Ausbildung und Beruf Interview

Interview

"Ich will nicht symptombezogen pflegen, sondern ganzheitlich und individuell"

Interview mit Sarina Baumann, Auszubildende Gesundheits- und Krankenpflege im 3. Lehrjahr am Bildungszentrum in Achern

Sarina Baumann

Name: Sarina Baumann
Alter: 21
Ausbildung: Gesundheits- und Krankenpflege (3. Lehrjahr)
Hobbys: Freizeit in Gesellschaft meiner Freunde, Kochen, Filme und Literatur

Ortenau Gesundheitswelt: Sarina, was macht dir besonders viel Spaß an deiner Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin?

Sarina: Als Spaß empfinde ich, wenn sich Theorie und Praxis zusammenfügen. Die Antwort auf Fragen zu kennen, die ich vor Beginn der Ausbildung noch nicht einmal erahnen konnte. Wissen macht Spaß, und damit die Gesundheit von Menschen fördern zu können, gibt diesem Wissen einen ganz besonderen Wert.

OG: Warum hast du dich für eine Ausbildung am Ortenau Klinikum entschieden?

Sarina: Die Größe des Krankenhauses (Achern) in dem ich arbeite ist, im Verhältnis zu anderen Häusern des Ortenau Klinikums, klein. Das Wort "klein" wird oftmals negativ ausgelegt, gerade in einer Gesellschaft in der alles größer, neuer und besser sein soll. "Klein" ist aber in diesem Fall genau das, was ich wollte. Denn hier bedeutet dies für mich, dass ich meine Kollegen kenne und sie kennen mich. Sie wissen um meine Stärken und Schwächen, was mir bei meinem Lernprozess eine enorme Stütze ist. Die Anzahl der Fachbereiche mag hier überschaubar sein, dafür bieten sie mir aber die Möglichkeit Eindrücke zu sammeln, die in größeren Kliniken, mutmaßlich, nicht möglich sein könnten, z.B. durch weitaus kürzere Praxiseinsätze. Zudem bietet die überschaubare Größe unseres Bildungszentrums Raum, um jeden Schüler individuell zu fördern, sofern er es zulässt. Lehrer und Dozenten sind stets zur Stelle, um aufkommende Fragen zu beantworten und bemühen sich sehr um eine entspannte Lernatmosphäre. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich persönlich mag es überschaubar und persönlich. Das Schöne am Ortenau Klinikum ist aber, dass es eben nicht nur "klein" gibt, denn wem es nach mehr Vielfalt an Fachbereichen und schnellerem Durchlauf sinnt, ist mit größeren Häusern des Kompetenzverbundes bestens bedient.

OG: Was liegt dir im Umgang mit den Patienten besonders am Herzen?

Sarina: Unsere Lehrer sagen immer: "den Patienten da abholen, wo er steht". Beispielsweise benötigen zwei Patienten mit dem gleichen Krankheitsbild dennoch unterschiedliche Pflege. Ich will nicht symptombezogen pflegen, sondern ganzheitlich und individuell.

OG: Wie sieht ein „ganz normaler“ Tag bei deiner Ausbildung aus?

Sarina: Jede Schicht beginnt mit der Übergabe, in der Regel arbeiten wir in Form der Bereichspflege. Auch ich darf mich inzwischen persönlich um kleine Patientengruppen kümmern – immer mit einer examinierten Fachkraft, die mir bei Fragen zur Seite steht. Anhand der Informationen, die ich bisher erhalten habe, ordne ich zunächst nach Priorität. Einfluss darauf nehmen unter anderem OPs, Zustand und Gewohnheiten des Patienten, Untersuchungstermine, Visiten und allgemeine Stationsabläufe, die mir helfen, die Pflegesituation zu erkennen, zu erfassen und zu bewerten. Die Pflegeplanung ist Bestandteil jedes Arbeitstages. Ich wähle Maßnahmen aus, führe sie durch und evaluiere nach einem bestimmten, festgelegten Zeitpunkt – das ist ein Regelkreis, der sich schließt. Zum Alltag gehört aber nicht nur der stationäre Aufenthalt des Patienten, auch das Entlassmanagement spielt eine zentrale Rolle. Das heißt, ich ermittle Patienten mit poststationärem Unterstützungsbedarf zur Wiedereingliederung in die gewohnte Umgebung. Beendet wird ein ganz normaler Tag ähnlich wie er begonnen hat: mit einer Übergabe an meine Kollegen der Ablöseschicht.

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