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Ortenau Gesundheitswelt 6

Wodurch zeichnet sich die Felix Burda Stiftung aus? Viele der Stiftungen, die sich mit Krebs be- fassen, legen ihren Fokus entweder auf die Grundlagenforschung oder auf die For- schung zur Verbesserung der Therapien für Patienten. Bei den Projekten der Felix Burda Stiftung steht dagegen der gesunde Mensch im Mittelpunkt, der über die Wichtigkeit der Teilnahme an Darmkrebsvorsorge aufge- klärt wird. Das hat einen sehr persönlichen Hintergrund. Mein und Hubert Burdas Sohn Felix starb 2001 an diesem Krebs, den ei- gentlich niemand bekommen müsste, weil er sich durch Vorsorge verhindern lässt. Spät erkannt ist er aber meist nicht mehr heilbar und führt bei der Mehrheit der Patienten zum Tod. Bei Felix wurde er erst spät er- kannt, er starb zwei Jahre nach der Diagnose im Alter von 33 Jahren. Es war sein erklärter Wunsch, dass die Stiftung, die seinen Namen trägt, sich zukünftig dafür einsetzt, dass sein Schicksal möglichst vielen Menschen erspart bleibt. Wir klären die Bevölkerung mit groß- en Kampagnen über die Wichtigkeit von Darmkrebsvorsorge auf und werden dabei von vielen Prominenten unterstützt, die sich in Anzeigen und Fernsehspots dafür einset- zen, die Menschen zur Teilnahme an der Vor- sorge zu motivieren. Inzwischen gibt es auch greifbare Erfolge unserer Arbeit zu verzeich- nen: Sowohl die Rate der Neuerkrankungen wie die Rate der Sterbefälle von Darmkrebs nehmen kontinuierlich ab. Fragen an Christa Maar, Vorstandsvorsitzende der Felix Burda Stiftung Wie profitieren Patienten und Angehöri- ge von den Aktivitäten der Stiftung? Wir möchten mit dem Thema Darmkrebs- prävention hauptsächlich die gesunde Be- völkerung adressieren. Mir war es aber von Anfang an ganz wichtig, dass die Stiftung sich auch um die Bedürfnisse von Patienten und Angehörigen kümmert. Wir haben eine Website erstellt, die Betroffenen ermöglicht, sich umfassend zu Krankheit und Therapien zu informieren. Wichtig dabei ist, dass die Informationen auf unserer Website www. darmkrebs.de dem gegenwärtig gültigen, wissenschaftlich belegten Therapiestandard entsprechen und immer aktuell gehalten werden. Zum wichtigen Austausch mit ande- ren Betroffenen bieten wir auf der Website ein Forum für Patienten und Angehörige an, dassehrintensivgenutztwird.Darmkrebspa- tienten sollten auch die Möglichkeit haben, sich wohnortunabhängig von qualifizierten Experten, die nach neuesten Therapiestan- dards behandeln, eine zweite Meinung zu ihrer Therapie einzuholen. Wir haben des- halb in einem Pilotprojekt die Möglichkeit erprobt, dass Darmkrebspatienten sich mit Hilfe einer elektronischen Patientenakte vom Tumorboard einer großen Klinik eine zweite Meinung übers Internet einholen. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Inzwi- schen wurde das Verfahren bereits von ei- nigen Krankenkassen aufgegriffen, die ihren Versicherten nun die auf diesem Weg einge- holte zweite Meinung bezahlen. Wie wichtig ist die Vorsorge bei Darmkrebs? Dieser Krebs ist der einzige, der sich durch Vorsorge fast hundertprozentig verhindern lässt. Wichtig ist, dass man als Gesunder, d. h. ohne Symptome, an der Vorsorgeunter- suchung teilnimmt. Die Krankenkasse zahlt Darmkrebsvorsorge ab dem Alter von 50 Jah- ren. Wenn man wartet, bis ein evtl. vorhan- dener Darmkrebs Beschwerden macht, hat man schlechte Karten für die Heilung, da die Erkrankung dann in aller Regel bereits weit fortgeschritten ist. Wird der Krebs hingegen in einem frühen Stadium erkannt, lässt er sich in der Mehrheit der Fälle heilen. Andere Altersgrenzen für den Vorsorgebeginn gelten dann, wenn es Darmkrebs in der Familie gibt. Bereits bei einem Fall in der Familie erhöht sich das Erkrankungsrisiko aller direkten Ver- wandten (Kinder, Geschwister) dramatisch. Betroffene sollten 10 Jahre vor dem Alter, in dem der Verwandte erkrankt ist, spätes- tens aber mit 40 bis 45 Jahren eine Vorsor- ge-Darmspiegelung durchführen lassen. Sind mehrere Familienmitglieder an Darmkrebs erkrankt, ist das Risiko für nahe Verwandte, ebenfalls an diesem Krebs zu erkranken, noch wesentlich höher. Es besteht dann der Verdacht, dass eine erbliche Form von Darm- krebs vorliegt, bei der Betroffenen geraten wird, bereits ab dem Alter von 25 Jahren ihre erste Darmspiegelung zu machen. ORTENAU GESUNDHEITSWELT 11 Felix Burda Stiftung Felix Burda Stiftung Arabellastraße 27 81925 München Tel.: 089 9250-2710 E-Mail: kontakt@felix-burda-stiftung.de www.felix-burda-stiftung.de kontakt Darmkrebsmonat März Lange Zeit galt Darmkrebs als Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Die Felix Burda- Stiftung hat dieses Tabu aufgebrochen und ruft jedes Jahr im März den bundesweiten Darmkrebsmonat aus. Weitere Informationen unter www.darmkrebs.de Darmkrebsmonat Lange Zeit galt Darmkrebs als Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Die Felix Burda-Lange Zeit galt Darmkrebs als Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Die Felix Burda- info Stuhluntersuchungen (Okkultbluttest) Darmpolypen und Tumore sondern oft Blut ab. Mit einem sogenannten Okkult- bluttest können für das Auge nicht sicht- bare Blutspuren im Stuhl erkannt werden. Dieser Test sollte ab dem Alter von 50 Jah- ren einmal jährlich durchgeführt werden. Da Polypen jedoch nicht immer bluten, ist es wichtig, dass der Test regelmäßig einmal pro Jahr durchgeführt wird. Hat ein Ok- kultbluttest ein positives Ergebnis ergeben, wird eine Darmspiegelung zur Abklärung der Ursachen durchgeführt. Gesunde Ernährung Während mit Darmspiegelungen und Stuhluntersuchungen Krebsvorstufen auf- gespürt werden, zielt die Primärprävention darauf ab, etwas gegen die Entstehung von Krebs und seinen Vorstufen zu tun. Dazu zählen ein gesunder Lebensstil und eine ge- sundheitsbewusste Ernährung. Tatsächlich befolgen laut Angaben der Felix Burda- Stiftung aber nur 20 Prozent der Bevölke- rung diese wichtigen Ratschläge, die meist einfach umzusetzen sind. Ballaststoffe bringen den Darm auf Trab Vollkornprodukte, frisches Obst und Ge- müse enthalten viele Ballaststoffe. Die- se tun dem Darm gut, da sie nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen und so für eine gute Verdauung sorgen. Neben Nudeln und Brot aus Vollkorn enthal- ten auch Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen, feste Gemüsesorten wie Kohl und Fenchel sowie Beeren besonders viele Ballaststoffe. Wer dagegen viel Fleisch und Wurst isst, erhöht das Darmkrebs-Risiko. Experten schätzen, dass sich mehrere Tau- send Darmkrebsfälle pro Jahr vermeiden ließen, wenn mehr Menschen bei ihrer Er- nährung auf Fleischwaren verzichten wür- den – zugunsten von Obst und Gemüse. REPORTAGE

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