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Medizin und Gesundheit | Archiv Archivierte Mitteilung

Warum das Knie beim Fußball entscheidend sein kann

Deutschland ist in Fußballstimmung! In den letzten Wochen vor der Fußball-WM 2018 in Russland steigt die Vorfreude auf spannende Spiele und hochklassige sportliche Leistungen. Die Fans freuen sich auf intensive Zweikämpfe, leidenschaftlichen Einsatz und packende Laufduelle. Neben der Motivation und gutem Training ist für den Erfolg der Spieler vor allem körperliche Gesundheit sehr wichtig – doch das Verletzungspech der Mannschaft reißt nicht ab.

Bei Fußballern kommen Knieverletzungen häufig vor.

Schon eine falsche Bewegung kann für einen Fußballspieler verheerende Folgen haben. Das musste Antonio Rüdiger (AS Rom) bei der Fußball-EM in Frankreich 2016 schmerzlich erfahren, der sich direkt nach Ankunft im EM-Quartier im französischen Evian während des öffentlichen Trainings der deutschen Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zuzog. Nach einem Zweikampf mit Thomas Müller (FC Bayern München) wird der Innenverteidiger erst minutenlang behandelt. Dann humpelt er, gestützt von zwei Helfern, vom Feld. Insgesamt wird er rund sechs Monate pausieren müssen.

Aufgrund des nicht ausgeheilten Muskelfaserrisses von Mats Hummels (BVB, ab 1. Juli 2016 FC Bayern München) galt der Einsatz von Rüdiger beim ersten EM-Spiel gegen die Ukraine als sicher. Mit seiner Verletzung setzt sich die Pechsträhne der Nationalmannschaft fort, die bereits auf die Dortmunder Ilkay Gündogan (ausgerenkte Kniescheibe) und Marco Reus (Entzündung am Ansatz der Adduktoren) verzichten muss. Einmal mehr zeigt sich, dass aus rein medizinischer Sicht der Fortschritt der Deutschen in hohem Maße vom am meisten beanspruchten Gelenk bei Fußballern abhängt: dem Knie. Verletzungen können zu einer langen Ausfallzeit führen und eine aktive Fußballerkarriere sogar frühzeitig beenden – auch bei einem Stammspieler in bester gesundheitlicher Verfassung.

So erging es beispielsweise dem früheren Nationalspieler und heutigen Sportvorstand des FC Bayern, Matthias Sammer, der seine Karriere 1999 wegen einer Knieverletzung an den Nagel hängen musste, nachdem diese ihn bereits die WM-Teilnahme 1998 gekostet hatte. Auch im aktuellen Kader der Nationalmannschaft waren Knieverletzungen schon vor dem Ausfall Rüdigers ein großes Thema: Bereits zur WM 2014 mussten einige Spieler um ihren Einsatz bangen. Nationalspieler Sami Khedira erlitt im November 2013 einen vorderen Kreuzbandriss und einen Innenbandriss im rechten Knie, kämpfte sich aber bis zur WM wieder zurück. Bei Mario Gomez war das Innenband verletzt und teilweise gerissen. Während des Reha-Trainings kam eine Sehnenentzündung im Knie hinzu. Eine Zerrung des Kollateralbands, die er sich dieses Mal im anderen Knie bei einem Ligaspiel Ende März 2014 zuzog, führte schließlich dazu, dass er während der Weltmeisterschaft nicht auf den Platz geschickt wurde.

Besonders lang ist die Leidensgeschichte des Innenverteidigers Holger Badstuber. Einem Kreuzbandriss im Jahr 2012 folgte ein Jahr später ein weiterer. Im Februar 2016 zog er sich dann während eines Trainings eine Sprunggelenksfraktur zu. Eine Teilnahme an der EM 2016 ist für ihn nicht möglich. Auch für Kapitän Bastian Schweinsteiger sah es nach zwei Knieverletzungen in Folge nicht gut aus. Mit Manchester United spielte er Anfang des Jahres im FA-Cup gegen Sheffield United und zog sich einen Innenband-Anriss im rechten Knie zu – dies bedeutete zwei Monate Pause. Ende März dann der erneute Rückschlag: Er verletzt sich das Knie während des Trainings mit der Nationalmannschaft und zieht sich abermals einen Innenband-Teilriss im rechten Knie zu. Nach intensivem Rehatraining reist er dennoch mit zur EM. 





Kreuzbandriss: die häufigste Knieverletzung

Fußballer erleiden besonders oft Risse im vorderen Kreuzband, beispielsweise wenn sie ihr Knie verdrehen oder nach einem Sprung nach innen wegknicken. Auch das Abbremsen nach einem Sprint kann zu einer solchen Verletzung führen. Das vordere Kreuzband ist maßgeblich für die Stabilität des Kniegelenks verantwortlich. Erfahrungsgemäß kann ein Riss langwierige Ausfallzeiten nach sich ziehen.

Reha-Dauer bei einem Profispieler
Nach der operativen Behandlung dauert es ungefähr sechs Monate, bis das Kreuzband eingeheilt ist. Danach findet ein individuelles Muskelaufbau- und Koordinationstraining statt, das in der Regel für einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten angesetzt wird. Profi-Spieler können bei optimalem Heilungsverlauf nach ungefähr sechs Monaten wieder in das  Mannschaftstraining zurückkehren. Ihr individuelles und intensives Training sorgt dafür, dass sie im Vergleich zu Amateurspielern wesentlich schneller wieder fit sind. Auf diese Weise schaffte es Sami Khedira 2014 nach nicht einmal sechs Monaten Verletzungspause doch noch zur WM und konnte sich anschließend über den Weltmeistertitel freuen.

Verletzungen am Innenband
Dass sich Fußballer am Innenband verletzen, ist keine Seltenheit. Das Innenband verläuft an der Innenseite des Knies und verbindet gemeinsam mit dem Außenband den Ober- mit dem Unterschenkel. Beim Abknicken, beim Rotieren oder bei Krafteinwirkung auf die Außenseite des Knies bei gleichzeitig fixiertem Fuß kann es zu einem Riss kommen. Nach einer solchen Innenbandruptur werden Spieler mit Physiotherapie, Kräftigungsübungen und Ausdauertraining wieder an ihr vorheriges Leistungsniveau herangeführt. Je nach Schwere der Verletzung kann es sechs bis acht Wochen dauern, bis die Spieler wieder am Fußballtraining teilnehmen können.

Weitere mögliche Verletzungen
Neben den Bändern sind häufig auch die Menisken verletzungsanfällig. Menisken sind sichelförmige Knorpel, die sehr starke Kräfte abfedern und Druck verteilen. Die Fasern im Meniskus können bei Bewegungen reißen, bei denen Druck und Dehnung zur selben Zeit im Knie auftreten. Diese werden Scherbewegungen genannt. Die Prognose bei Meniskusrissen hängt von der Art und Schwere der Verletzung ab, ist in der Regel jedoch gut. Die Ausfallzeit beträgt in der Regel vier bis acht Wochen.


Wenn auch Sie Probleme mit Ihrem Knie haben, hilft Ihnen Ihre Fachklinik vor Ort


Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch

Betriebsstelle Achern
Unfallchirurgie und Endoprothetik
Dr. Wolfgang Beeres
Josef-Wurzler-Str. 7
77855 Achern
Tel. 07841 700-2200
E-Mail: chirurgie.obk@ortenau-klinikum.de
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Betriebsstelle Oberkirch
Unfallchirurgie, Orthopädie und Endoprothetik
Dr. Wolfgang Beeres
Dr. Bruno Schweigert
Franz-Schubert-Str. 15
77704 Oberkirch
Tel. 07802 801-141
E-Mail: chirurgie.obk@ortenau-klinikum.de
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Ortenau Klinikum Kehl
Allgemeinchirurgie

Rainer Brobeil
Kanzmattstr. 2
77694 Kehl
Tel. 07851 873-129
E-Mail: chirurgie.kel@ortenau-klinikum.de
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Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim

Unfallchirurgie, Orthopädische- und Wirbelsäulenchirurgie
Betriebsstelle Lahr
Prof. Dr. Akhil P. Verheyden
Klostenstr. 19
77933 Lahr
Tel. 07821 93-2303
E-Mail (Sekretariat): Tina.Fader@ortenau-klinikum.de 
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Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach

Betriebsstelle Gengenbach
Orthopädie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Orthopädische Rheumatologie
Dr. Bruno Schweigert
Leutkirchstr. 32
77723 Gengenbach
Tel. 07803 89-3001
E-Mail: orthopaedie.og@ortenau-klinikum.de  
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Betriebsstelle Offenburg Ebertplatz
Unfallchirurgie, Handchirurgie und Wiederherstellende Chirurgie, Hand-Trauma-Zentrum
Dr. Eike Mrosek
Ebertplatz 12
77654 Offenburg
Tel. 0781 472-3301
E-Mail: unfallchirurgie.og@ortenau-klinikum.de
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Ortenau Klinikum Wolfach
Chirurgie
Dr. Oliver Datz
Oberwolfacher Str. 10
77709 Wolfach
Tel. 07834 970-401
E-Mail: chirurgie.wol@ortenau-klinikum.de  
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Hinweis:

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