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Ortenau Gesundheitswelt 6

ORTENAU GESUNDHEITSWELT 17 Herr Fehrenbacher, welche Aktivitäten bieten Sie älteren Bewohnern? Zuerst einmal möchte ich vorausschicken, dass wir im Gegensatz zu einer reinen Senio- reneinrichtung auch Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen mittleren Alters betreuen. Die Wohngruppen werden nach den spezifischen Erkrankungen bzw. Fähigkeiten und nicht streng nach Alter zusammengestellt. Durch diese Vielfalt ge- staltet sich das Leben in unserer Einrichtung sehr lebendig und bekommt einen dorfähn- lichen Charakter. Das Arbeits- und Beschäfti- gungsprogramm ist auf die unterschiedlichen Gruppen mit ihren individuellen Fähigkeiten zugeschnitten. Zu den Neigungsgruppen gehört sicher- lich auch die beschriebene Kunstgruppe. Ganz genau. Die Kunstschmiede Fußbach wird von einer Kunsttherapeutin geleitet und bietet etwa zehn Bewohnerinnen und Bewohnern im großen Atelier des Heim- geländes die Gelegenheit, sich kreativ auszudrücken. Darüber hinaus haben wir die unterschiedlichsten Neigungsgruppen wie beispielsweise Musik-, Tanz-, Theater-, Schwimm-, Sport-, Handarbeits- oder Koch- gruppen. Daneben bieten wir auch Entspan- nungsangebote, gemeinsame Spaziergän- ge oder Einkaufsausflüge. Oberstes Ziel ist es, dass sich die zu betreuenden Menschen wohl bei uns fühlen, ein würdiges und weit- gehend selbstständiges Leben führen und über sinnvolle Beschäftigungen ihr Selbst- bewusstsein stärken. Wie wird ein so vielfältiges Arbeits- und Be- schäftigungsprogramm personell betreut? Bei uns leben über 300 Menschen, die von etwa 300 Mitarbeitern betreut werden. Viele von ihnen sind examinierte Fachkräf- te. Durch diesen hohen Anteil an geschul- tem Personal können wir eine qualitativ sehr hochwertige Arbeit mit unseren Be- wohnern gewährleisten. Aktives Leben im Pflegeheim Die neuen Seniorengenerationen haben viel vor. Ältere Menschen sind heute auch jenseits der 80 oftmals ein aktiver Teil des gesellschaftlichen Lebens. Kurz, viele hochbetagte Senioren bringen sich gerne trotz körperlicher Einschrän- kungen in die Gemeinschaft ein und gestalten diese aktiv mit. So wie Hilde S. (87), die seit einigen Monaten im Pflege- und Betreuungsheim Ortenau Klinikum in Gengenbach-Fußbach lebt. Fragen an Hubert Fehrenbacher, Leiter des Pflege- und Betreuungsheims Ortenau Klinikum in Gengenbach-Fußbach nachgefragt kontakt Pflege- und Betreuungsheim Ortenau Klinikum Hubert Fehrenbacher Fußbach 5 77723 Gengenbach Tel. 07803 805-0 E-Mail: info@pb.ortenau-klinikum.de RATGEBER „Ich gehöre noch lange nicht zum alten Eisen, aber der Haushalt meiner großen Wohnung wurde mir dann doch zu viel. Als dann die Kinder erzwungenermaßen beruflich wegziehen mussten und sich bei mir körperliche Beschwerden einstellten, habe ich den Schritt in das Pflegeheim voll- zogen. Hier in Gengenbach habe ich ein schönes Zimmer und genieße die Gemein- schaft mit anderen“, erzählt die Seniorin. „Ich habe viele nette Bekanntschaften ge- schlossen und bin ganz begeistert vom An- gebot hier in der Einrichtung. Ich nehme an Ausflügen teil, treibe wieder Gymnastik und habe meine Leidenschaft für die Male- rei wiederentdeckt.“ Aktivitäten sind Teil des Pflegeauftrages „Frau S. ist ein gutes Beispiel für hoch- betagte Senioren, die sich früher in ihrer Wohnung einsam fühlten, viele Ein- schränkungen hinnehmen mussten und jetzt im Pflegeheim wieder ihre neu ge- wonnene Lebensqualität genießen“, sagt Hubert Fehrenbacher, Leiter des Pflege- und Betreuungsheims Ortenau Klinikum in Gengenbach-Fußbach. „Bei uns leben Menschen mit unterschiedlichen körper- lichen und geistigen Fähigkeiten. Daher haben wir ein Konzept erarbeitet, das al- len Bewohnern die Möglichkeit bietet, sich sinnvoll und den eigenen Fähigkeiten, Vorlieben und Talenten entsprechend zu beschäftigen.“ Und er ergänzt: „Bei uns ist das Beschäftigungsangebot ein integraler Teil des pflegerischen Gesamtkonzeptes.“ Gemeinschaft Ob Tagespflege oder stationärer Aufent- halt: Ältere Menschen, die auf Hilfe ange- wiesen sind, genießen besonders die Ge- meinschaft ihrer Mitbewohner. Hier kann man sich austauschen und gemeinsam an Aktivitäten teilnehmen. Das Angebot vie- ler Pflegeheime reicht von künstlerischen Workshops und Sport bis hin zu Handar- beiten, Spielenachmittagen und Ausflügen. Wer zuvor allein in seiner Wohnung gelebt hat, erlebt hier Gemeinschaft, wird gefor- dert und gefördert und hat dennoch den nötigen Freiraum für ein selbstbestimmtes Leben. Umzug ist ein emotionaler Schritt Dennoch ist der Umzug in eine Senioren- einrichtung meist ein großer, emotionaler Schritt. „Man sollte sich über die angebote- nen Aktivitäten, die Lage, das Betreuung- sangebot und nicht zuletzt die künftigen Mitbewohner vorab informieren“, rät Hubert Fehrenbacher. „Oft bieten Senio- reneinrichtungen ein sogenanntes Probe- wohnen an. In dieser Zeit kann sich der Interessent ein genaues Bild seines künf- tigen Alltags machen und dann in Ruhe entscheiden.“ Ein neues Lebensgefühl Für Hilde S. war der Umzug ins Pflege- heim der richtige Schritt. „In meiner Woh- nung habe ich mich ehrlich gesagt oft al- lein gefühlt. Hier habe ich ein völlig neues Lebensgefühl entdeckt“, sagt sie. „Ich bin selbstbewusster geworden und so aktiv wie schon lange nicht mehr. Besonders große Freude macht mir die Kunstgruppe. Über die Malerei kann ich mich kreativ ausdrü- cken. Für mich persönlich war der Umzug ins Pflegeheim die beste Entscheidung. Ich würde sogar sagen, es war ein Schritt zu- rück in ein aktives Leben.“ ©edbockstock–Fotolia.com

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