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Ortenau Gesundheitswelt 6

ORTENAU GESUNDHEITSWELT 39 „Uns geht es darum, Fehler zu erkennen, bevor sie überhaupt gemacht werden“, betont Dr. Auer. „Das ist das Ziel – und so haben wir es auch geschafft, in den ver- gangenen Jahren den Blick aller Mitarbei- ter für das Thema Sauberkeit zu schärfen.“ Gleichzeitig arbeitet das Zentrale Hygie- nemanagement nicht nur regelmäßig an einem möglichst optimalen Ist-Zustand, sondern will die Sauberkeit im Kranken- haus auch weiter verbessern. Richtlinien des Robert-Koch-Instituts Was viele Patienten nicht wissen: Die recht- liche Grundlage für die Arbeit der Ärzte und Pflegekräfte ist die Krankenhaushygie- neverordnung des Landes Baden-Württem- berg, die 2011 in Kraft trat. Sie basiert auf den bis dahin freiwilligen Richtlinien des Robert-Koch-Instituts zu Hygiene, Reini- gung und Desinfektion. Für das Ortenau Klinikum bedeutete das jedoch keine große Umstellung der täglichen Routine. „Wir haben die Empfehlungen des RKI schon befolgt, bevor sie gesetzlich vorgeschrie- ben wurden“, sagt Dr. Auer. Dazu gehört beispielsweise eine korrekte Handhygiene: Korrekt ausgeführt beansprucht diese etwa 30 Sekunden und verbraucht mindestens drei Milliliter Desinfektionsmittel. Beim Kontakt mit Körperflüssigkeiten tragen die Mitarbeiter zudem Handschuhe und beispielsweise im Falle von Erbrochenem Mundschutz, da manche Keime auch durch die Luft übertragen werden können. Herr Dr. Auer, dass es im Krankenhaus sauber zugeht, ist aus Patientensicht doch selbstverständlich. Wozu braucht man da ein eigenes Hygienemanage- ment? Die Abläufe in einer Klinik werden immer komplexer. Häufig greifen verschiedene Be- reiche ineinander, beispielsweise wenn es um die Mahlzeiten geht, die in der Küche zubereitet, anschließend auf die Stationen geliefert und dort an die Patienten verteilt werden. Nur wenn wir in allen Abteilungen gleiche Standards haben, ist eine optimale Hygiene gewährleistet. Und genau dafür gibt es das zentrale Hygienemanagement, denn dort haben wir die Gesamtheit solcher Abläufe im Blick. Außerdem ist es unsere Aufgabe, über neue Entwicklungen, Pro- dukte und Richtlinien in Sachen Hygiene auf dem Laufenden zu bleiben und zu prüfen, inwieweit eine Umsetzung bei uns am Orte- nau Klinikum sinnvoll ist. nachgefragt Fragen an Dr. Dieter Auer, Ärztlicher Leiter der Klinikhygiene am Ortenau Klinikum Wer unterstützt Sie dabei? Es gibt verschiedene Verbände und Institu- tionen, die sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen und mit denen wir in Kontakt stehen. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. beispielsweise organisiert Kongresse und Fortbildungen, das Robert-Koch-Institut hat Richtlinien zur Krankenhaushygiene entworfen, die in- zwischen gesetzlich verpflichtend sind und das Bundesgesundheitsministerium hat die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) entwickelt. Diese enthält umfas- sende Maßnahmen zur Erkennung, Verhü- tung und Bekämpfung von Antibiotika-Re- sistenzen in Deutschland. Welchen Herausforderungen müssen Sie sich in der Zukunft stellen? Das meiste Kopfzerbrechen machen uns neue multiresistente Keime, die sich meist aus verschiedenen Erregern zusammenset- zen und gegen verschiedene Antibiotika resistent sind. Das macht sie so gefährlich. Aber die Forschung beschäftigt sich inten- siv mit der Entwicklung von neuen Medika- menten. Abschließend möchte ich betonen, dass jeder einzelne – auch Besucher und Pa- tienten – etwas zur Krankhaushygiene bei- tragen kann. Beispielhaft steht hier unsere Aktion `Saubere Hände´(s. Extra-Kasten). Die Händedesinfektion ist die wichtigste Maß- nahme, um die Übertragung von Infektions- erregern zu verhindern. Aktion „Saubere Hände“ Händedesinfektion ist die wichtigste Maßnahme, um die Übertragung von Infektionserregern zu verhindern. Darum gibt es die bundesweite „Aktion Saubere Hände“, eine nationale Initiative zur Verbesserung der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Auch das Ortenau Klinikum beteiligt sich an dieser Initiative. So finden regel- mäßige Aktionstage mit Informations- ständen in verschiedenen Häusern des Ortenau Klinikums statt. Dort erhalten Patienten, Mitarbeiter und interessierte Besucher wichtige Informationen rund um das Thema Händedesinfektion im Krankenhaus. „Wir wollen damit unter- streichen, dass wir das Thema sehr ernst nehmen und permanent Aufklärungs- arbeit leisten“, erläutert Dr. Dieter Auer, ärztlicher Leiter der Klinikhygiene am Ortenau Klinikum. Durch ein effektives Hygienemanagement, wie es das Orten- au Klinikum betreibe, könne die Zahl der Krankenhausinfektionen deutlich verrin- gert werden. Aktion „Saubere Hände“ info In vielen Bereichen sind Handschuhe Pflicht REPORTAGE

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