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Ortenau Gesundheitswelt 6

8 ORTENAU GESUNDHEITSWELT nig Zeit im Pflegealltag. Dennoch legen wir großen Wert darauf, uns Zeit für die Patienten zu nehmen, betont sie. 11.28 Uhr – Das Mittagessen wird auf die Station gebracht, die meisten ihrer Patienten bekommen Wunschkost. Bevor es ans Austeilen geht, werden die Medi- kamente verteilt und die Patienten mobi- lisiert. Während die Patienten essen, holt Tanja Ritter aus der Notaufnahme bereits einen Neuzugang im Rollstuhl auf ihre Sta- tion. Während sie den Patienten auf sein Zimmer bringt, informiert sie ihn über den Stationsablauf und die Nutzung der Klingelanlage: „Wenn Sie Hilfe brauchen, können Sie sich jederzeit melden.“ Zurück im Büro legt sie die Kurve an. So wird ein Datenblatt bezeichnet, welches alle Pati- entendaten wie Blutdruck, Temperatur, verabreichte Medikamente und Schmerz- verlauf enthält. Pflegeschülerin Bianca Finner beobachtet Tanja Ritter beim Eintragen der Da- ten. „Alle Daten müssen präzise und sorgfältig eingetragen wer- den.“, betont Tanja Ritter. 13.32 Uhr – Die Schicht geht zu Ende.Tanja Ritter übergibt ihren Bereich weiter an die Spätschicht. Es erfolgt eine Übergabe mit dem Patienten im Zimmer. „Wie sind die Schmerzen im Knie? Bes- ser?“ fragt sie. Der Patient lächelt. „Sehen Sie“, sagt Tanja Ritter und verabschiedet sich. Ein bisschen müde ist sie, vom vie- len Laufen, der körperlichen Anstrengung, von der hohen Konzentration, die notwen- dig ist. „Aber ich liebe meinen Beruf. Men- schen zu unterstützen, die bestmögliche Selbständigkeit wiederzuerlangen, erfüllt mich“, sagt sie. Expertenstandards in der Pflege Die Sicherheit des Patienten, sein Wohl- befinden, die Linderung von Schmerzen unter Erreichung einer höchstmöglichen Autonomie des Patienten ist das erklär- te Ziel der Profession Pflege. Aus diesem Grund gibt es seit 2001 Expertenstan- dards in der Pflege, die vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege erarbeitet und veröffentlicht werden. Mittlerweile existieren sieben Experten- standards zu wichtigen pflegerischen The- men, wie beispielsweise Verhinderung von Stürzen und Dekubitus, Schmerzlinde- rung oder adäquate Wundversorgung. Die Erarbeitung und Aktualisierung der Exper- tenstandards in der Pflege geben Hinweise auf Forschungslücken und somit wichtige Impulse für wissenschaftliche Forschungs- arbeiten. Standards ermöglichen ein ein- heitliches Vorgehen auf hohem qualita- tivem Niveau unter optimaler Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen. Aus diesem Grund war es für den Pflegedienst im Or- tenau Klinikum selbstverständlich, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und die Expertenstandards in die pflege- rische Arbeit zu integrieren. Die praktische Umsetzung wird regelmäßig überprüft, beispielsweise in den Pflegevisiten und die Inhalte werden bei Bedarf angepasst. Die Expertenstandards sind inzwischen als Mittel der internen Qualitätsentwicklung etabliert und erhöhen die interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohl der Patienten. Im Bild von links nach rechts: Hans-Jürgen Kargoll, Pflegedirektor Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim Markus Bossong, Pflegedirektor Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach Karin Ullrich, stellvertretende Pflegedirektorin Ortenau Klinikum Wolfach Bernd Boschert, Pflegedirektor Ortenau Klinikum Achern Inge Oberle, Pflegedienstleitung Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach Monika Bach, stellvertretende Pflegedirektorin Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim Brigitta Schrapp, stellvertretende Pflegedirektorin Ortenau Klinikum Achern Marco Porta, Pflegedirektor Ortenau Klinikum Oberkirch/Wolfach Nicole Laug, stellvertretende Pflegedirektorin Ortenau Klinikum Kehl Nicht abgebildet sind: Johannes Fix, Pflegedirektor Ortenau Klinikum Kehl Eva Müller, stellvertretende Pflegedirektorin Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach Liliane Juchli Liliane Juchli (*19. Ok- tober 1933), Schweizer Kranken- und Ordens- schwester, gehört zu den herausragenden Persön- lichkeiten, die die Pflege in den vergangenen 60 Jahren maßgeblich geprägt und weiter- entwickelt haben. Das Menschenbild, das ihrer Arbeit und Lehrtätigkeit zugrunde liegt, ist die ganzheitliche Sicht der pflegebedürf- tigen Menschen. Sie plädiert für die Ganz- heit und Einheit von Körper, Seele und Geist des Menschen. Mit dieser damals neuen Sichtweise, die bis heute nicht an Aktualität verloren hat, förderte sie die Professionali- sierung und Aufwertung der Pflegeberufe. Ihr Buch, das Pflegestandardwerk, das in Fachkreisen auch „die Juchli“ oder „der Juch- li“ genannt wird, dient Auszubildenden mitt- lerweile in der 11. Ausgabe als das Pflege- Standardwerk. Wir danken Schwester Liliane sehr, dass sie im Juli 2013, dem Jahr ihres 80sten Geburtstags, am Ortenau Klinikum in Offenburg St. Josefsklinik persönlich viele Interessierte mit einem Filmvortrag über ihr Leben und den Pflegeberuf informierte, mit ihnen diskutierte und zuvor mit ihnen die Achtsamkeitsmeditation übte. Liliane Juchli info Die fünf Pflegedirektionen der neun Stand- orte des Ortenau Klinikums haben ein ge- meinsames Pflegeverständnis entwickelt, das die Aufgaben und Gründsätze des Handelns aller Pflegekräfte am Ortenau Klinikum festlegt. Dieses Pflegeverständnis bildet die Grundlage für eine einheitlich hohe Pflegequalität am Ortenau Klinikum. Die Pflegedirektionen laden jährlich im Frühjahr zum etablierten Ortenauer Pfle- getag ein – diese eintägige Fortbildung in der Friesenheimer Sternberghalle wird von Pflegekräften und -experten aus ganz Süd- baden besucht. In diesem Forum sprechen deutschlandweit anerkannte Pflegeexper- ten sowie Vertreter der Pflegeverbände. Gemeinsames Pflegeverständnis TITELTHEMA Unsere Pflege berührt

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