertplatz
Dr. Eike Mrosek
Ebertplatz 12
77654 Offenburg
Tel. 0781 472-3301
E-Mail: unfallchirurgie.og@ortenau-klinikum.de

ca. 70 Schulter- und Sprunggelenkendoprothesen jährlich, Spezialprothetik an Schultern, Ellenbogen, Hand- und Sprunggelenk, Frakturendoprothetik aller großen Gelenke

Klinik für Unfall-, Orthopädische und Wirbelsäulenchirurgie

Standorte Lahr und Ettenheim
Prof. Dr. Akhil P. Verheyden
Klostenstraße 19
77933 Lahr
Tel. 07821 93-2303
E-Mail: tina.fader@ortenau-klinikum.de

ca. 450 Hüft- und Kniegelenksendoprothesen jährlich

Chirurgische Abteilung

Rainer Brobeil
Kanzmattstraße 2
77694 Kehl
Tel. 07851 873-129
E-Mail: chirurgie.kel@ortenau-klinikum.de

ca. 120 Hüft- und Kniegelenksendoprothesen

 

 

Patientenzeitschrift Heft 15

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


Jetzt durchblättern

Zum Zeitschriften-Archiv