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Medizin und Gesundheit | Archiv Archivierte Mitteilung

Umfassende Versorgung im Mutter-Kind-Zentrum

90 Prozent aller Kinder kommen gesund zur Welt – ganz natürlich, ohne Komplikationen. Manchmal brauchen Mutter und Kind jedoch eine besondere medizinische Unterstützung. Zum Beispiel wenn die Mutter gesundheitliche Probleme hat, die Kleinen besonders früh dran sind oder Mehrlinge erwartet werden. Gut, eine Klinik in der Nähe zu wissen, die auf Risikoschwangerschaften bestens vorbereitet ist.

Foto: © zhagunov – Fotolia.com

Nina B.* aus dem Kinzigtal musste vor vier Jahren nicht lange überlegen: „Da ich als 39-jährige angehende ‚Zwillingsmama‘ gleich zweifach zur Risikogruppe zählte, kam für mich und meinen Mann nur das Offenburger Mutter-Kind-Zentrum in Frage.“

Mutter und Kind in den besten Händen
Jeden Tag kommen im Mutter-Kind-Zentrum Offenburg Ebertplatz durchschnittlich fünf bis sechs Kinder zur Welt – und mit jeder Geburt ist das Team um eine Erfahrung reicher. „Unser Ziel ist eine sanfte Geburtshilfe in freundlicher und entspannter Atmosphäre, in der sich die Eltern gut betreut fühlen“, sagt Dr. Andreas Brandt, Ärztlicher Leiter und Chefarzt der Frauenklinik am Ortenau-Klinikum Offenburg-Gengenbach. Dabei stellt er klar: „Wir raten bei unauffälligen Schwangerschaften und gesunden Kindern zunächst einmal zu einer natürlichen Geburt und greifen nur ein, wenn es notwendig ist.“ Mütter und Kinder profitieren von der räumlichen Nähe und engen Zusammenarbeit mit der Frauen- und Kinderklinik sowie der Expertise im Bereich der Perinatalmedizin, die sich mit den Erkrankungen und Risiken von Mutter und Kind ab der 24. Schwangerschaftswoche bis 7 Tage nach der Geburt befasst.

Spezialisten stehen bereit
Falls erforderlich, stehen innerhalb kürzester Zeit Anästhesisten, Spezialisten für Neugeborene (Neonatologen) oder auch Kinderkardiologen bereit. Die technische und personelle Ausstattung erfüllt die Anforderungen eines Perinatalzentrums Level I. Das heißt, die Klinik ist für Hochrisikoschwangerschaften und schwerkranke Säuglinge bzw. Frühchen der höchstmöglichen Versorgungsstufe gerüstet. Auf der Intensivstation, die über 12 Betten mit modernsten Überwachungsgeräten verfügt, werden pro Jahr etwa 300 bis 400 Früh- und Neugeborene behandelt, darunter Babys mit weniger als 750 Gramm. Die Statistik belegt: Selbst bei den Allerkleinsten unter 1500 Gramm lag die Überlebensrate 2013 bei etwa 95 Prozent.

Vorgeburtliche Beratung und Diagnostik
Die erfreuliche Erfolgsbilanz des Offenburger Perinatalzentrums ist nicht zuletzt auf die Fortschritte in der pränatalen (vorgeburtlichen) Diagnostik zurückzuführen. Zu den Risikofaktoren, die eine intensivere Kontrolle nahelegen, gehören Vorerkrankungen der Mutter wie Asthma und Diabetes oder mögliche Fehlbildungen des Kindes. „Auch Zwillinge, insbesondere eineiige, sind im Mutterleib größeren Gefahren ausgesetzt und gehören zur Risikogruppe“, so Dr. Brandt.

Zwillinge: Sorge & Glück im Doppelpack
„Bereits Ende des 2. Monats war klar, dass es Zwillinge werden“, erinnert sich Nina B. „Und nach der ersten Aufregung verlief meine Schwangerschaft bis zur 32. Woche völlig komplikationslos.“ Als die Kleinen eine Woche später kaum gewachsen waren, überwies der Frauenarzt seine Patientin zur weiteren, engmaschigen ambulanten Beobachtung an Dr. Brandt in der Offenburger Frauenklinik. Drei Wochen später wurden Leon und Marie* geboren. Etwas früher als geplant, aber gesund. „Spätestens ab der 28. Schwangerschaftswoche sollten Zwillingsschwangerschaften in kürzeren Abständen untersucht werden, um bei Komplikationen rechtzeitig eingreifen zu können – vor allem, wenn sich die Föten Plazenta und/oder Fruchthöhle teilen“, so Dr. Brandt. Mittels moderner Ultraschallgeräte mit Dopplerfunktion lässt sich beispielsweise die Blutversorgung überprüfen oder rechtzeitig erkennen, wenn sich die Nabelschnur des einen Fötus um den Hals des anderen schlingt. In solchen Fällen werden die Kinder bereits zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche mit einem Kaiserschnitt geholt.

Jedes zehnte Kind eine Frühgeburt
Generell kommt in Deutschland etwa jedes zehnte Kind als Frühgeburt, also vor der vollendeten 37. Woche, zur Welt. Bei Zwillingen liegt die Quote noch mal deutlich höher. Dank der verbesserten Vorsorgeprogramme können heutzutage aber auch Zwillingseltern mit einer natürlichen Geburt ohne ernsthafte Probleme rechnen. „Die wahren Herausforderungen liegen wohl noch vor uns“, meint Nina B. und blickt stolz, aber reichlich müde Marie und Leon hinterher, die mit lehmverschmierten Gummistiefeln über die frisch geputzten Fliesen hinaus in den Garten stürmen.

*(Namen wurden geändert)


Kontakt

Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach
Frauenklinik
Prof. Dr. Karsten Münstedt
Dr. Andreas Brandt
Ebertplatz 12
77654 Offenburg
Tel. 0781 472-3501
E-Mail: frauenklinik.og@ortenau-klinikum.de

Hinweis:

Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.