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schon morgen geschlossen werden, son-

dern noch zwölf Jahre bestehen und es wird

noch geraume Zeit dauern, bis wir unum-

kehrbare Entscheidungen zu treffen haben.

Deshalb werden wir in dieser Zeit in diese

Häuser auch noch investieren und demons-

trieren damit, dass wir es mit der reellen

Chance einer Überprüfung ehrlich meinen.

Das Gesundheitssystem verändert sich

in so rasanter Geschwindigkeit. Deshalb

müssen wir so lange wie möglich flexibel

bleiben, um auf politische, medizinische

und ökonomische Entwicklungen reagieren

zu können. Mit der Überprüfungsklausel

tragen wir etwaigen Veränderungen von

Sach- und Erkenntnislagen Rechnung“, be-

tonte Scherer. Die Beschlüsse stehen inso-

weit unter dem Vorbehalt der Überprüfung

durch den Kreistag, als keine angemessene

Förderung durch das Land Baden-Württem-

berg erreicht werden kann.

Erste Umsetzungsentscheidungen

Nach der Entscheidung über die Grundstruk-

tur der „Agenda 2030“ fasste der Kreistag

drei weitere Beschlüsse, die bereits der

Umsetzung der Agenda 2030 dienen. Mit

großer Mehrheit beschlossen wurde ein

Klinikneubau auf dem Gemeindegebiet

der Stadt Offenburg, in dem bis zum Jahr

2030 die derzeitigen Standorte Ebertplatz,

St. Josefsklinik und Gengenbach sowie

teilweise die Standorte Kehl und Ober-

kirch zusammengeführt werden sollen.

Für die weitere, gleichwertige Prüfung der

grundsätzlichen Machbarkeit der Standorte

„Nördlich Windschläg“ und „Nordwestlich

Holderstock“ sprach sich der Kreistag mit

dazu erforderlichen Neu- oder Umbaumaß-

nahmen – seine stationären Leistungen an

den vier Krankenhausstandorten in Offen-

burg, Lahr, Wolfach und Achern erbringen.

Die Standorte Offenburg und Lahr werden

als Häuser der Maximalversorgung weiter-

entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt sollen die

Standorte in Oberkirch, Kehl und Ettenheim

als stationäre Standorte aufgegeben und

als Gesundheitszentren mit Portalfunktion

sowie Notarzt/Notfallstandorte weiterge-

führt werden. Die dortigen Leistungsan-

gebote und Gesundheitsdienstleistungen

sollen im Wege eines partnerschaftlichen

Dialogs zwischen allen Beteiligten unter

anderem im Rahmen sektorenübergrei-

fender Strukturgespräche und in der Kom-

munalen Gesundheitskonferenz (KGK) in

enger Abstimmung mit dem Krankenhaus-

ausschuss erarbeitet werden. Dabei soll die

erforderliche Verzahnung zwischen statio-

nären Klinikangeboten, Notfallversorgung

und ambulanter Versorgung besondere Be-

achtung finden. Bis zur Umwandlung dieser

Standorte zu Gesundheitszentren sollen die

Häuser auf Grundlage des Modells Landrat

bedarfsgerecht fortgeführt werden.

Die Kreistagsentscheidung beinhaltet auch

den Vorschlag von Landrat Frank Scherer,

die jetzt getroffenen Beschlüsse längstens

bis zum Jahr 2025 dahingehend zu über-

prüfen, ob und inwieweit eine Schließung

der stationären Standorte in Oberkirch,

Kehl und Ettenheim tatsächlich umge-

setzt werden soll oder bisherige stationäre

Funktionen dieser Häuser doch fortgeführt

werden können. „Die Häuser sollen ja nicht

scheidung treffen mussten, die erst im Jahr

2030 Wirklichkeit wird. Wir mussten aber

heute Handlungsfähigkeit beweisen, weil

wir jetzt die Zukunft schon planen und ent-

wickeln müssen, damit wir im Jahr 2030

bereit sind“, so der Landrat nach der Ent-

scheidung des Kreistages.. „Mit der heu-

tigen Entscheidung haben die Kreisrätinnen

und Kreisräte das Modell gewählt, das die

bestmögliche Versorgung in der Fläche mit

der besten medizinischen Qualität kombi-

niert. Damit ist für die gesamte Ortenauer

Bevölkerung eine qualitativ hochwertige

stationäre Versorgung auch über das Jahr

2030 gesichert – das war in der ganzen Dis-

kussion für mich immer das entscheidende

Kriterium“, bekräftigte Scherer.

„Dass der Kreistag der Beschlussempfeh-

lung des Krankenhausauschusses folgt, ist

ein wichtiges und positives Signal für die

Neuordnung des Ortenau Klinikums“, be-

tonte Christian Keller, Geschäftsführer des

Ortenau Klinikums. „Ich möchte mich bei

den Mitgliedern des Kreistages und des

Krankenhausausschusses für die intensiven

und engagierten Beratungen bedanken.

Ziel muss es sein, auch in Zukunft eine qua-

litativ hochwertige, stationäre Versorgung

der gesamten Ortenauer Bevölkerung si-

cherzustellen“, so Keller.

Grundstruktur für Kliniklandschaft

ab 2030

Als Grundstruktur der Kliniklandschaft im

Ortenaukreis ab 2030 hat der Kreistag be-

schlossen: Das Ortenau Klinikumsoll ab dem

Jahr 2030, respektive mit Fertigstellung der

Geschäftsführer Christian Keller (l.) und Landrat Frank Scherer

Spezialthema

ORTENAU

GESUNDHEITSWELT

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