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Ortenau Gesundheitswelt 6

42 ORTENAU GESUNDHEITSWELT Betracht gezogen, wenn konservative Maß- nahmen wie Physiotherapie, Krankengym- nastik und Schmerztherapie nicht mehr weiterhelfen.“ In solchen Fällen leiden die Betroffenen alltäglich unter ihren Schmer- zen, auch in Ruhestellung. Wenn nichts mehr hilft Wenn die Bewegung stark eingeschränkt ist und jeder Schritt zur Qual wird, kann durch den Einsatz eines Knieimplantats verloren gegangene Lebensqualität zurück- gewonnen werden. Denn von Arthrose Betroffene wollen trotz ihrer Erkrankung möglichst ohne Einschränkung in Beruf, Alltag und Freizeit an ihrem bisherigen Leben anschließen. Die moderne Endo- prothetik wird diesen hohen Ansprüchen der Patienten an Mobilität und Aktivität heute zunehmend gerecht. „Aufgrund un- serer jahrzehntelangen Erfahrung im Be- reich des Kniegelenkersatzes und dank des rasanten Fortschritts im Bereich der Medi- zintechnik können wir in der Abteilung für Unfallchirurgie und Endoprothetik her- vorragende Ergebnisse für unsere Patienten erzielen“, betont Chefarzt Dr. Beeres. Am Anfang der medizinischen Behandlung steht eine ausführliche Untersuchung: REPORTAGE „Eine intensive Diagnosephase ist die Grundlage für die Wahl des op- timalen Operationsverfahrens und des geeigneten Implantats“, sagt Dr. Beeres. Patientenindividuelle Knieimplantate Vor allem für jüngere Patienten bietet die moderne Medizin inno- vative Behandlungsmöglichkeiten, z. B. mit vorab maßgefertigten Implantaten. Hierbei wird das Implantat dem Knochen ange- passt und nicht umgekehrt wie bei bisherigen Endoprothesen. Wesentlicher Vorteil solch patien- tenindividueller Knieimplantate ist neben der exakten Passgenauigkeit von Implantat und Knochen, dass wirklich nur die erkrankten Be- reiche der Gelenkoberfläche ersetzt werden. Gesunder Knochen bleibt erhalten. Der Eingriff ist dadurch weniger traumatisch und der vollständige Genesungsprozess erheblich kürzer. Aller- dings ist diese Operationsmethode noch auf wenige sorgfältig ausgewählte Patienten beschränkt und muss in weiteren Studien untersucht werden. Bis zur allgemeinen Anwendung wird es noch dauern. Bis solide Ergebnisse vorliegen, favorisiert Achern bei jüngeren Patienten mit einseitiger Arthrose im Kniegelenk die Implantation von Schlit- Wodurch zeichnet sich die Abteilung für Unfallchirurgie und Endoprothetik aus? Ein besonderer Schwerpunkt unserer Abtei- lung ist der künstliche Ersatz des Knie- und Hüftgelenks mit jährlich bis zu 500 Eingriffen einschließlich komplexer Wechseloperati- onen nach Prothesenlockerung, -bruch oder -infektion. Dabei werden hochwertige, in- novative Implantate, die auch bei besonders schwierigen Fällen geeignet sind, eingesetzt. Neben unserer jahrzehntelangen Erfahrung mit endoprothetischen Operationen zeich- net sich unsere Abteilung durch die Mög- lichkeit aus, Knochen aus unserer eigenen Knochenbank, kombiniert mit sogenannten modularen Prothesenkomponenten zu erset- zen. Durch diese Kombination können auch schwierigste Probleme dauerhaft mit guten Ergebnissen gelöst werden. nachgefragt Interview mit Dr. Wolfgang Beeres, Chefarzt der Abteilung für Endo- prothetik und Unfallchirurgie am Ortenau Klinikum Achern Herr Dr. Beeres, welche Hilfe können Sie Patienten mit Kniearthrose am Ortenau Klinkum Achern anbieten? Wenn Betroffene von Kniearthrose nach Aus- schöpfung aller konservativen Behandlungs- möglichkeiten auch im Ruhezustand – sogar nachts – Schmerzen haben und sich kaum noch bewegen können, ist der Einsatz von einem Knieimplantat zumeist unausweich- lich. Wir möchten diesen Patienten ihre Le- bensqualität zurückgeben und dabei deren körperliche Fähigkeiten und Funktionen wie- der herstellen bzw. erhalten. Dabei achten wir sehr sorgfältig auf modernste Implanta- tionstechnik für eine lange Standzeit, also Haltedauer unserer Prothesen. Welche OP ist bei Kniearthrose die richtige? Jede Behandlungsmethode richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung und dem Pa- tienten selbst. Auch wenn verschiedene Patienten ähnliche Symptome zeigen, kann sich die Wahl des Operationsverfahren und die der Implantate unterscheiden. Hier dia- gnostizieren wir in jedem Einzelfall sehr ge- nau und entwickeln für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept. Zur Zeit werden überwiegend sogenannte Oberflä- chenersatzimplantate mit Knochenzement eingesetzt, da die Arthrose meist beide Gelenkzonen innen und außen betrifft. Je nach Notwendigkeit und intraoperativem Augenschein kann auch ein Ersatz der Knie- scheibenrückseite ergänzt werden. Bei vor- wiegend einseitigem Verschleiß, meist des inneren Gelenkspaltes, der sog. Varusarth- rose, setzen wir zunehmend auch einseitige Schlittenprothesen ein. Diese stellen einen wesentlich geringeren Eingriff mit weniger Schmerzen und deutlich schnellerer Rekon- valeszenz dar, da gesunde Gelenkbereiche erhalten bleiben und nur der erkrankte Knochen durch das Implantat ersetzt wird. Sie sind vor allem für jüngere Patienten ge- eignet und haben den großen Vorteil, dass bei späterer Lockerung infolge des langjäh- rigen hohen Aktivitätsniveaus in der Regel problemlos zu einer konventionellen Ober- flächenprothese gewechselt werden kann. Diese Methode scheint vielversprechend und zukunftstauglich zu sein, ist aber momentan noch in der Erprobungsphase. Daher liegen noch keine längerfristigen Ergebnisse vor, so dass hier unserer Meinung nach vor der all- gemeinen Anwendung noch weitere Studi- energebnisse abgewartet werden sollten. Patientenindividuelles Knieimplantat im Röntgenbild

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