Ausbildung und Beruf Interview

Interview

"Umwege und Fehler sind erlaubt und wichtig"

Interview mit Peter Fuchs, Leiter des Bildungszentrums für Gesundheits- und Pflegeberufe in Lahr

Abbildung Peter Fuchs

Peter Fuchs

Name: Peter Fuchs
Beruf: Leiter des Bildungszentrums für Gesundheits- und Pflegeberufe in Lahr, Lehrer für Pflegeberufe
Hobbys: Badminton, Joggen, Ski Alpin, Lesen

Ortenau Gesundheitswelt: Herr Fuchs, welche Ausbildungsberufe und Fortbildungen bieten Sie am Bildungszentrum in Offenburg an?

Peter Fuchs: Wir bieten folgende Aus- und Weiterbildungen an: Gesundheits- und Pflegeberufe, Bachelor of Arts in der Pflege, Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie, Weiterbildung Leitung einer Station oder Einheit, Weiterbildung Praxisanleiter.

OG: Welches Konzept, welche Leitlinien verfolgen Sie im Bildungszentrum?

Peter Fuchs: Unser Ziel ist es, Menschen zu kompetenten Fachkräften auszubilden. Konstruktives Miteinander ist dabei die Basis für unser Konzept. Wir wollen Freude am eigenen Lernen wachsen lassen und Lust an der eigenen Verantwortung schaffen. Umwege und Fehler sind erlaubt und wichtig. Voraus- und Querdenken ist erwünscht. Neben der Fachkompetenz sind Kommunikations- und Teamfähigkeit sehr wichtig für uns. Unsere Feedbacks geben Auszubildenden dabei eine hilfreiche Orientierung.

OG: Wie viele Auszubildende unterrichten Sie und Ihre Kollegen zur Zeit?

Peter Fuchs: Derzeit unterrichten wir 90 Auszubildende.

OG: Das Ortenau Klinikum ist regional stark verwurzelt. Kommen Ihre Auszubildenden aus der Region?

Peter Fuchs: Ja, überwiegend aus der südlichen Ortenau.

OG: Welche Schulausbildung sollten angehende Auszubildende mitbringen?

Peter Fuchs: Entsprechend der Vorgaben des Krankenpflegegesetzes sollten die Bewerber eine Mittlere Reife oder mindestens eine gleichwertige Schulbildung haben.

OG: Als Bildungszentrumsleiter haben Sie einen vielfältigen Aufgabenbereich. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag am Bildungszentrum aus?

Peter Fuchs: Meine Aufgaben sind Unterricht in allen Bildungsangeboten, Stunden- und Einsatzplanung, Begleitung der Schüler in der Praxis, Schulorganisation, Kontakt zur Aufsichtsbehörde und Prüfungskorrespondenz. Dazu kommen Beratung von Schülern und Mitarbeitern, Öffentlichkeitsarbeit, Haushaltsplanung, Statistik, Kontakt zu Bildungspartnern, Qualitäts- und Personalentwicklung, Materialbeschaffung, Unterrichtshospitanz sowie die Begleitung und Förderung von Studenten.

OG: Das Bildungszentrum steht in enger Verbindung zum Ortenau Klinikum. Welche Vorteile ergeben sich aus dieser Zusammenarbeit mit Pflegekräften und Ärzten?

Peter Fuchs: Wir sind ein Teil des Ortenau Klinikums. Durch unsere Arbeit sichern wir die Personalausstattung. Umgekehrt werden wir durch Fachkräfte und Ärzte unterstützt, den Bildungsauftrag zu erfüllen. Wir sind ein wichtiger Teil der Qualitätssicherung.

OG: Worin unterscheiden sich die Anforderungen an Auszubildende im Pflegebereich von denen anderer Ausbildungsberufe?

Peter Fuchs: Es werden ungewöhnlich hohe Anforderungen an die sozialen,  personalen und  kommunikativen Kompetenzen gestellt. Jeder Patient ist anders und das Arbeiten nach "Schema F" ist dadurch nicht möglich. Wenn in anderen Ausbildungsberufen das konsequente Einhalten von (Qualitäts-)Standards erwartet wird, sind unsere Auszubildenden gefordert, wohlüberlegt und begründet vom Standard abzuweichen, wenn es erforderlich ist.

OG: Welche wichtigen Eigenschaften sollte ein Pflegeschüler unbedingt mitbringen?

Peter Fuchs: Er sollte Freude an der Arbeit mit Menschen, die Bereitschaft, selbstreflektiert verantwortliche Aufgaben zu übernehmen, Interesse an der Pflegewissenschaft, Kreativität und die Fähigkeit, "quer zu denken" mitbringen.

OG: Welche persönlichen und beruflichen Chancen sehen Sie für Auszubildende im Pflegebereich?

Peter Fuchs: Die Pflege ist ein Beruf, der sehr viele Entwicklungsmöglichkeiten bietet. "Techniker" finden ebenso ihren Platz, wie "Gefühlsmenschen".

OG: Was wünschen Sie sich in Zukunft für die Pflegeausbildung?

Peter Fuchs: Dass die Gesellschaft erkennt, welche Potentiale in einer professionellen Pflege stecken. Pflegen kann nicht jeder.

OG: Sie arbeiten täglich mit jungen Menschen zusammen. Was macht Ihnen an der Arbeit mit den Auszubildenden besonders viel Spaß?

Peter Fuchs: Die enorme Abwechslung bei der Begegnung mit Individuen. Die Entwicklung von Menschen und deren Entfaltung von Eigenschaften.

OG: Was ist Ihnen beim Umgang mit den Pflegeschülerinnen und -schülern besonders wichtig?

Peter Fuchs: Humor und Konsequenz.

OG: Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Schülerinnen und Schüler?

Peter Fuchs: Ich wünsche ihnen Arbeitsfelder, an denen Sie das erlernte ausüben und weiterentwickeln können.

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