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Ortenau Gesundheitswelt 6

ORTENAU GESUNDHEITSWELT 15 Ausstrahlende Rückenschmerzen Das Facettensyndrom ist eine zunächst oft fehlgedeutete, schmerzhafte Erkrankung. „Betroffene leiden häufig unter starken Rü- cken- und Nackenschmerzen. Der Grund hierfür ist, dass den Facettengelenken sehr viele kleine Nerven innewohnen“, so Prof. Verheyden. „Werden die Nerven gereizt, können heftige Beschwerden die Folge sein. Doch die Symptome sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich, das macht eine eindeutige Diagnose anfangs schwierig.“ Symptome Immerhin gibt es Hinweise, die den Ver- dacht nahe legen, dass es sich bei den auf- tretenden Beschwerden um ein Facetten- syndrom handelt. Dazu gehören: • tiefliegende Rückenschmerzen, die bei Belastung oder im Laufe des Tages stär- ker werden • ein schlecht zu beschreibender, dump- fer Schmerz • ein morgendliches Steifheitsgefühl in der Lendenwirbelsäule • Rückenschmerzen, die in Gesäß, Len- den und Beine ausstrahlen; vor allem dann, wenn die Rückenschmerzen stär- ker sind als die Beinschmerzen • Rückenschmerzen, die sich beim Zu- rücklehnen verstärken • Muskelverspannungen • Schmerzen beim Anheben eines Beins im Liegen • Im Liegen und im Ruhezustand verbes- sern sich die Beschwerden in der Regel Diagnose Um den Verschleiß der Facettengelenke zu erkennen, untersucht der Arzt zunächst die Krankheitsgeschichte des Patienten. Dauern die Schmerzen bereits über ei- nen längeren Zeitraum von etwa sechs bis zwölf Wochen an, werden für eine sichere Diagnose Computertomographie (CT), Röntgen oder Magnetresonanztomogra- phie (MRT) eingesetzt – alles Verfahren, mit deren Hilfe sich die Wirbelknochen und Gelenke sichtbar machen lassen. Ins- besondere anhand von CT- oder MRT- Aufnahmen erkennt der Arzt den Ver- schleiß der Wirbelgelenke. Was hilft gegen den Schmerz? Das Facettensyndrom ist eine Folge von Verschleißerscheinungen, die nicht voll- ständig rückgängig zu machen sind. Des- halb geht es bei der Therapie in erster Linie um die Linderung beziehungsweise Beseitigung der Schmerzen als eines der schwerwiegendsten Symptome. Neben Medikamenten, Schmerzpflastern, Wär- meanwendungen sowie gezielter Phy- siotherapie erzielen Spritzen, die direkt an die Wirbelgelenke gesetzt werden, kurzfristig den größten schmerztherapeu- tischen Effekt. Man spricht in diesem Fall von Facetteninfiltration oder -injektion. „Dabei wird eine Mischung aus lokalem Betäubungsmittel und Kortison durch eine winzige Kanüle direkt in oder an die schmerzenden Wirbelgelenke gespritzt“, so Prof. Verheyden. Auch Hyaluronsäure kann verwendet werden, um die Regene- ration des Gelenkknorpels in den kleinen Wirbelgelenken zu unterstützen. Generell dauert die schmerzstillende Wirkung un- terschiedlich lange an, im Idealfall bleibt der Patient für Monate beschwerdefrei. Linderung durch Denervation Neben diesen sogenannten konservativen Therapiemethoden gibt es auch die Mög- lichkeit eines operativen Eingriffs, bei dem die winzigen Nervenenden an den Facet- tengelenken ausgeschaltet werden. „Dabei wird eine Elektrode, ein Laser oder eine Kältesonde am Wirbelgelenk platziert und für kurze Zeit aktiviert. Die korrekte Computertomographie (CT) am Ortenau Klinikum REPORTAGE

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