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zinische Fortschritt und der wachsende

Fachkräftemangel eine Neuordnung der

Ortenauer Klinikstruktur ab dem Jahr 2030

erfordern, meinte Landrat Frank Scherer

nach der Sitzung. Dem Kreistagsbeschluss

ging eine rund 18 Monate lange Vorbe-

ratung mit einer Vielzahl an öffentlichen

Informations-Veranstaltungen voraus, u. a.

zehn öffentlichen Sitzungen der Kreisgre-

mien mit Bürgerfragestunden, einer öffent-

lichen Präsentation eines Fach-Gutachtens,

diversen Podiumsdiskussionen und sieben

großen Bürger-Info-Tagen im Juni, u. a. mit

Sozial- und Integrationsminister Manne

Lucha.

„Dieser aufwendige, sachlich fundierte,

transparente und öffentliche Prozess der

Meinungsbildung war eine solide Basis da-

für, dass die Agenda 2030 für unser Orte-

nau Klinikum entschieden werden konnte“,

verdeutlichte Scherer. „Es war bis dahin ein

langer, steiler und teilweise steiniger Weg,

denn nur wenige Themen im politischen

Bereich sind so hochemotional wie die Ge-

sundheitsversorgung. Ich bin froh, dass am

Ende die fundierten Sachargumente und

die fachlichen Gründe überzeugt haben.

Hätten wir jetzt nicht gehandelt, hätten in

den nächsten Jahren unkontrollierte Schlie-

ßungen oder Privatisierungen gedroht“, so

Scherer weiter. „Ich habe deshalb großen

Respekt vor dem Beschluss der Kreisrä-

tinnen und Kreisräte, die heute eine Ent-

talfunktion sowie Notarzt/Notfallstandorte

weitergeführt werden. Damit soll eine op-

timale Verzahnung von stationären Klinik-

angeboten, Notfallversorgung und ambu-

lanter Versorgung im Ortenaukreis erreicht

werden.

Der Kreistag hat sich mehrheitlich da-

von leiten lassen, dass die vorgegebenen

bundes- und landespolitischen Rahmen-

bedingungen, sowie der rasante medi-

Das Ortenau Klinikum wird ab 2030, beziehungsweise mit Fertigstellung der dazu erforderlichen

Neu- oder Umbaumaßnahmen, seine stationären Leistungen an den vier Krankenhausstandorten

in Offenburg, Lahr, Wolfach und Achern erbringen – das hat der Kreistag des Ortenaukreises in

seiner Sitzung vom 24. Juli 2018 bei 53 Ja- und 25 Nein-Stimmen deutlich entschieden.

Die Standorte Offenburg und Lahr werden

als Häuser der Maximalversorgung weiter-

entwickelt. In Offenburg und Achern sollen

jeweils Klinikneubauten entstehen. Das

verabschiedete Konzept zur Neuordnung

der Klinikstruktur im Ortenaukreis („Agen-

da 2030“) sieht zudem vor, dass die der-

zeitigen weiteren stationären Standorte in

Oberkirch, Kehl und Ettenheim zu diesem

Zeitpunkt als stationäre Standorte aufgege-

ben und als Gesundheitszentren mit Por-

Zukunftsplanung

Ortenau Klinikum:

Kreistag entscheidet sich

für vier stationäre Standorte

ab dem Jahr 2030

Ortenauer Kreistag (Archivfoto)

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