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Ortenau Gesundheitswelt 6

ORTENAU GESUNDHEITSWELT 7 nicht aus“, betont Tanja Ritter. Nach- wuchskräfte lernen deshalb am Ortenau Klinikum neben den Klassikern wie Pfle- gewissenschaften und Pflegepädagogik mit ihren zahlreichen Bezugswissenschaften wie Medizin, Gesundheitswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Biologie, Philo- sophie und Geschichte auch etwas über Krisenintervention, Kommunikation und Gesprächsführung, Zeitmanagement und sogar Humor in der Pflege. 7.30 Uhr – Andrea Nerz kommt auf Stati- on. Sie ist die Pflegerische Stationsleiterin und damit Vorgesetzte von 35 Pflegekräf- ten. Sie teilt die Bereiche ein, verteilt die Aufgaben und kümmert sich um die Bele- gung. Wer macht was? Welche besonderen Aufgaben stehen heute an? Ist einer von den Kollegen krank? Eine der Kolleginnen hat sich krank gemeldet und nun ist es die Aufgabe der Stationsleiterin die Situation zu prüfen und die Mitarbeiter so einzuset- zen, dass der Ausfall kompensiert werden kann. „Dann an die Arbeit“, sagt Andrea Nerz mit einem aufmunternden Lächeln. 7.39 Uhr – Eine Pflegeschülerin bittet Tanja Ritter um Hilfe. Ein Patient hat sich seinen Katheter herausgerissen. Er ist de- ment und sehr aufgebracht, deshalb lässt er in diesem Moment niemanden an sich heran. Ruhig spricht Tanja Ritter mit ih- rem Patienten. Gemeinsam mit der Pfle- geschülerin gelingt es ihr, den 83-jährigen Patienten zu beruhigen und den Blasenka- theter neu zu legen. „Die Auszubildenden sollen sich auch an komplexe Fälle her- anwagen“, sagt Tanja Ritter. „Darin muss man sie bestärken und dies gemeinsam angehen.“ Die Erfahrenen helfen den Jun- gen, so war es schon immer am Ortenau Klinikum. „Und deshalb haben wir in der Pflege einen so hohen Standard, weil wir uns gegenseitig unterstützen und fördern“, erklärt Tanja Ritter. Für Pflegeschülerin Bi- anca Finner ist es der siebte Praxis-Block. Im April 2012 hat sie ihre Ausbildung am Bildungszentrum in Offenburg begonnen. „Ich wollte schon immer Gesundheits- und Krankenpflegerin werden, da ich in persön- lichen Situationen in meiner Familie den Wert dieses Berufes schätzen lernte. Jetzt in der Ausbildung merke ich, dass ich durch die erlernten Pflegetechniken anderen Menschen beratend und therapeutisch zur Seite stehen kann. Das macht mich schon ein bisschen stolz“, sagt die 19-Jährige. 8.46 Uhr – Visite. Alle Patienten haben ihr Frühstück bekommen, der Stationsarzt ist pünktlich, die Visite beginnt. An jedem Bett gibt der Mediziner Anweisungen, welcher Patient welche Medikamente be- kommt, wer wann entlassen werden kann und vieles mehr. Die Bereichspflegekraft Tanja Ritter ist konzentriert, sie wird für die entsprechende Durchführung sorgen. „Ich übernehme gerne Verantwortung, das ist mir wichtig“, sagt sie und muss auch schon wieder weiter. Verbände wechseln, Patienten für Untersuchungen vorberei- ten, Medikamente geben. Jeder Handgriff erfordert volle Aufmerksamkeit. 9.53 Uhr – Pause. Zeit sich zu stärken und durchzuatmen. Doch schon blinkt wieder eines der roten Lämpchen im Stationszim- mer. Der Patient in Zimmer 312 braucht Hilfe, er hat starke Schmerzen. Tanja Rit- ter verabreicht ihm ein Schmerzmittel. „Sie werden sehen, wenn das Medikament gleich wirkt, geht es Ihnen besser“, sagt sie beruhigend und lächelt. Doch da ruft be- reits der nächste Patient nach ihr. Stress? „Hier kann es schon stressig werden, das bringt der Pflegeberuf mit sich. Für ein Gespräch mit den Patienten bleibt oft we- Verantwortungsvoller Arbeitsplatz: Die Intensivstation

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