Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Ortenau Gesundheitswelt 6

Gallenblase Leber Minimale Stichinzisionen kontakt Ortenau Klinikum Kehl Innere Medizin Dr. Hermann Bauer Kanzmattstraße 2 77694 Kehl Tel. 07851 873-151 E-Mail: innere@kel.ortenau-klinikum.de ORTENAU GESUNDHEITSWELT 31 vor. Nur jeder fünfte Patient leidet unter Pigmentsteinen. Sie bestehen im Kern aus Cholesterin, um den sich Bilirubin ange- lagert hat. Alter und Übergewicht sind Risikofaktoren „Das Lösungsgleichgewicht in der Gal- le kann durch bestimmte Risikofaktoren recht leicht gestört werden“, sagt Dr. Bau- er. Bei Frauen liegt die Wahrscheinlichkeit, Gallensteine zu bekommen, dreimal so hoch wie bei Männern. Weitere Faktoren, die deren Entstehung begünstigen, sind eine fettreiche Ernährung, starkes Über- gewicht und ein fortgeschrittenes Alter. Auch eine Engstelle oder der Verschluss des Gallengangs können schuld sein an den Beschwerden. „Zusätzlich spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. Es gibt Fa- milien, in denen dieses Problem tatsächlich gehäuft vorkommt“, so der Mediziner. Vielfach keine Beschwerden Die meisten Betroffenen haben ihr Leben lang keine Beschwerden. Der Rest jedoch leidet unter teilweise starken Schmerzen. Es beginnt zumeist mit einem Völlegefühl, Übelkeit und Schmerzen im Oberbauch. Besonders unangenehm sind Gallenko- liken, die teilweise wie aus heiterem Him- mel kommen und in die rechte Schul- ter oder in den Rücken ausstrahlen. Die Schmerzen entstehen beispielsweise, wenn ein Stein den Gallengang verstopft und sich die Gallengangmuskulatur krampfar- tig zusammenzieht, um den Stein weiter- zuschieben. Warnzeichen deuten „Blockiert ein Stein den Gallengang voll- ständig, kann es zu ernsten Komplikati- onen kommen“, sagt Dr. Bauer. In diesem Fall staut sich die Gallenflüssigkeit in die Gallenblase, die Leber und in manchen Fällen sogar in die Bauchspeicheldrüse zurück. „Es ist möglich, dass es dort zu Entzündungen kommt, dass die Wand des Organs reißt, die Gallenflüssigkeit in den Bauchraum gelangt und dort eine Bauch- fellentzündung auslöst. Dann besteht Le- bensgefahr.“ Warnzeichen sind eine Gelb- färbung der Haut und des Augenweißes (Ikterus), die ebenfalls auf einen verstopf- ten Gallengang hindeuten können. Liegt bereits eine Verdachtsdiagnose vor, kann der Arzt zur Absicherung eine Ultraschall- Untersuchung vornehmen, mit deren Hilfe sich in 95 Prozent aller Fälle die Gallenstei- ne erkennen lassen. Fragen an Dr. Hermann Bauer, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin am Ortenau Klinikum Kehl Herr Dr. Bauer, früher hat man Gallensteine meist per Laser oder mit Stoßwellen zertrümmert – ist das noch zeitgemäß? Zunächst müssen natürlich die akuten Schmerzen zum Beispiel bei einer Gallen- kolik gelindert werden. Damit Gallenstei- ne auch auf längere Sicht keine Schäden verursachen, wird den meisten Patienten eine operative Entfernung der gesamten Gallenblase empfohlen, die sogenannte Cholezystektomie. Denn beim Zertrüm- mern von Gallensteinen kann es immer wieder zu erneuter Steinbildung kommen. Das Problem ist also nur kurzfristig gelöst. Braucht man die Gallenblase denn nicht? Ob man sich für oder gegen eine Entfer- nung der Gallenblase entscheidet, muss von Arzt und Patient sehr sorgfältig erwo- gen werden. Es ist keinesfalls notwendig, die Gallenblase zu entfernen, nur weil dar- in zufällig Steine entdeckt wurden. Etwa 80 Prozent aller Gallensteinträger bleiben frei von Beschwerden und müssen auch keine Spätfolgen befürchten. Fakt ist al- lerdings auch: Die Gallenblase ist nicht le- benswichtig, denn sie stellt sozusagen nur einen Zwischenspeicher für den Gallensaft dar. Man kann also auch ohne Gallenblase leben. Was raten Sie Patienten, die schon Probleme mit ihren Gallensteinen hatten? Wir Mediziner sprechen in diesem Zusam- menhang gerne von gallenbewusster Er- nährung. Das bedeutet: Viel trinken, vor allem Mineralwasser und leichte Tees. Auf Zucker und Weißmehl verzichten, dafür Vollkornprodukte sowie viel Obst und Ge- müse zu sich nehmen. Wir wissen inzwi- schen, dass Vegetarier deutlich seltener an Gallensteinen leiden. Alkohol sollte man zudem nur in Maßen trinken. Eine geringe Menge kann der Bildung von Gallensteinen zwar entgegenwirken, weil sie den Choles- terinspiegel in der Gallenblase senkt. Aber Vorsicht: Zu viel Wein, Bier oder Schnaps lassen den Cholesterinspiegel ansteigen. In jedem Fall sollten Betroffene versuchen, ihr Normalgewicht zu halten oder zu errei- chen. Aber bitte nicht mit radikalen Diäten oder Fasten-Kuren, denn auch sie fördern die Steinbildung. nachgefragt Entfernung der Gallenblase Je nach Fall kann eine Operation zur Ent- fernung der Gallenblase notwendig sein. Der Eingriff ist minimalinvasiv: Bei der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie führt der Arzt lediglich ein Laparoskop in den Bauchraum ein; ein winziges Gerät unter anderem mit Kamera und Licht. Mit we- nigen weiteren Schnitten werden die chir- urgischen Instrumente in den Bauchraum eingebracht, mit denen er die Gallenblase entfernt. „Bei der gesamten OP bleiben nur minimale Narben zurück, und die Pa- tienten erholen sich in der Regel schneller“, sagt Dr. Bauer. Viele Menschen bemerken nach einer Gallenoperation keine größere Veränderung ihrer Verdauung. Möglich ist es jedoch, dass reichhaltige, fetthaltige Mahlzeiten nicht mehr so gut vertragen werden. Deshalb ist eine angepasste Ernäh- rung sinnvoll und meist auch notwendig (s. Infokasten „nachgefragt“). onen kommen“, sagt Dr. Bauer. In diesem Fall staut sich die Gallenflüssigkeit in die Gallenblase, die Leber und in manchenGallenblase, die Leber und in manchen Fällen sogar in die Bauchspeicheldrüse zurück. „Es ist möglich, dass es dort zu Entzündungen kommt, dass die Wand desEntzündungen kommt, dass die Wand des Organs reißt, die Gallenflüssigkeit in den Minimal-invasive Gallenstein-OP: Minimale Stichinzisionen genügen, um die Gallenblase zu entfernen REPORTAGE

Seitenübersicht