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Ortenau Gesundheitswelt 6

Nieren ORTENAU GESUNDHEITSWELT 45 Bleibt er über einen langen Zeitraum un- erkannt, kann er den Organismus schwer schädigen. Besonders gefährdet sind die Nieren. Denn was viele Menschen nicht wissen: Bluthochdruck kann eine Nierener- krankung verursachen und zu chronischem Nierenversagen führen. „Die Bluthoch- druck-Patienten von heute sind unsere Nierenpatienten von morgen, denn Blut- hochdruck ist neben Diabetes die Haup- tursache für chronische Nierenleiden“, sagt Dr. Martin Hornberger, Chefarzt der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrank- heiten, Diabetologie und Shuntchirurgie am Ortenau Klinikum Ebertplatz und Facharzt für Innere Medizin mit Schwer- punkt Nephrologie. Warnzeichen Gleichzeitig kann ein erhöhter Blutdruck auch ein Anzeichen für eine bereits beste- hende Nierenerkrankung sein. „Erhöhter Blutdruck ist also in jedem Fall ein Warn- zeichen des Körpers und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Ein richtig eingestellter Blutdruck bedeu- tet aktiven Nierenschutz“, so Dr. Horn- berger. Doch ab wann sprechen Medizi- ner von Bluthochdruck? „Gesund ist ein Blutdruck unter 130/80 mmHg. Blut- hochdruck hingegen weist einen Wert von mindestens 140/90 mmHg auf“, erklärt der Mediziner. Ist der Wert stark erhöht, steht der Körper unter Dauerstress. Ist der Organismus einer solchen Belastung über einen sehr langen Zeitraum ausge- setzt, können die Folgen schwerwiegend sein: Bluthochdruck gilt als Ursache für Schlaganfälle, Herzerkrankungen, Durch- blutungsstörungen – und auch Nierenver- sagen. Denn ein dauerhaft stark erhöhter Blutdruck schädigt die empfindlichen Nierengefäße und das Nierengewebe; tat- sächlich verursacht nicht erkannter und unbehandelter Bluthochdruck eine Viel- zahl der Fälle von Nierenversagen. Nieren filtern 1700 Liter Blut am Tag Dabei sollten die Nieren sorgsam behan- delt werden, denn sie erfüllen eine wich- tige Funktion in unserem Körper. Jeden Tag werden sie von durchschnittlich 1700 Litern Blut durchflossen, isolieren körper- eigene Abfallstoffe und filtern Giftstoffe, Seit wann gibt es die Deutsche Hoch- druckliga und wodurch zeichnet sie sich aus? Gegründet wurde die Deutsche Hochdruck- liga1974vonProfessorDr.med.FranzGross, einem engagierten Hypertonieforscher. Die Erkrankung “Bluthochdruck“ wurde damals oft gar nicht oder viel zu spät erkannt, so dass viele Menschen an den Spätfolgen starben. Die Deutsche Hochdruckliga setzte sich zum Ziel, die Situation von Bluthoch- druckpatienten zu verbessern und baute zunächst vor allem auf die Information von Ärzten. Heute verstehen wir uns nicht mehr als reine Fachgesellschaft, sondern auch als Patientenorganisation. Wir engagieren uns für Aufklärung und Präventionsarbeit und unterstützen Selbsthilfegruppen. In dieser Verbindung von Experten- und Patienten- netzwerken sehe ich ein großes Potenzial. Sie zeichnet die DHL® meiner Ansicht nach in ganz besonderer Weise aus. Was sind Ihre Aufgaben und Ziele? In Deutschland sind rund 35 Millionen Men- schen von Bluthochdruck betroffen. Etwa Interview mit Herrn Prof. Dr. med. Ulrich Kintscher, Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention DHL®Das sagt die Fachgesellschaft jeder zweite davon weiß nicht, dass er Bluthochdruck hat. Oft macht die Krankheit sich erst durch Spätfolgen wie Schlaganfäl- le, Herzinfarkte, Herzschwäche oder Nie- renerkrankungen bemerkbar. Und die Pa- tienten, die in Behandlung sind, erreichen oft keine ausreichende Blutdrucksenkung unter dem empfohlenen Zielwert. Informa- tion und Aufklärung sind für uns daher ein zentrales Anliegen. Darüber hinaus fördern wir Wissenschaft und Forschung zu Blut- hochdruck sowie neue Therapieansätze, um die Situation von Patienten weiter zu verbessern. Wir vergeben Stiftungsprofes- suren, Wissenschaftspreise und organisie- ren jedes Jahr einen Wissenschaftlichen Kongress. Einen sehr hohen Stellenwert hat für uns auch die Nachwuchsförderung: Wir wollen junge Ärzte und Wissenschaftler für das Thema Bluthochdruck begeistern, denn nur hervorragend ausgebildete und moti- vierte Mediziner können Bluthochdruckpa- tienten bestmöglich therapieren. Um die Qualifizierung von Ärztinnen und Ärzten im Bereich Bluthochdruck zu verbessern, hat die DHL® 2005 die Deutsche Hypertonie Akademie gegründet. Unter ihrem Dach können Mediziner sich zum Hypertensio- logen DHL® fortbilden. Für medizinisches Fachpersonal, wie z.B. Arzthelfer und Kran- kenpfleger, gibt es die Fortbildung zum Hy- pertonieassistenten DHL® . Wie profitieren Patienten von den me- dizinischen und wissenschaftlichen Ak- tivitäten der Deutschen Hochdruckliga? Trotz vieler Fortschritte in Wissenschaft und Praxis wird Bluthochdruck immer noch bei vielen Menschen zu spät erkannt und nicht oder nur unzureichend behandelt; Aufklärungs- und Präventionsarbeit errei- chen zudem nicht genügend Menschen. Auch wenn sich die Situation seit der Grün- dung der Hochdruckliga für die Patienten deutlich verbessert hat, bleibt viel zu tun: Um die Entstehung von Bluthochdruck von vornherein zu verhindern. Oder um den Be- troffenen mit der bestmöglichen Therapie möglichst lange eine hohe Lebensqualität zu erhalten. Das ist unser Ansporn. Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® Berliner Str. 46, 69120 Heidelberg Telefon: 06221 588550 E-Mail: info@hochdruckliga.de kontakt REPORTAGE

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