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Ortenau Gesundheitswelt 6

Herr Dr. Kaufmann, welche Verfahren gibt es, um eine Verengung der Halsschlag- ader zu diagnostizieren? Wir wenden in den meisten Fällen eine spe- zielle Ultraschall-Untersuchung, die Duplex- Sonographie, an. Dabei wird die Geschwin- digkeit gemessen, mit der das Blut durch die verengte Stelle fließt. Denn dort, wo es einen Engpass gibt, ist die Fließgeschwindig- keit deutlich höher als in den freien Stellen. Außerdem können wir durch den Ultraschall auch die Oberflächenbeschaffenheit und die Zusammensetzung von Ablagerungen in den Gefäßen untersuchen. nachgefragt Die Forschung diskutiert noch über die beste Behandlungsmethode bei Karotis- stenose, zu welcher Therapie raten Sie? Das hängt vom Allgemeinzustand des Pati- enten, dem Grad der Verengung und auch davon ab, ob er bereits einmal einen Schlag- anfall erlitten hat. Ist die Verengung nicht so gravierend und sind noch keine Symptome aufgetreten, kann man zunächst mit einer medikamentösen Therapie, beispielswei- se Blutplättchenhemmern, beginnen und versuchen, das Fortschreiten der Gefäßver- kalkung durch eine gesunde Lebensweise zu bremsen. Bei symptomatischer Karotis- Fragen an Dr. Bruno Maria Kaufmann, Chefarzt Innere Medizin am Ortenau Klinikum Wolfach stenose wird häufig eine Thrombenarteri- ektomie angewandt. Dabei wird das Gefäß chirurgisch ausgeschält, dann mit einem Kunststoffpatch vernäht und so erweitert. Es gibt aber auch Patienten, die aus gesund- heitlichen beziehungsweise anatomischen Gründen nicht operiert werden können oder bei denen ein bereits operiertes Gefäß sich wieder verengt hat. Ortenau Klinikum Wolfach Innere Medizin Dr. Bruno M. Kaufmann Oberwolfacher Straße 10 77709 Wolfach Tel. 07834 970-301 E-Mail: sekretariat.innere@wol.ortenau-klinikum.de kontakt 36 ORTENAU GESUNDHEITSWELT Verengte Lebens Sie ist eine der wichtigsten Lebensadern in unserem Körper: die Arteria carotis communis, auch Kopf- oder Halsschlagader genannt. Sie verläuft neben Speise- und Luftröhre vom Brust- eingang zum Kopf. Die äußere Halsschlagader versorgt den Kopf und die oberen Halsorgane, die innere das Gehirn und die Augen. Funktioniert diese Verbindung nicht mehr richtig, kann das lebensgefährlich werden. Besonders häufig tritt eine Verengung der inneren Halsschlagader (Kariotisstenose) auf. Ursache ist eine langsame, manchmal über Jahre fortschrei- tende Verkalkung der Halsschlagader. Was passiert bei einer Gefäßverengung im Körper? Blutfette, Blutpfropfen (Thromben), Bin- degewebszellen und Kalk, die mit dem Blut durch die Adern fließen, können sich an den Gefäßwänden ablagern. Meist spricht man von einer Verkalkung der Gefäßwand, auch Arteriosklerose genannt. Diese sorgt dafür, dass sich die Gefäße zunehmend verengen. In der Folge kann es zu einem Schlaganfall oder Embolien kommen. Bei einem Schlaganfall, auch Hirninfarkt ge- nannt, wird das Gehirn nicht mehr ausrei- chend mit Blut versorgt. Jährlich erleiden in Deutschland etwa 220.000 Menschen einen Schlaganfall, bei mehr als 30.000 von ihnen wird er durch eine Verengung der inneren Halsschlagader ausgelöst. Blutgerinnsel verursachen Embolie „Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt“, sagt Dr. Bruno Maria Kaufmann, Chefarzt Innere Medizin und Facharzt für Innere Medizin/Schwerpunktanerkennung Kar- diologie am Ortenau Klinikum Wolfach. „Das bedeutet: Je länger der Patient un- versorgt bleibt, desto größer ist die Gefahr, dass er bleibende Schäden davonträgt, weil größere Gehirnanteile unwiderruflich ge- schädigt werden.“ Eine Embolie wiederum wird durch Blutgerinnsel verursacht, die mit dem Blutstrom in die Hirngefäße ge- langen und diese verschließen. Besonders gefährdet sind Menschen, die unter Blut- hochdruck leiden, Patienten, die deutlich erhöhte Blutfettwerte haben sowie Diabe- tes mellitus-Patienten und Raucher. Auch haben Männer grundsätzlich ein höheres Schlaganfallrisiko als Frauen. Seh- und Sprachstörungen sind Warnsignale Erste Warnsignale des Körpers, die auf eine Verengung der Halsschlagader hindeuten können, sind Sehstörungen, die bisweilen minutenlang andauern, Sprachstörungen und vorübergehende Bewegungs- und Empfindungsstörungen. Mediziner be- zeichnen diese Anzeichen auch als TIA (Transitorische ischämische Attacke). „Die- se Symptome gelten als Vorläufer eines Schlaganfalls und sollten in jedem Fall ernst genommen werden“, so Dr. Kaufmann. „Häufig folgt auf diese ersten Signale ein Schlaganfall. Wer beim Auftreten solcher Beschwerden sofort einen Arzt aufsucht, kann Schlimmeres verhindern.“ Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser sind REPORTAGE

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