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Mit Bewegungsübungen die Gehirnzellen trainieren

© Arthur Braunstein/Fotolia

Da will man nur schnell ein Buch aus dem Wohnzimmer holen – und dann steht man vorm Regal und weiß nicht mehr, was man wollte. Wenn einen die kleinen grauen Zellen öfter mal im Stich lassen, ist es höchste Zeit, sie zu trainieren. Denn genau wie die Muskeln braucht das Gehirn regelmäßiges Training, um leistungsfähig zu bleiben. In der Ortenau Gesundheitswelt stellen wir Ihnen in den kommenden Ausgaben verschiedene Methoden und wirkungsvolle Übungen vor, mit denen Sie Körper und Geist auf Trab bringen. Beginnen wir mit unseren grauen Zellen.

Denksport mit Ball
Nicht allein über dem Rätselheft brüten macht schlau, sondern Bewegung. Schließlich ist das Gehirn nicht nur dazu da, Rechenaufgaben zu lösen, sondern es koordiniert jede unserer Bewegungen. Komplexe Bewegungsabläufe wie zum Beispiel Jonglieren bringen die grauen Zellen daher richtig auf Touren. Neue Verknüpfungen machen schlau Das kann man sich so vorstellen: Im Gehirn sind unterschiedliche Bereiche für unterschiedliche Aufgaben zuständig (visuelle Eindrücke verarbeiten, rechte Hand bewegen, linke Hand bewegen ...). Koordinationsübungen und das Lernen neuer (Bewegungs-) Abläufe regen das Gehirn an, neue Verknüpfungen und Nervenverbindungen zwischen diesen einzelnen Bereichen anzulegen. Und je mehr Verbindungen entstehen, desto leistungsfähiger wird das Gehirn. Man kommt schneller auf neue Ideen, man merkt sich leichter neue Dinge, kann sich besser konzentrieren und schneller zwischen verschiedenen Aufgaben hin- und herwechseln (das berühmte Multitasking). Außerdem werden Stressgefühle – etwa Versagensängste, Überforderung – besser bewältigt.

Multitasking mit zwei Bällen
Eine ideale Übung, um das Gehirn zu neuen Verknüpfungen anzuregen, ist das Jonglieren. Jonglieren ist leichter, als man denkt: In unserem nebenstehenden Infokasten erklären wir Ihnen, wie Sie mit zwei Bällen und ein wenig Training Ihre grauen Zellen auf Trab bringen. Aber auch mit anderen, leicht zu erlernenden Übungen regen Sie Ihren Geist an und tun etwas für Ihre mentale Gesundheit.

Nachgefragt
Drei Fragen an Harry Huhn, leitender Physiotherapeut am Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim

Herr Huhn, ist das Training der grauen Zellen anstrengend?
Nein. Man muss nicht einmal sehr ins Schwitzen kommen, um beim Training der Koordination erfolgreich zu sein. Denn anders als im Sport geht es nicht darum, Bewegungsabläufe zu automatisieren. Im Gegenteil: Sobald eine Übung reibungslos klappt, sollte man den Schwierigkeitsgrad steigern.

Wie oft muss man trainieren?
Eine Stunde Training pro Woche genügt. Die positiven Effekte zeigen sich dann schon nach wenigen Wochen.

Wer kann die in diesem Magazin und im Internet beschriebenen Übungen absolvieren?
Zum Trainieren der Koordination braucht es keine besonderen Voraussetzungen. Die Übungen eignen sich ebenso gut für Kinder wie für Senioren. Und gestresste Berufstätige, Mütter und Väter können sich mit geringem Aufwand wirkungsvoll gegen die Unbilden des Alltags wappnen. Mit Köpfchen kommt man eben einfach leichter durchs Leben. Mein Tipp, versuchen Sie es erst einmal mit zwei Jongliertüchern. Probieren Sie es aus!

 

weitere Jonglier-Übungen finden Sie hier

Prof. Dr. Akhil P. Verheyden
Leitender Arzt
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,
Physikalische Therapie,
Notfallmedizin
Harry Huhn
Leitender Physiotherapeut
Physiotherapeut, Manualtherapeut, Physiotherapeutischer Arbeitsplatzberater

 

Kontakt
Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim
Physiotherapie Lahr

Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim
Klinik für Unfall-, Orthopädische und Wirbelsäulenchirurgie

Patientenzeitschrift Heft 15

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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