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Medizin und Gesundheit | Archiv Archivierte Mitteilung

Dr. Michael Rost vom Ortenau Klinikum im Interview

Fragen an Dr. Michael Rost, Leitender Arzt und Ärztlicher Direktor der Inneren Medizin am Ortenau Klinikum Oberkirch

Dr. Michael Rost, Leitender Arzt und Ärztlicher Direktor der Inneren Medizin am Ortenau Klinikum Oberkirch

Herr Dr. Rost, wie wird der Event-Rekorder implantiert und inwieweit beeinflusst er seinen Träger?

Das Gerät wird mit einem kleinen Hautschnitt unter die Haut geschoben. Das geht schnell, denn im Gegensatz zu Herzschrittmachern benötigt der Rekorder keine direkte Verbindung zum Herzen. Der Rekorder ist etwa so groß wie ein normaler USB-Stick. Die Patienten bemerken ihn im Alltag gar nicht: Sport und Sauna – alles bleibt wie bisher möglich. Wir empfehlen sicherheitsweise aber Handys auf leichtem Abstand zum Rekorder zu halten, damit mögliche elektrische Störfelder verhindert werden.

Der Event-Rekorder hilft Ihnen, die richtige Diagnose zu stellen. Wie geht es weiter, wenn eine Herzrhythmusstörung erkannt wurde?

Das kommt auf Art, Dauer, Ursache und Ausmaß der Herzrhythmusstörung an. Steht hinter den Beschwerden etwa ein immer wieder auftretendes Vorhofflimmern, ist bei vielen Patienten eine Hemmung der Blutgerinnung („Blutverdünnung“) erforderlich. Diese dient dazu, Schlaganfälle zu verhindern, die durch im flimmernden Vorhof entstehende Gerinnsel verursacht werden. Findet man einen zu langsamen Herzrhythmus oder gar längere Pausen in der Herzaktion, muss ein Herzschrittmacher implantiert werden.
 
Wie können wir unser Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senken?

Einen großen und negativen Einfluss auf unsere Herzgesundheit hat das Rauchen. Das ist schon lange bekannt. Eine Studie belegt, dass es in der Schweiz nach Einführung des Rauchverbotes in Gaststätten zu einer deutlichen Verminderung von Herzinfarkten kam, vor allem bei Nichtrauchern. Dies beweist, dass auch Passivrauchen schädlich ist. Auch zu hohe Blutfettwerte belasten unser Herz und können sogar einen Herzinfarkt verursachen. Für ein gesundes Gewicht und niedrige Blutfettwerte kann zum Glück jeder selbst sorgen: Eine vollwertige Ernährung und Herz-Kreislauf-Training bewähren sich seit jeher. Für manche Menschen sind zusätzlich blutfettsenkende Medikamente wichtig. Eindeutig Gift für das Herz ist außerdem Stress. Menschen, die im Alltag dauerhaft unter Strom stehen, sollten ihren  Lebensstil grundsätzlich überdenken – gerne auch im ärztlichen Gespräch. Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes mellitus sollten wegen ihres erhöhten Risikos für koronare Erkrankungen regelmäßig zur ärztlichen Kontrolle gehen und ihr Herz untersuchen lassen.

Kontakt:

Ortenau Klinikum Oberkirch
Innere Medizin

Dr. Michael Rost
Franz-Schubert-Straße 15
77704 Oberkirch
Tel. 07802 801-110
E-Mail: innere.obk@ortenau-klinikum.de

Patientenzeitschrift Heft 17

Die Ortenau Gesundheitswelt informiert Patienten und Besucher des Ortenau Klinikums halbjährlich über wichtige Gesundheitsthemen wie Prävention, Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.


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