Gemeinsam gegen Gefäßerkrankungen

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Gemeinsam gegen Gefäßerkrankungen

Gefäßerkrankungen zählen zu den häufigsten Zivilisationskrankheiten. Ursachen und Risikofaktoren sind das Rauchen, Diabetes mellitus, aber auch Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Die möglichen Folgen von Gefäßerkrankungen sind dramatisch:

Sie reichen von der Schaufensterkrankheit, bei der die Gehstrecke der Patienten wegen einer stark verminderten, arteriellen Durchblutung eingeschränkt ist, bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt.

Vorteil Gefäßzentrum

Um Patienten, die an Gefäßerkrankungen leiden, optimal behandeln zu können, finden Diagnose, Betreuung und Therapie immer häufiger in Gefäßzentren statt. In solchen Einrichtungen arbeiten Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen wie Angiologen, Gefäßchirurgen und Radiologen eng zusammen. „Von dieser Zusammenarbeit, wie wir sie im zertifizierten Gefäßzentrum am Ortenau Klinikum in Lahr praktizieren, profitieren besonders Patienten mit komplexen und fortgeschrittenen Krankheitsbildern“, so Dr. Werner Lindemann, Leiter des Gefäßzentrums Lahr und Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie am Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim.

Gefäßzentrum Lahr


Bereits im September 2003 wurde das Gefäßzentrum Lahr als erstes Zentrum in Baden-Württemberg von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) zertifiziert. Dort haben sich die Gefäßchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Lindemann, die Radiologie unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Billmann, die Kardiologie und Angiologie unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Mauser sowie die Neurologie unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Schuchardt als Behandlungspartner zusammengeschlossen. Vorteil dieser interdisziplinären Zusammenarbeit von Ärzten mehrerer Fachabteilungen: Jeder Patient erhält die für ihn passende Untersuchungs-und Behandlungsmethode – das bedeutet Therapie auf höchstem Niveau. Seit Februar 2011 ist am Ortenau Klinikum in Lahr zudem ein sogenannter Hybrid-OP im Einsatz, der vor allem für Operationen an Gefäßen genutzt wird. 

Mehr Sicherheit durch Hightech Operationen 

In einem Hybrid-OP stehen neben der hochwertigen OP-Ausstattung zur Durchführung chirurgischer Eingriffe auch sogenannte bildgebende Großgeräte zur Verfügung – in Lahr ist dies etwa eine Angiographie-Anlage. Dieses hochmoderne Gerät macht auch kleinste Gefäße sichtbar: Es liefert den Gefäßspezialisten während der Operation hochauflösende Durchleuchtungsbilder und dreidimensionale Darstellungen der Gefäße. Das bedeutet: Bessere Diagnosen sind möglich, Eingriffe können mit einem Höchstmaß an Präzision kontrolliert und bewertet werden, um beispielsweise Komplikationen beziehungsweise Folgeoperationen zu vermeiden.

Verengte Halsschlagader

Einer der vielen Behandlungsschwerpunkte am Gefäßzentrum Lahr ist die Behandlung der verengten Halsschlagader (Carotis), um einen drohenden Schlaganfall zu verhindern. „Jedes Jahr erleiden etwa 200.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Bei etwa 15 Prozent der Fälle ist eine verengte oder verschlossene Halsschlagader der Auslöser“, so Dr. Lindemann.  „Durch operative Ausschälung oder Implantation so genannter Stents kann ein Schlaganfall verhindert werden.“ Ein Stent ist ein kleines Gittergerüst in Röhrchenform, das in Blutgefäße eingebracht wird, um sie dauerhaft zu stabilisieren beziehungsweise offen zu halten.

Großes Leistungsspektrum

Im Gefäßzentrum Lahr besitzen auch die Behandlung und schonende Operation bei Krampfaderleiden einen hohen Stellenwert. Krampfadern sind knotenförmige, blau schimmernde Venen, die meist in geschlängelter oder verästelter Form an der Hautoberfläche der Beine liegen. Im Anfangsstadium häufig nur ein kosmetisches Problem, sollten sie spätestens dann behandelt werden, wenn die Betroffenen etwa unter Schwere- oder Müdigkeitsgefühl in den Beinen leiden. Auch die Therapie der „Schaufensterkrankheit“, bei der es zum schmerzhaften Verschluss von Arterien in den Beinen kommt, gehört zum Leistungsspektrum der Gefäßexperten. Ziel ist hier die  Verbesserung der Geh-Strecke bzw. die Verhinderung eines Beinverlustes (Amputation). Bei Aussackungen der Hauptschlagader (Aneurysma) kann meist durch eine schonende Stent-Behandlung im Hybrid-OP – bei Bedarf auch durch eine offene Operation – die drohende Gefahr des Platzens der Hauptschlagader abgewendet werden. „Über fundierte Kenntnisse verfügt unser Team aber auch bei der Behandlung eher seltener Gefäßerkrankungen wie etwa Verengungen von Darm- oder Nierenschlagadern“, erläutert Dr. Lindemann. Das Gefäßzentrum Lahr sichert täglich über 24 Stunden eine Versorgung von gefäßchirurgischen Notfällen wie Aneurysma, Embolien, Thrombosen und akutem oder drohendem Schlaganfall. 

Nachgefragt bei Herrn Dr. Lindemann, Leiter des Gefäßzentrums Lahr und Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie am Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim, Leiter des Pankreaszentrums Lahr sowie Standortleitung Lahr des Darmzentrums Ortenau.

Herr Dr. Lindemann, Sie leiten das zertifizierte Gefäßzentrum Lahr. Was hat es mit dieser Zertifizierung genau auf sich?

 

Wir in Lahr haben diese Standards bereits 2003 als erstes baden-württembergisches Zentrum überhaupt erfüllt. Inzwischen ist die Zertifizierung der DGG auch erneuert worden.

Welche Vorteile bietet ein Gefäßzentrum dem Patienten?


Kurz gesagt: Die interdisziplinäre und enge Zusammenarbeit von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen. Wir bieten unseren Patienten alle modernen Möglichkeiten der radiologischen Diagnostik, der interventionellen Gefäßbehandlung sowie gefäßchirurgischer Operationstechniken.

Seit Februar 2011 gibt es am Ortenau Klinikum in Lahr zudem einen sogenannten Hybrid-OP. Welche Vorteile bietet dieser?


Der neue Hybrid-OP hat unsere operativen Behandlungsmöglichkeiten von Gefäßerkrankungen entscheidend erweitert. Dazu muss man wissen, dass im Bereich der Herzchirurgie schon einige Zentren über Hybrid-Operationsäle verfügen, etwa zur minimal-invasiven Implantation von Herzklappen. Im gefäßchirurgischen Bereich sind dagegen in Deutschland nur wenige Kliniken mit einem Hybrid-OP ausgestattet. Unser Hybrid-Operationssaal in Lahr umfasst etwa einen vollwertigen radiologischen Kathetermessplatz mit einer um 360 Grad beweglichen Röntgenanlage. Gefäßchirurg, Anästhesist und Radiologe können hier gemeinsam Untersuchungen und Therapien nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen durchführen. Davon profitieren vor allem Risikopatienten, also Patienten mit Einschränkungen der Nierenfunktion, bei denen kontrastmittelsparende Verfahren zur Anwendung kommen können. Oder auch ältere Patienten, bei denen Mehrfach-Untersuchungen vermieden werden sollten.

Nominiert für den Klinik Award 2011
Ortenau Gesundheitswelt

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Alle in diesem Online-Magazin enthaltenen allgemeinen Empfehlungen ersetzen nicht den ärztlichen Rat bei individuellen Erkrankungen. Bitte suchen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer Ihren Hausarzt oder niedergelassenen Facharzt auf.

 

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