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Ortenau Gesundheitswelt 6

ORTENAU GESUNDHEITSWELT 9 Sie helfen den Patienten in schwierigen Situationen und spenden ihnen Trost und Geborgenheit. Mit welchen Emoti- onen seitens der Patienten setzen sie sich auseinander? Mit bohrenden Gefühlen des Verlorenseins und der Verzweiflung: „Ich fühle mich von Gott und der Welt allein gelassen“, diesen Satz höre ich oft. Und natürlich kommen die Patienten mit vielen Ängsten und Fragen zu mir: „Wie soll das alles nur werden?“ Zum Glück können sich Gefühle verändern. Durch die Seelsorge können wir die Pati- enten dabei unterstützen, sich mit ihrer Situation auseinanderzusetzen und ihnen helfen zu erkennen, dass sie nicht alleine sind. Als Klinikseelsorger erlebe ich auch ganz viel Stärke und Sanftmut: Leidens- fähigkeit und Willenskraft, Vertrauen und Gottverbundenheit. Es ist dann, als würden die Herzen der Patienten wieder offen sein für liebevolle Gefühle für sich selbst und für andere Menschen. Was nehmen Sie nach einem Tag an der Klinik mit nach Hause? Die Gebete von Menschen, denen ich an diesem Tag begegnet bin und denen ich versprochen habe, mich innerlich mit ih- rem Anliegen zu verbinden. Schön ist es, wenn noch ein aufrichtiges „Dankeschön“ eines Patienten, einer Angehörigen oder einer Krankenschwester im Ohr habe und mich auf meinem Nachhauseweg beglei- tet. Da ist aber manchmal auch Müdigkeit und Erschöpfung, wenn mich die Nöte, die Schmerzen und das Leid der Menschen sehr berührt haben. Mehr Fragen als Ant- worten nehme ich mit nach Hause. Aber auch Hoffnung und hin und wieder einen kleinen Zuwachs an Weisheit und Gottver- trauen. Das ist die Grundlage der Seelsorge – ohne diese geht es nicht. Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, wenn man in der Seelsorge arbeiten möchte? Menschenliebe, Demut, Freude an Kom- munikation und Beziehung und natürlich Gottvertrauen. Als Seelsorger sollte man Verzeihen können und eine große Lernbe- reitschaft mitbringen. Dazu gehören auch die Fähigkeit zur Selbstkritik und das Zulas- sen von Schwäche. Interview mit Andreas Pfeffer, Kath. Seelsorger/ Pastoralreferent am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach Wie sind Sie zur Seelsorge an der Klinik in Offenburg gekommen und wie wa- ren Ihre ersten Impressionen? Ich arbeite seit 15 Jahren als Klinikseelsor- ger in der Erzdiözese Freiburg. Die Seelsor- ge am Ortenau Klinikum Offenburg-Gen- genbach hat in Fachkreisen einen sehr guten Ruf, vor allem durch die Integration und Qualifizierung von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Teil dieses Seelsorge-Teams zu sein, hat mich interessiert. Vor etwa einem Jahr bin ich dann an das Ortenau Kli- nikum gekommen. Meine Kolleginnen und die Klinikleitung sind mir wirklich herzlich entgegen gekommen. Mich freut beson- ders, dass man hier um die Notwendigkeit der Seelsorge weiß und diese schätzt und anerkennt. Um die tiefgreifenden struktu- rellen Veränderungsprozesse in der Klinik wie in der Kirche zu meistern, benötigen wir als Team Vertrauen und Geduld. Auch Kreativität gehört, so mein Eindruck, zu den Tugenden in der Seelsorge. Welche Erlebnisse sind Ihnen nachhal- tig im Gedächtnis geblieben? Spontan fällt mir hierzu der Gottesdienst zu meiner Einführung ein. Dieser wurde in einer schönen Schlichtheit gefeiert, und viel Aufrichtigkeit und Solidarität waren für mich persönlich spürbar. Und natürlich fallen mir etliche sehr persönliche Begeg- nungen mit Patienten und Angehörigen ein – Situationen und Gespräche, bei denen es den Patienten und auch mir leichter und wärmer ums Herz wurde. Das ist schwer zu beschreiben, aber plötzlich sind wieder Aussicht und Lebenskraft da. SERIE „KLINIKSEELSORGE“ kontakt Seelsorge am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach Andreas Pfeffer Diplom-Theologe, M.A. Supervisor (DGSv) Tel. 0781 472-1500 E-Mail: andreas.pfeffer@og.ortenau-klinikum.de Angebote Ökumenische Klinikseelsorge Offenburg für Patientinnen und Patienten · donnerstags 8.45 – 9 Uhr: Morgengebet am Brunnen der Kapelle am Ortenau Klinikum in Offenburg Ebertplatz · mittwochs 17 – 17.15 Uhr: Quellenminuten in der Kapelle am Ortenau Klinikum in Offenburg St. Josefsklinik (auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) · jeden 1. und 3. Dienstag im Monat 18 Uhr: Neugeborenen-Segnungsfeier im Frühstücksraum auf der Entbindungsstation am Ortenau Klinikum in Offen- burg Ebertplatz, anschließend Segnungsangebot auf der Kinderintensivstation · weitere Angebote ohne feste Termine in der Kapelle am Ortenau Klinikum in Offenburg Ebertplatz: Musikalische Andacht, Gedenkgottesdienst für zu früh verstorbene Kinder, Ökumenischer Gottesdienst zu bestimmten Anlässen Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die interessierte Öffentlichkeit Einmal monatlich mittwochs 17 – 18 Uhr: Achtsamkeitsübung „Gemeinsam meditie- ren – miteinander schweigen“ am Ortenau Klinikum in Offenburg St. Josefsklinik. Weitere Informationen unter www.ethik-und-achtsamkeit.de „Plötzlich sind wieder Aussicht und Lebenskraft da“

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